Prenner leitet ORF-Markt- und -Medienforschung
Sassmann für operative Marktforschung zuständig.
Zelmanovics, CEO von Maxus, im Interview über "Challenger Agenturen", die Integration von Media und Creative sowie seine Pläne für die Zukunft.
Florian Zelmanovics ist seit Mitte des Jahres CEO von Maxus. International ist das Maxus-Network mit 44 Agenturen in 38 Märkten vertreten, vor allem in Asien, Nord-und Südamerika. Die Agentur ist seit 2006 in Österreich aktiv und betreut Kunden wie Fiat, Eckes Granini, Griesson de Beukelaer, SC Johnson, ORS und Ubisoft. Mit leadersnet.at plauderte Zelmanovics über die Zusammenarbeit zwischen den Group M- Agenturen, das globale Netzwerk, die Positionierung von Maxus in Österreich und die Europa-Offensive.
leadersnet.at: Maxus gilt im weltweit tätigen Netzwerk von Mediaagenturen als Big Player. Wie steht es um die Positionierung von Maxus in Österreich?
Zelmanovics: Maxus ist weltweit die am stärksten wachsende Agentur – dasselbe gilt auch für den österreichischen Markt und mit einer Erweiterung unseres Portfolios werden wir in neue Bereiche vorstoßen und damit den Kurs beibehalten.
leadersnet.at: In der Group M sind gewichtige Agenturen vertreten. Wie funktioniert die Zusammenarbeit? Kommt ein arbeitsteiliges Procedere zum Einsatz?
Zelmanovics: Die GroupM übernimmt sinnvollerweise einige zentrale Funktionen, die von den vier Agenturen genutzt werden – unter den Agenturen findet ein guter Austausch statt, allerdings ist jede Agentur für sich selbst verantwortlich und international verankert.
leadersnet.at: Sie sind von Draftfcb zu Maxus gewechselt. Was macht die Position als Maxus CEO erstrebenswert?
Zelmanovics: Wir haben uns ein ambitioniertes Ziel gesteckt, für das ich mich mit meiner bisherigen Erfahrung hervorragend einbringen kann. Dabei wollen wir auch bisherige Agenturmuster aufbrechen. Maxus ist eine „Challenger Agentur“, d.h. wir sind flexibel und wendig, mit den Konditionen der ganz Großen. Dazu ein frisches und modernes Netzwerk (wir sind „ein globales Netzwerk lokaler Agenturen“), ich führe ein tolles und motiviertes Team und wir betreuen sehr interessante Kunden.
leadersnet.at: Wie beurteilen Sie ihren Abgang von Draftfcb?
Zelmanovics: In den letzten zwei Jahren war Draftfcb in einer Verteidigerposition, das war auch kräfteraubend und vorwiegend von Finanzentscheidungen dominiert. Inhaltlich war es immer spannend und motivierend, allerdings entwickelt sich der Markt derzeit nicht in Richtung großer internationaler Kreativagenturen. Ich bin gespannt wie es da weitergehen wird.
leadersnet.at: Ein besonderer Schwerpunkt in Ihrem Schaffen soll auf der Entwicklung in Richtung Integration von Digital und Creative liegen. Welches Potenzial kann hier erschlossen werden?
Zelmanovics: Ich würde es auf Integration von Media und Creative ausweiten, beginnend im Digitalbereich – denn dort liegt es am Nähesten beieinander. Das Wissen, über das Mediaagenturen verfügen (Markt, Konsumenten, Media, Zielgruppe etc.), kann hervorragend für Konzeption und Strategie genutzt werden, also warum nicht früher in den Prozess einsteigen und dann weiter begleiten…
leadersnet.at: Sie waren also immer schon digital-affin. Wie sehen Sie den Markt in naher Zukunft?
Zelmanovics: Wir werden alle gemeinsam (österreichische Agenturen) aufpassen müssen, dass die globalen Player uns nicht überrollen und mittels ihrer (Volumens-Erlös-)Modelle schneller sind als wir – aber das ist ja kein Geheimnis. Die Kombination aus Media und Creative im Digitalbereich macht richtig Sinn und Kunden müssten das noch viel stärker nutzen.
leadersnet.at: Wie wollen Sie den digitalen Bereich aufmischen?
Zelmanovics: Da stehen einige (den Markt herausfordernde) Ankündigen bevor, die in den nächsten Monaten offiziell werden. Die Ausweitung unseres Geschäftsmodelles wird jedenfalls schon von einigen Kunden genutzt.
leadersnet.at: Welche Rolle spielt für Sie die geplante „Europa-Offensive“? Wie sehen Sie die Marktgegebenheiten und Wettbewerbsbedingungen? Welche Ziele sollen erreicht werden?
Zelmanovics: Maxus ist in Asien und Amerika ein großer Player, in Indien z.B. die größte Mediaagentur. Für Europa wird ein umfassender Plan verfolgt, der den Gewinn von internationalen und lokalen Kunden zum Ziel hat.
leadersnet.at: Wer sind eigentlich die „wichtigsten“ Kunden von Maxus?
Zelmanovics: Die gesamte Fiat-Gruppe (Fiat, Lancia, Alfa, Jeep), Eckes Granini, Griesson de Beukelaer, SC Johnson, ORS, Ubisoft, Recheis, Kärcher etc.
www.maxusglobal.com
Zelmanovics führte zuletzt die Kreativagentur Draftfcb Partners, davor leitete er deren Tochter Draftfcbi. Auf Kundenseite war er zuvor als Marketing Direktor bei HP und im Management bei Compaq, Infomatec und IBM tätig.
Zelmanovics führte zuletzt die Kreativagentur Draftfcb Partners, davor leitete er deren Tochter Draftfcbi. Auf Kundenseite war er zuvor als Marketing Direktor bei HP und im Management bei Compaq, Infomatec und IBM tätig.