"Robo-Rudel" für mehr Sicherheit
Wien Energie lässt fünf Roboterhunde Kraftwerke inspizieren

Der bereits bewährte "Energy Dog" des Energieanbieters bekommt Gesellschaft: Das neue "Robo-Rudel" soll völlig autonom Kraftwerksrundgänge durchführen und etwaige Störungen ans Personal melden. 

Bereits im Jahr 2023 hat das Kraftwerk Simmering der Wien Energie als europaweit erstes Kraftwerk einen Roboterhund in den Regelbetrieb integriert, der neue Maßstäbe bei Kraftwerksinspektion und Arbeitssicherheit setzte (LEADERSNET berichtete). Nun bekommt der "Energy Dog" Gesellschaft: Mit gleich vier neuen, KI-unterstützten Hightech-Robotern schenkt das Unternehmen dem einst einsamen Wolf nun ein ganzes "Robo-Rudel". Diese vierbeinigen Assistenzsysteme des Modells "Spot" von Boston Dynamics sind mit modernster Sensorik und Spezialkameras ausgerüstet und sollen die Betriebsteams der Wiener Energie künftig an drei Standorten unterstützen, indem sie autonom Kraftwerksrundgänge durchführen und Anomalien in Echtzeit melden. 

Mit hochmodernen Sensoren ausgestattet

Fast einen Meter sind die "Energy Dogs" lang und können auf ihren vier "Pfoten" bis zu 1,5 Meter pro Sekunde zurücklegen (mehr Eckdaten siehe Infobox). Dabei soll auch unwegsames Gelände, wie etwa Kraftwerksstiegen oder Gitterböden, kein Problem darstellen. Zudem können sie mittels zahlreicher hochmoderner Sensoren – darunter eine thermografische Kamera, ein Akustiksensor und ein Multigasmesser – Anlagen inspizieren, potenzielle Gefahrenquellen wie Gasaustritte frühzeitig erkennen und diese ans Betriebspersonal melden. Und das vollständig autonom.

"Wir arbeiten Tag für Tag an der nachhaltigen Energieversorgung von Millionen Wiener:innen. Dabei setzen wir immer mehr auf Innovation und bringen mit nun insgesamt fünf Energy Dogs modernste Robotertechnologie in unsere Kraftwerke und Müllverbrennungsanlagen. Die Hightech-Roboter unterstützen die Mitarbeiter:innen von Wien Energie und tragen so maßgeblich zur Versorgungssicherheit der Wiener:innen bei", erläutert Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke. 

Intelligente Helfer für mehr Sicherheit

Dabei wird betont, dass die "Energy Dogs" auch künftig keinesfalls Mitarbeiter:innen ersetzen, sondern lediglich als Unterstützung bei Routinetätigkeiten dienen sollen. Zudem bieten die Roboter den Vorteil, dass Gefahrenbereiche im Ernstfall nicht mehr persönlich von Menschen betreten werden müssen, da die Robohunde in der Lage seien, Störungen präzise und sicher auszumachen. Somit leiste das Rudel nicht nur Unterstützung, sondern erhöhe auch die Arbeitssicherheit maßgeblich, heißt es in einer entsprechenden Aussendung. "In Zeiten des Fachkräftemangels ist es umso wichtiger, dass unsere Expert:innen ihre Ressourcen gut nutzen können. Mit den Energy Dogs stellen wir unseren Mitarbeiter:innen intelligente Helfer zur Seite, um sie von Routinetätigkeiten zu entlasten. Wien Energie setzt damit erneut neue Maßstäbe in Sachen Digitalisierung und Automatisierung und sorgt für einen sicheren Arbeitseinsatz im Kraftwerk", meint Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie.

Der erste "Energy Dog", der seit 2023 im Regellbetrieb des Kraftwerks Simmering im Einsatz ist, habe seine Bewährungsprobe jedenfalls bestanden: Insgesamt habe der Robohund bislang etwa 4.000 Rundgänge zu je 90 Minuten absolviert und sei dabei rund 1.600 Kilometer gelaufen. "High-Tech-Roboter wie die 'Energy-Dogs' stehen bei Wien Energie für Fortschritt und Verantwortung zugleich: Sie unterstützen den sicheren und effizienten Betrieb unserer Kraftwerke und stärken damit die Versorgungssicherheit für Wien. Gleichzeitig sichern wir mit klarer Datensouveränität die Kontrolle über kritische Infrastrukturen und schaffen Vertrauen in einer digitalen, nachhaltigen Energiezukunft", sagt Stefan Gara, Energiesprecher der Wiener NEOS.

Betrieb ab 2027

Aktuell werden die vier neuen "Energy Dogs" vom noch Wien Energie Drohnen- und Robotikteam für ihren Einsatz trainiert und weiterentwickelt. Eine Aufnahme in den Regelbetrieb in den Kraftwerken Simmering und Donaustadt sowie in der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig ist somit erst für 2027 geplant. 

Mehr Informationen zu den "Energy Dogs" können Sie hier nachlesen.

www.wienenergie.at

www.wien.gv.at

Eckdaten "Energy Dog"

  • Typ: Boston Dynamics Spot
  • Länge: ca. ein Meter
  • Gesamtgewicht: ca. 42 Kilogramm
  • Geschwindigkeit: ca. sechs Kilometer pro Stunde
  • Anzahl Kameras: 17, u.a. Thermalkamera und 360-Grad-Kamera
  • Gas-Sensorik für Ammoniak, reduzierende und oxidierende Gase
  • Arbeitet problemlos bei -20 bis +45 Grad Celsius

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Eckdaten "Energy Dog"

  • Typ: Boston Dynamics Spot
  • Länge: ca. ein Meter
  • Gesamtgewicht: ca. 42 Kilogramm
  • Geschwindigkeit: ca. sechs Kilometer pro Stunde
  • Anzahl Kameras: 17, u.a. Thermalkamera und 360-Grad-Kamera
  • Gas-Sensorik für Ammoniak, reduzierende und oxidierende Gase
  • Arbeitet problemlos bei -20 bis +45 Grad Celsius

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