Deutlich mehr als im Vorjahr
Betrugsbekämpfung spülte 154 Millionen Euro in die Staatskasse

| Tobias Seifried 
| 23.02.2026

Insgesamt wurden im Vorjahr 25.981 Betriebe kontrolliert, 411 Scheinunternehmen zerschlagen und 7.288 Finanzstrafverfahren abgeschlossen.

Wie das Finanzministerium am Montag mitteilte, hat das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) im Jahr 2025 mehr als 154 Millionen Euro in die Staatskasse eingebracht. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das den offiziellen Angaben zufolge einem Plus von über 47 Millionen Euro. Insgesamt wurden 411 Scheinunternehmen zerschlagen und 7.288 Finanzstrafverfahren abgeschlossen. Mehr als 51.000 Arbeitnehmer:innen in 25.981 Betrieben wurden kontrolliert, 128 Hausdurchsuchungen durchgeführt und 92,5 Terabyte an Beweisdaten sichergestellt.

Zentraler Arbeitsschwerpunkt im Ressort

Finanzminister Markus Marterbauer bezeichnete die Betrugsbekämpfung als "wichtigen Arbeitsschwerpunkt" seines Ressorts. Diese diene nicht nur der Budgetkonsolidierung, sondern sei "vielmehr ein Beitrag zur Gerechtigkeit". Jeder Erfolg gegen unlautere Praktiken entfalte zudem präventive Wirkung und stärke die Steuermoral. Mit dem Betrugsbekämpfungsgesetz würden auch künftig "starke Akzente" gesetzt. Wer auf "Abkürzungen oder Schleichwege" setze, werde erkennen müssen, "dass dem nicht so ist". Man stehe klar auf der Seite der ehrlichen Steuerzahler:innen und lasse "keine Toleranz für Betrug" walten.

Auch Barbara Eibinger-Miedl, Staatssekretärin im Finanzministerium, betonte, unfaire Geschäftspraktiken schädigten nicht nur den Staat, sondern benachteiligten regelkonforme Unternehmen. Es gehe um Fairness gegenüber redlichen Unternehmer:innen, die durch korrekt abgeführte Steuern und Abgaben keinen Wettbewerbsnachteil erleiden dürften. Das ABB habe 2025 erneut gezeigt, wie zielgerichtet und effizient gegen Steuer- und Sozialbetrug vorgegangen werde.

Stärkung der Datenanalyse im Fokus

ABB-Vorstand Christian Ackerler sprach von einem Jahr "intensiver Arbeit, großer Veränderungen und klarer Weichenstellungen". Ein Schwerpunkt habe auf der Stärkung der Datenanalyse gelegen. Der verantwortungsvolle Einsatz moderner Analysemethoden gewinne zunehmend an Bedeutung und werde künftig eine Schlüsselrolle spielen. Die konsequente Bekämpfung von Steuerbetrug, Abgabenhinterziehung, Sozialbetrug sowie Lohn- und Sozialdumping bleibe ein zentraler Pfeiler eines funktionierenden Rechts- und Sozialstaates.

Das ABB bündelt als operative Behörde im Bundesministerium für Finanzen die Einheiten zur Bekämpfung von Steuer- und Sozialbetrug. Zu den Kernaufgaben zählen die Verfolgung nationaler und internationaler Steuerkriminalität, die Aufdeckung von Sozialversicherungsbetrug sowie die finanzstrafrechtliche Sanktionierung von Delikten.

Was alles ermittelt wurde

Im Jahr 2025 reichten die Ermittlungen von einem internationalen Fall mutmaßlicher systematischer Abgabenverkürzung im Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln (vorläufiger Schaden rund 3,6 Millionen Euro) über organisierte Schwarzarbeit und Sozialbetrug im siebenstelligen Bereich bis zu systematischem Lohnbetrug bei einem Personalbereitstellungsunternehmen (rund 2,2 Millionen Euro). Weitere Verfahren betrafen illegales Glücksspiel, manipulierte Kassensoftware mit einer Nachforderung von rund 12,6 Millionen Euro sowie mutmaßliche Abgabenhinterziehung im Taxigewerbe in Millionenhöhe.

www.bmf.gv.at

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