Ein Wiener Würstelstand wehrt sich gegen die "schiarchste Cola Werbung aller Zeiten"

| Julia Weninger 
| 21.07.2022

Aufgrund des Ärgers benannte sich der Imbiss sogar um und ruft unter dem Hashtag #schaswerbung zum Protest mit Gratis-Bier auf. Mittlerweile hat die Getränkefirma reagiert.

Der bekannte Wiener Würstelstand vor dem Pfeilheim im achten Bezirk hat sich einen neuen Namen verpasst: Wiener Widerstand, garniert mit den Hashtags #schaswerbung", "#wurstcase" und – in Anspielung auf die Coke-Zero-Werbung – "#ichzuckeraus" und "zeroleiwand".

Hintergrund dieser Maßnahmen ist nämlich ein zwölf Meter hohes Coca-Cola-Werbebild auf der Hauswand hinter dem Imbiss. Der Betreiber spricht von einer rücksichtlosen Brachialwerbung, die die kleine Bude regelrecht erdrücke und sieht die Aufenthaltsqualität bei seinem Stand massiv in Gefahr.

Plumpe Produktplatzierung

Die Werbefläche an der Ecke Strozzigasse wurde auch zuvor von namhaften Kunden gut genutzt, "hätte aber niemals das Eck verschandelt." Es sei immer Graffiti-Kunst mit einem Markenlogo gewesen, das war geschmackvoll, so Würstelstand-Chef Mike Lanner, der den Stand mit Stefan Sengl, Geschäftsführer der PR Agentur The Skills Group, betreibt. Das aktuelle Motiv sei aber purer Kommerz und habe mit künstlerischem Anspruch nichts mehr zu tun.

"Natürlich lässt sich über Sujets im Einzelnen stets streiten – Schönheit liegt bekanntlich im Auge der Betrachter:innen. Dennoch erfüllt auch die fotorealistische und detailreiche Darstellung der Coca-Cola Flasche einen gewissen künstlerischen Mehrwert", so die betreuende Agentur, Warda Network, in einer Stellungnahme zu LEADERSNET. Man erinnere sich hier an die Andy Warhol Werkserie zu Coca-Cola.

Die Werbung soll bis Ende August zu sehen sein. Der Würstelstand-Betreiber hat mit gratis Getränken von der Konkurrenz zum Protest aufgerufen und stellte am Mittwochabend (bis 21:00 Uhr) je 50 Liter Müllner Augustiner Bier und Limos von Almdudler bereit.

Getränkekonzern reagiert

Mittlerweile hat auch Coca-Cola reagiert und hat sich etwas einfallen lassen, mit dem der Streit aus der Welt geschafft werden soll. Der Getränkekonzern hat nämlich Kreative zum Design-Contest aufgerufen. Sie sollen nun Motive entwickeln, mit denen die Wand neu gestaltet wird. Als Ansporn werden für das Siegerprojekt 3.000 Euro Preisgeld ausbezahlt.

www.wienerwuerstelstand.at

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