Video vom elektrifizierten "Elfer"
Den Porsche 911 gibt es jetzt erstmals mit Hybridantrieb

Der elektrifizierter "Elfer" leistet mehr als der "Turbo" des Vorgängermodells und verfügt über einen völlig neuen Sechszylinder-Boxermotor. Eine Neuerung im Cockpit dürfte bei vielen Fans nicht so gut ankommen. Preislich bleibt die ab sofort bestellbare Sportwagenikone für die meisten wohl ein Traum.

Bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2023 im heurigen März hat Porsche-Vorstandsvorsitzender Oliver Blume bereits angekündigt, dass in diesem Jahr noch ein 911 mit Hybridantrieb präsentiert werden wird (LEADERSENT berichtete). Und nun war es so weit: Erstmals haben die Zuffenhausener ihre Sportwagenikone unter Strom gesetzt. Konkret handelt es sich dabei um den neuen 911 GTS. Dieses Modell ist der erste straßenzugelassene Elfer, der mit einer Kombination aus Boxermotor und E-Maschine angetrieben wird. Wer nun denkt, dass Porsche einfach den bestehenden Benziner mit einem Elektromotor kombiniert hat, der irrt. Denn der Antriebsstrang inklusive Triebwerk würde völlig neu konstruiert.

"Wir haben unterschiedlichste Ideen und Ansätze entwickelt und getestet, um die Entscheidung für ein Hybridsystem zu treffen, das haargenau zum Elfer passt. Herausgekommen ist ein einzigartiger Antrieb, der sich in das Gesamtkonzept des 911 einfügt und die Performance deutlich steigert", sagte Frank Moser, Leiter Baureihen 911 und 718, im Zuge der Neuvorstellung.

Unter der Motorhaube steckt nun ein 3,6-Liter-Boxer, die E-Maschine sitzt im Getriebegehäuse. © Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG/Porsche Holding

Potenter Antriebsstrang

Herzstück des sogenannten T-Hybrid-Antriebs ist ein neu entwickelter 3,6-Liter-Boxermotor. Zum Vergleich: bei den normalen Modellen sind es nur drei Liter Hubraum. Zudem wurde einer der beiden Turbolader eingespart. Durch das Hochvolt-System kann der Klimakompressor elektrisch angetrieben werden und der Riementrieb entfallen, wodurch der Motor trotz Elektrifizierung und mehr Hubraum kompakter baut. Ohne elektrische Unterstützung leistet das neue Triebwerk 357 kW (485 PS) und 570 Nm Drehmoment. Bisher waren es beim GTS insgesamt "nur" 480 PS. Doch hier kommt ja noch der Elektrobaustein hinzu. Das T-Hybrid-System verfügt über einen neu entwickelten elektrischen Abgasturbolader, der den zweiten herkömmlichen Lader ersetzt. Gleichzeitig arbeitet die E-Maschine, die bis zu 11 kW (15 PS) leistet, als Generator. Zum Antriebsstrang gehört darüber hinaus eine in das verstärkte Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) integrierte, permanenterregte Synchronmaschine. Sie unterstützt den Boxermotor ab Leerlaufdrehzahl mit einem Antriebsmoment von bis zu 150 Nm und stellt eine Leistung von bis zu 40 kW (54 PS) zur Verfügung. Beide Elektromotoren koppelt Porsche an eine kompakte Hochvoltbatterie.

Insgesamt steht eine Systemleistung von 398 kW (541 PS) und 610 Nm im Typenschein, was einem Leistungszuwachs gegenüber dem – um 50 kg leichteren – Vorgängermodell von 45 kW (61 PS) entspricht. Damit ist der neue GTS sogar um ein PS stärker als der 911 Turbo der Vorgängergeneration (aktuelles Modell: 580 PS bzw. Turbo S: 650 PS). So gerüstet beschleunigt das 911 Carrera GTS Coupé in exakt drei Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h.

Fahrwerk und Optik

Auch das Fahrwerk des GTS wurde überarbeitet. So gehört die Hinterachslenkung nun erstmals zur Serienausstattung. Die Wankstabilisierung Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) bindet Porsche nun in das Hochvoltsystem des Hybridmodells ein. Dies ermöglicht den Einsatz einer elektrohydraulischen Steuerung, wodurch das System noch flexibler und präziser arbeiten soll. Abgerundet wird die dynamische Auslegung mit dem Sportfahrwerk inklusive variablem Dämpfersystem (PASM) und zehn Millimeter Tieferlegung.

Die optischen Modifikationen sollen vor allem die Aerodynamik verbessern. Dazu zählen unter anderem neue, modellspezifische Bugverkleidungen. Zudem integriert Porsche erstmals alle Lichtfunktionen in die nun serienmäßigen Matrix LED-Hauptscheinwerfer mit Vierpunkt-Optik. Dies ermöglicht den Entfall der Bugleuchten und schafft dort Platz für größere Kühlluftöffnungen. Hinten lässt das neu gestaltete Leuchtenband mit integriertem Lichtbogen und Porsche-Schriftzug das Heck etwas tiefer und breiter wirken. Ein neu gestaltetes Heckgitter mit fünf Lamellen pro Seite verbindet sich mit der Heckscheibe zu einer grafischen Einheit. Kennern wird auch auffallen, dass das Kennzeichen jetzt höher positioniert ist.

Kein analoger Drehzahlmesser mehr

Beim Cockpit hat Porsche ebenfalls Hand angelegt. Hier entfällt ab sofort ein Detail, dem viele 911er-Fans nachtrauern dürften: der analoge Drehzahlmesser, der bisher zwischen den die digitalen Rundinstrumente eingebettet war. Stattdessen gibt es nun ein volldigitales Kombiinstrument. Dieses 12,6-Zoll große, leicht gebogene Display kennen wir bereits aus dem Panamera oder den Elektromodellen Taycan und Macan. Es lässt sich umfangreich individualisieren und bietet bis zu sieben Ansichten, darunter eine exklusive Classic-Anzeige in Anlehnung an das historische 5-Tuben-Design mit zentralem Drehzahlmesser. Ob das die eingefleischten Analog-Fans überzeugen wird können, bleibt abzuwarten. Die Bedienung des Infotainment- und Navigationssystems erfolgt weiterhin über den 10,9-Zoll-Touchscreen oder die Sprachsteuerung.

Der analoge Drehzahlmesser hat im Elfer ausgedient © Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG/Porsche Holding

Facelift für den 911 Carrera

Auch der überarbeitete 911 Carrera ist direkt zum Marktstart des neuen GTS verfügbar. Neben dem volldigitalen Cockpit gibt es auch hier dezente äußere Modifikationen. Wichtiger ist jedoch der optimierte Antriebsstrang. Hier arbeitet zwar weiterhin ein 3,0-Liter-Boxermotor mit Biturbo-Aufladung, dieser wurde jedoch umfassend überarbeitet. Er erhielt unter anderem den Ladeluftkühler aus den Turbo-Modellen, der nun oberhalb des Motors direkt unter dem Heckdeckelgitter sitzt. Die Turbolader des überarbeiteten 911 Carrera waren beim Vorgänger den GTS-Modellen vorbehalten. Mit diesen Modifikationen erreicht Porsche laut eigenen Angaben eine Reduktion der Emissionen sowie eine Leistungssteigerung auf 290 kW (394 PS) und 450 Nm maximales Drehmoment. So gerüstet, sprintet das 911 Carrera Coupé in 4,1 Sekunden auf Tempo 100 (3,9 Sekunden mit Sport Chrono Paket) und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 294 km/h. Verglichen mit seinem Vorgänger eine Verbesserung um jeweils 0,1 Sekunden sowie ein km/h.

Den 911 GTS (mit T-Hybridsystem) gibt es vom Start weg auch als Targa © Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG/Porsche Holding

Ab sofort bestellbar

Der "neue" 911 Carrera ist in Österreich ab sofort als Coupé und Cabriolet mit Heckantrieb bestellbar. Für den 911 Carrera GTS stehen zusätzlich Allradantrieb und die Karosserievariante Targa (ausschließlich mit Allradantrieb) zur Verfügung. Porsche bietet den überarbeiteten Carrera als Coupé ab 166.993 Euro an. Die Preise für das neue GTS Coupé beginnen bei saftigen 220.948 Euro. Auslieferungsstart in Österreich für den 911 Carrera ist im Spätsommer, für den 911 Carrera GTS Ende 2024.

Mit dem Hybridmodell und den Modifikationen seiner Ikone hat Porsche innerhalb weniger Monate vier von sechs Modellreihen erneuert: Panamera, Taycan, Macan und 911. "Unser Produktportfolio ist jünger denn je und hoch attraktiv", zeigt sich Oliver Blume überzeugt und fügt hinzu: "Es bietet unseren Kund:innen noch mehr Individualisierungsmöglichkeiten und exklusive Erlebnisse."

www.porsche.at

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