Insolvenzauswertung der Statistik Austria
2025 war fünftes Jahr in Folge mit mehr Firmenpleiten

Laut Statistik Austria wurden in Österreich im Vorjahr erneut mehr Firmenpleiten registriert als im Jahr davor. Während einige Branchen stark betroffen sind, gab es in anderen Bereichen eine Entspannung.

Im Jahr 2025 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Österreich erneut gestiegen. Laut den am Dienstag veröffentlichten, vorläufigen Daten der Statistik Austria wurden insgesamt 6.809 Insolvenzen registriert, was einem Anstieg von rund vier Prozent gegenüber 2024 entspricht. Damit nahm die Zahl der Firmenpleiten im Vorjahresvergleich bereits das fünfte Jahr in Folge zu.

Auch die Zahl der Registrierungen rechtlicher Einheiten erhöhte sich im Jahresverlauf. Insgesamt wurden demnach 67.642 Registrierungen verzeichnet, um etwa 2.400 beziehungsweise vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. Registrierungen gelten als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung, auch wenn sie nicht zwingend mit der Aufnahme einer wirtschaftlichen Tätigkeit gleichzusetzen sind.

Anstieg zu Jahresende

"Zu Jahresende 2025 ist die Zahl der Firmenpleiten nochmals leicht gestiegen", erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. In den letzten drei Monaten des Jahres meldeten demnach 1.669 Unternehmen Insolvenz an. Dies sei etwas mehr als im dritten Quartal 2025 gewesen, jedoch geringfügig weniger als im vierten Quartal 2024. Insgesamt habe es 2025 um rund vier Prozent mehr Insolvenzen gegeben als im Jahr davor. Besonders betroffen gewesen seien die Wirtschaftsbereiche Dienstleistungen sowie – nahezu gleichauf – Handel und Bau. Gleichzeitig habe es aber auch mehr Unternehmensregistrierungen gegeben, so Lenk.

Im vierten Quartal 2025 lag die Zahl der Insolvenzen mit 1.669 leicht über dem Niveau des Vorquartals, entsprach einem Plus von 2,8 Prozent, und rund zwei Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals. Im Vergleich zu Ende 2024 gingen die Insolvenzen insbesondere in der Sachgütererzeugung, bei den persönlichen Dienstleistungen und im Handel zurück. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 verzeichneten hingegen die Sachgütererzeugung sowie die Baubranche die stärksten Zuwächse.

Stark betroffene Branchen

Nach Branchen entfielen im vierten Quartal 2025 die meisten Insolvenzen auf Finanzdienstleistungen und sonstige Dienstleistungen mit 449 Fällen, gefolgt vom Bau mit 298 und dem Handel mit 276 Insolvenzen. Auch Beherbergung und Gastronomie waren mit 224 Fällen vergleichsweise stark betroffen. Deutlich weniger Insolvenzen wurden in den Bereichen Information und Kommunikation sowie in der Sachgütererzeugung registriert. Die Zahlen sind jedoch stark von der jeweiligen Anzahl aktiver Unternehmen abhängig.

Bei den Registrierungen rechtlicher Einheiten entfielen im vierten Quartal 2025 die höchsten Werte auf Finanzdienstleistungen und sonstige Dienstleistungen, persönliche Dienstleistungen sowie den Handel. Am niedrigsten war die Zahl der Registrierungen im Verkehr und im Bau. Insgesamt lagen die Registrierungen im Schlussquartal unter dem Niveau des Vorjahres- und des Vorquartals, im Gesamtjahr jedoch klar über dem Wert von 2024.

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