Die Erste Group Bank AG hat 2025 einen Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro erzielt und damit das Vorjahresergebnis von 3,1 Milliarden Euro übertroffen. Maßgeblich dafür waren das anhaltende Wachstum im Kundengeschäft sowie positive Einmaleffekte. Rund zwei Drittel des Nettogewinns stammen von Tochterbanken außerhalb Österreichs.
Gewinnanstieg und starke Kapitalquote
Die harte Kernkapitalquote (CET1) erhöhte sich deutlich auf 19,3 Prozent. Damit verfügt die Bank über eine solide Kapitalausstattung für die Akquisition in Polen. Im Kreditgeschäft stieg das Volumen gruppenweit um 6,4 Prozent auf 232,0 Milliarden Euro nach 218,1 Milliarden Euro im Jahr 2024. In den Märkten außerhalb Österreichs fiel das Plus mit 10,5 Prozent noch stärker aus. Die wirtschaftliche Entwicklung in der CEE-Region blieb dabei dynamischer als in der Eurozone, mit BIP-Wachstumsraten von 2,3 Prozent gegenüber 1,5 Prozent im Jahr 2025.
Die Nachfrage konzentrierte sich im Privatkundensegment verstärkt auf Wohnbaufinanzierungen, während Unternehmen vermehrt Investitionskredite in Anspruch nahmen. Auch die Einlagen erhöhten sich um 4,7 Prozent auf 253,0 Milliarden Euro. Treiber waren insbesondere steigende Kerneinlagen in Tschechien, Ungarn und Kroatien. Der Zinsüberschuss verbesserte sich infolge des Wachstums auf 7,8 Milliarden Euro.
"Unser Ergebnis 2025 zeigt, welche Kraft in unserer Region steckt. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns über den erfolgreichen Abschluss der Akquisition in Polen, die unsere Marktstellung in der Region auf ein neues Niveau hebt. Sie ist ein Meilenstein für unsere Gruppe und wurde nur durch die starke Performance in all unseren Märkten möglich. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die Integration einer so großen Bank Aufmerksamkeit und Ressourcen erfordert, weshalb wir diesen Prozess mit dem gebotenen Fokus angehen", sagt Peter Bosek, CEO der Erste Group.
Provisionsgeschäft legt deutlich zu
Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 8,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren vor allem der Zahlungsverkehr sowie Wertpapier- und Versicherungsdienstleistungen.
Eine Rolle spielte dabei laut dem Unternehmen auch die Einführung von George Invest in Österreich und Tschechien, einer Plattform mit Fokus auf jüngere Anleger:innen (LEADERSNET berichtete). In Österreich entfielen zuletzt rund 62 Prozent der Wertpapiertransaktionen auf Kund:innen unter 35 Jahren, in Tschechien lag der Anteil bei 33 Prozent.
Zum Jahresende 2025 verwaltete die Gruppe knapp zwei Millionen Sparpläne, ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber 1,6 Millionen im Jahr davor. Unterstützt durch positive Marktbewegungen wuchs das verwaltete Vermögen der Erste Asset Management auf 103,9 Milliarden Euro.
Erträge, Kosten und Einmaleffekte
Die Betriebserträge nahmen um 4,3 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro zu. Die Betriebskosten stiegen um 5,8 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro, unter anderem aufgrund höherer Personal- und IT-Aufwendungen sowie Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit der Akquisition in Polen.
Die Risikokosten beliefen sich auf 478 Millionen Euro. Hintergrund war eine geringere Auflösung von Krisenrisikovorsorgen als im Vorjahr, so die Unternehmensgruppe. Die Belastung durch Bankensteuern erhöhte sich um 52,0 Prozent auf 372 Millionen Euro. Zusätzlich fielen 67 Millionen Euro an Bankensteuer in der Slowakei an, die unter den Steuern vom Einkommen verbucht wurden.
Einmaleffekte, darunter der Verkauf des Hauptsitzes der Česká spořitelna in Prag, verbesserten die sonstigen Betriebserträge deutlich. Die Steuern vom Einkommen lagen bei 1,1 Milliarden Euro.
"Wir haben unsere Kapitalbasis konsequent gestärkt und werden auch nach der Akquisition in Polen eine starke CET1-Quote haben. Zugleich haben wir unser Kundengeschäft deutlich ausgebaut und setzen weiter stark auf Wachstum. Die konsolidierten Zahlen einschließlich der polnischen Bilanz werden wir zum ersten Quartal vorlegen", so CFO Stefan Dörfler.
Integration in Polen und Ausblick für 2026
Im Jänner 2026 erwarb die Erste Group einen beherrschenden 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska. Das Rebranding auf "Erste Bank Polska" ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. Die Erstkonsolidierung erfolgt mit den Zahlen zum ersten Quartal 2026.
Ohne Einbeziehung Polens erwartet die Gruppe für 2026 ein Kreditwachstum von mehr als fünf Prozent. Der Zinsüberschuss soll um etwa fünf Prozent steigen, der Provisionsüberschuss um mehr als 5 Prozent. Die Kosten sollen um rund drei Prozent zunehmen, wodurch sich die Kosten-Ertrags-Relation auf etwa 47 Prozent verbessern soll. Die Risikokosten werden mit 20 bis 25 Basispunkten prognostiziert.
Auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Nettogewinns von 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 rechnet die Bank für 2026 mit einem um mehr als 20 Prozent höheren Gewinn pro Aktie. Die Eigenkapitalrendite soll bei rund 19 Prozent liegen.
Unter Einbeziehung Polens könnte das Kreditvolumen der Gruppe die Marke von 285 Milliarden Euro übersteigen. Der Zinsüberschuss wird mit mehr als elf Milliarden Euro, der Provisionsüberschuss mit etwa vier Milliarden Euro erwartet. Die Betriebsaufwendungen sollen bei rund sieben Milliarden Euro liegen. Der ausgewiesene Nettogewinn wird mit knapp unter vier Milliarden Euro prognostiziert, bereinigt mit etwas über vier Milliarden Euro.
Reduzierte Dividende
Da der Erwerb der Bank in Polen vollständig aus Eigenmitteln finanziert wurde, schlägt der Vorstand für 2025 eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vor. Nach Abzug von AT1-Dividenden entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 9,1 Prozent des Nettogewinns 2025 und steht im Einklang mit der angekündigten Begrenzung der Ausschüttungsquote auf maximal zehn Prozent.
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