Smartphone-App soll Blutarmut anhand von Gesichtsbildern diagnostizieren

Dieses nicht-invasive Verfahren soll Kosten senken und schnelle Diagnosen auch in abgelegenen Regionen möglich machen.

Bei Blutarmut (Anämie) werden nicht genügend gesunde rote Blutkörperchen produziert und die inneren Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das ruft Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und unregelmäßigen Herzschlag hervor. Weltweit sind davon etwa zwei Mrd. Menschen betroffen.

Eine neue auf Bildauswertung basierende App von Forschern des University College London (UCL) und der University of Ghana diagnostiziert Anämie. Genutzt und ausgewertet werden Smartphone-Fotos von Gesichtern. Diese nicht-invasive Diagnose ist auch in abgelegenen Regionen möglich und senkt die Kosten, heißt es.

Lichtabsorptionseigenschaften

Das neue Verfahren nutzt die Lichtabsorptionseigenschaften von Hämoglobin, aus dem rote Blutkörperchen zu 90 Prozent bestehen, die auf Fotos sichtbar werden. Sie werden mithilfe der App ausgewertet, die auf Künstlicher Intelligenz basiert und mit maschinellem Training darauf gedrillt wurde, diese Farbänderungen zu interpretieren. Das Verfahren sei von ghanaischen Forscher im Korle Bu Teaching Hospital in Accra an 62 Kindern unter vier Jahren getestet worden.

Ziel höhere Lebensqualität

"Smartphones sind weltweit beliebt, aber die Bildauswertung zur Erkennung von Krankheiten ist noch unterentwickelt", so Thomas Wemyss vom UCL. Vor allem sei es schwierig, Gemeinsamkeiten bei verschiedenen Personengruppen zu erkennen, sodass eine sichere Diagnose möglich ist. Dieses Problem sei nun gelöst: "Eine erschwingliche und zuverlässige Technik zum Screening auf Anämie mit einem Smartphone könnte die Lebensqualität einer großen Anzahl von Menschen verbessern."

www.ucl.ac.uk

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