Verlässt das Gremium
Thomas Prantner tritt mit sofortiger Wirkung als ORF-Stiftungsrat zurück

| Redaktion 
| 05.05.2026

Nach anhaltenden Diskussionen und Vorwürfen zieht der Medienexperte die Reißleine. Der Schritt folgt einem Gespräch mit dem steirischen Landeshauptmann Mario Kunasek und zunehmendem politischen Druck.

Die Diskussion rund um den ORF-Stiftungsrat hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich zugespitzt. Zunächst kritisierte der ORF-Redaktionsausschuss mehrere Stiftungsräte scharf (LEADERSNET berichtete). Danach sorgte eine hitzige Stiftungsratsdebatte rund um Ingrid Thurnher und ihre Wahl zur ORF-Generaldirektorin für zusätzliche Aufmerksamkeit (LEADERSNET berichtete). Parallel dazu schrieb der ORF den Chefposten offiziell aus (LEADERSNET berichtete).

Mit 1. Jänner 2027 beginnt die nächste reguläre fünfjährige Funktionsperiode. Wer dann an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Medienhauses stehen wird, soll bei der vorgezogenen Wahl durch den Stiftungsrat am 11. Juni 2026 entschieden werden.

Rücktritt nach wachsendem Druck

Vor diesem zunehmend angespannten Hintergrund hat auch die Debatte um einzelne Mitglieder des Stiftungsrats weiter an Dynamik gewonnen. Im Zentrum stand zuletzt Thomas Prantner, der seine Funktion nun mit sofortiger Wirkung niedergelegt hat. 

Mehrere Medien berichteten am Dienstag, dass der Schritt nach anhaltender Kritik erfolgt ist. Ausschlaggebend dürfte zudem ein weiteres Gespräch mit dem steirischen Landeshauptmann Mario Kunasek, der ihn in das Gremium entsandt hat, gewesen sein.

Vorwürfe und Kritik

Im Vorfeld waren unterschiedliche Vorwürfe gegen Prantner öffentlich geworden. Laut Medienberichten reichten diese von Fragen politischer Einflussnahme bis hin zu Kritik am Umgang mit Mitarbeiter:innen. Der ORF-Redaktionsausschuss hatte ihm bereits zuvor das Misstrauen ausgesprochen. In der Folge wuchs auch der politische Druck, sich aus dem Gremium zurückzuziehen.

Politische Reaktionen

Nach dem Rücktritt erklärte Landeshauptmann Kunasek, andere Mitglieder des Stiftungsrats könnten diesem Schritt folgen. Gleichzeitig wurde betont, dass gegen Prantner keine straf- oder zivilrechtlichen Verfahren anhängig sind.

Debatte bleibt bestehen

Mit dem Rückzug ist die Personalie Prantner zwar vorerst abgeschlossen, die grundsätzliche Diskussion über die Zusammensetzung und Rolle des ORF-Stiftungsrats dürfte jedoch weitergehen. Die anstehende Wahl im Juni gilt dabei als richtungsweisend für die künftige Führung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

www.orf.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV