Bilanz Geschäftsjahr 2025
AUA bleibt in den schwarzen Zahlen, hadert aber mit geringer Marge

| Tobias Seifried 
| 08.03.2026

Die Fluglinie hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven operativen Ergebnis abgeschlossen, fordert Entlastung für den Standort und will weiter in die Flotte investieren.

Austrian Airlines ist im Vorjahr in die schwarzen Zahlen geflogen. Denn die Österreich-Tochter der deutschen Lufthansa hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven operativen Ergebnis abgeschlossen. Das Adjusted EBIT lag bei 81 Millionen Euro. Bei einem Umsatz von 2,541 Milliarden Euro entspricht dies einer Marge von 3,2 Prozent – und damit deutlich weniger als dem von der International Air Transport Association prognostizierten europäischen Durchschnitt von rund 6,8 Prozent.

2025 sei von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt gewesen, die sich spürbar auf den Luftverkehr ausgewirkt hätten. Auch zu Beginn des Jahres 2026 hätten internationale Entwicklungen sowie außergewöhnliche Wetterlagen am Drehkreuz Wien die Bedeutung einer hohen operativen Widerstandsfähigkeit unterstrichen.

Unterdurchschnittliche Marge

AUA-CEO Annette Mann erklärte: "Wir bewegen uns operativ im Spitzenfeld und schreiben stabil schwarze Zahlen, liegen aber mit einer Marge von 3,2 Prozent um rund 50 Prozent unter dem Durchschnitt europäischer Airlines." Um Investitionen abzusichern und im Wettbewerb mit anderen Drehkreuzen bestehen zu können, brauche es eine stärkere Ertragskraft sowie Entlastungen am Standort. Gleichzeitig arbeite das Unternehmen kontinuierlich daran, interne Strukturen effizienter zu gestalten und gemeinsam mit Partnern an einem wettbewerbsfähigen Luftfahrtstandort Österreich.

Geschäftszahlen im Detail

Beim Jahresumsatz ging es ebenfalls aufwärts. Dieser stieg 2025 von 2,457 Milliarden Euro auf 2,541 Milliarden Euro, ein Plus von drei Prozent. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte die Fluglinie 6.054 Mitarbeiter:innen und damit rund ein Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Das Angebot an Sitzkilometern erhöhte sich um vier Prozent auf 28,614 Milliarden. Die Auslastung lag mit 81,6 Prozent leicht über dem Wert von 2024. Insgesamt wurden im Gesamtjahr rund 15 Millionen Fluggäste befördert, der Flugplan konnte zu 99,3 Prozent planmäßig durchgeführt werden.

Verbesserungen im operativen Betrieb

Nach Angaben des Unternehmens habe sich die AUA in mehreren operativen Bereichen verbessert. 2025 sei die Fluggesellschaft die drittpünktlichste Airline Europas gewesen. Auch die Zufriedenheit der Fluggäste sowie die Markenstärke am österreichischen Heimatmarkt hätten weiter zugelegt.

Bei den Skytrax Awards erhielt das Unternehmen erneut die Auszeichnung "Best Airline Staff Service in Europe". Zudem wurden die Kabinencrews der Airline innerhalb Europas auf Platz eins und weltweit unter die Top 20 gereiht.

Investitionen in Angebot und Flotte

Parallel investieren die Lufthansa Group und Austrian Airlines in den Standort Wien. Am Flughafen Wien entstehen rund 5.000 Quadratmeter neue Loungeflächen, die im Zuge der Terminalerweiterung 2027 eröffnet werden sollen. Zudem wird die Premium Economy Class erweitert, und für 2027 ist die Präsentation neuer Uniformen geplant.

Auch das Streckennetz wird ausgebaut: Ab dem Sommerflugplan 2026 werden sieben neue Destinationen aufgenommen, darunter Ponta Delgada auf den Azoren, Bilbao und Alicante in Spanien, Ohrid in Nordmazedonien sowie Bergen in Norwegen.

Ein zentraler Investitionsschwerpunkt bleibt die Flotte. Der Austausch der Langstreckenflugzeuge wird 2026 fortgesetzt, insgesamt drei Boeing 787-9 Dreamliner sollen heuer an Austrian Airlines ausgeliefert werden.

COO Stefan-Kenan Scheib erklärte, man freue sich darauf, "in wenigen Monaten unseren dritten Dreamliner in der Flotte begrüßen zu dürfen". Die Maschine werde nach Anpassungen in der Kabine und Lackierung ab 1. Juni in den Linienbetrieb gehen und zunächst vor allem auf der Strecke Wien–New York (Newark) eingesetzt.

Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke läuft ein Flottenumbau: Embraer-Flugzeuge werden schrittweise ausgeflottet und durch Airbus A320neo ersetzt. Zwei Embraer-Maschinen haben die Flotte bereits verlassen, die ersten zusätzlichen Airbus-Flugzeuge werden noch heuer erwartet.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr setzt das Unternehmen weiterhin auf Zusammenarbeit mit Politik und Partnern am Standort, erklärte Annette Mann. Man arbeite daran, langfristige Lösungen für einen wettbewerbsfähigen Luftverkehrsstandort zu entwickeln.

Ziel sei es, die Konnektivität des Standorts zu stärken, gleichzeitig die hohen operativen Kennzahlen – etwa bei Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit – zu halten und das Finanzergebnis 2026 zu verbessern.

www.austrian.com

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