Künstliche Intelligenz (KI) und zunehmend dynamische Marktbedingungen verändern die Anforderungen an Unternehmen derzeit grundlegend und stellen bestehende Organisationsstrukturen vor neue Herausforderungen. Eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint, basierend auf einer Befragung von rund 400 C-Level-Führungskräften in Europa (siehe Infobox), zeigt, dass viele Unternehmen ihre Organisationsmodelle, Entscheidungsprozesse und Fähigkeiten umfassend neu ausrichten müssen, um KI wirksam einzusetzen und wettbewerbsfähig zu bleiben: Zudem verlangsamen fehlende klare Verantwortlichkeiten, Fachkräfteengpässe und Schwächen in der Zusammenarbeit die Transformation bislang in vielen Fällen.
"Organisationen können sich nicht länger auf statische Modelle verlassen, die für vorhersehbare Rahmenbedingungen geschaffen wurden", erklärt Tobias Liebscher, Partner bei BearingPoint. "Unsere Studie zeigt, dass zukunftsfähige Unternehmen grundlegend neu darüber nachdenken, wie Arbeit organisiert und umgesetzt wird. Sie gestalten ihre Organisationsmodelle so, dass Teams schneller handeln, effektiver zusammenarbeiten und KI gezielt einsetzen können, um sowohl bessere Entscheidungen zu treffen, als auch den Mehrwert für Kund:innen zu steigern."
Transformation kann nur mit den Menschen gelingen
Konkret zeigt die Studie, dass die beschleunigte technologische Entwicklung mittlerweile der wichtigste Treiber für die Neugestaltung von Operating Models ist: Knapp sieben von zehn Befragten (69%) nennen neue Technologien und Künstliche Intelligenz als zentralen strategischen Impuls, während rund die Hälfte (49%) auf veränderte Kundenerwartungen verweisen und zugleich steigende Anforderungen an Transparenz, Compliance und Nachhaltigkeit zusätzlichen Modernisierungsdruck erzeugen. Führungskräfte erkennen dabei zunehmend, dass Transformation nur mit den Menschen gelingen kann– Mitarbeiterentwicklung, funktionsübergreifende Zusammenarbeit und kultureller Wandel gelten als entscheidend, zählen jedoch gleichzeitig zu den Bereichen mit dem größten Aufholbedarf, insbesondere beim Aufbau neuer Fähigkeiten, Datenkompetenz und einer stärkeren Prozessorientierung.
Große Lücke zwischen Wahrnehmung und tatsächlicher Zukunftsreife
Trotz zahlreicher Transformationsinitiativen zeigt die Studie eine deutliche Lücke bei der tatsächlichen Zukunftsreife vieler Organisationen. Zwar sehen sich 70 Prozent der Befragten gut auf kommende Anforderungen vorbereitet, doch nur vier Prozent geben an, dass ihr Organisationsmodell bereits vollständig auf ihre strategischen Ziele ausgerichtet ist. Als zentrale Hindernisse nennen die Unternehmen vor allem fehlende Daten- und Analytics-Kompetenzen, Fachkräftemangel, technologische Defizite sowie einen unzureichenden Veränderungswillen auf Führungsebene.
Organisationen mit einem besonders reifen Organisationsmodell zeichnen sich hingegen durch eine klar definierte Strategie aus, die sich konsequent in Struktur und Arbeitsweise widerspiegelt, sowie durch unternehmensweite Governance- und Steuerungssysteme und integrierte Daten- und Technologiearchitekturen, die Skalierbarkeit und Effizienz ermöglichen. Diese Voraussetzungen führen zu schnelleren Umsetzungsprozessen, klar geregelten Entscheidungsbefugnissen und einer engen Verzahnung von strategischer Ausrichtung und operativer Umsetzung.
"Technologie ist nur ein Teil der Transformationsgeschichte", so Liebscher. "Erfolgreiche Organisationen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Sie bringen Struktur, Prozesse, Menschen und Unternehmenskultur in Einklang, damit KI und Daten nachhaltige Ergebnisse liefern können. Die Zukunft gehört jenen Unternehmen, die ihr Target Operating Model auf Anpassungsfähigkeit ausrichten, nicht allein auf Effizienz."
Entschlossen und konsequent handeln
Abschließend weist die Umfrage darauf hin, dass führende Organisationen zunehmend auf eine Kultur der kontinuierlichen Weiterentwicklung setzen. Target Operating Models werden dabei nicht mehr als einmalige Reorganisationsprojekte verstanden, sondern als dynamische und modulare Systeme, die sich laufend an veränderte Marktbedingungen anpassen müssen. Dieser Wandel erfordert klare Governance-Strukturen, eine einheitliche Ausrichtung der Führungsebene sowie eine konsequente und strukturierte Umsetzung.
"Unternehmen, die jetzt handeln, schaffen die Voraussetzungen, um das Potenzial von KI in messbaren Geschäftsnutzen zu übersetzen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und unternehmensweite Skalierbarkeit zu erreichen. Wer zögert, riskiert zurückzufallen, denn Geschwindigkeit, Datenorientierung und funktionsübergreifende Zusammenarbeit werden künftig die entscheidenden Treiber der Unternehmensperformance sein", resümiert Liebscher.
Die vollständige Studie können Sie hier nachlesen.
www.bearingpoint.com
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