Selbstständig, selbstorganisiert und selbstbewusst in die Zukunft

Gastkommentar von Ralf-Wolfgang Lothert, Mitglied der Geschäftsleitung und Director Corporate Affairs & Communication von JTI Austria.

Future Workforce ist derzeit ein geflügelter Begriff. Beim "Talk auf der Alm" im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach in Kooperation mit der Tageszeitung Die Presse diskutierte das Podium leidenschaftlich (LEADERSNET berichtete – Anm. d. Red.), war sich aber in einem Punkt einig: An die Arbeitskräfte von morgen werden völlig neue Anforderungen gestellt und umgekehrt werden sie von Unternehmen völlig neue Freiheiten verlangen. Aber was bedeutet das konkret für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber? Bei der Freiheit spielt das Wort "selbst" eine große Rolle. Denn Mitarbeiter der Zukunft werden nicht nur mehr Freiheit haben, sondern damit auch mehr (Selbst-)Verantwortung.

Das stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Wie halte ich den Teamspirit aufrecht? Wie werden individuelle Leistungen und Potenziale sichtbar? Wie erkenne und fördere ich Talente? Werden Unternehmen zu einem Sammelsurium von einsamen Einzelkämpfer:innen? Die Antwort lautet Nein. Die Zugehörigkeit zu einem Team ist gerade für junge Mitarbeiter:innen eine wichtige Komponente. Unternehmen müssen auf dieses Bedürfnis reagieren und die Antwort kann dabei nicht nur in der Digitalisierung und der Möglichkeit von Videokonferenzen liegen. Der Schlüssel liegt im Ausgleich zwischen Homeoffice und Office, zwischen online und offline und zwischen freier Handhabe und vorgegebenen Rahmenbedingungen. Es wird also die Mischung aus Freiheit, Verantwortung aber gleichzeitig auch Halt im Unternehmen brauchen.

Das verlangt nach neuen Strukturen, weg von einfachen Top-down Modellen. Es verlangt nach Strukturen, die mehr Freiheit und Verantwortung für einzelne Mitarbeiter/innen und Teams zulassen. Verantwortung darf dabei jedoch nicht zu einem trivialen Wort verkommen, das nur mehr Freiheit rechtfertigt. Es bedeutet selbstverantwortlich zu sein. Es bedeutet, dass man sie nicht mehr auf eine Ebene darüber abwälzen kann. Das muss den Mitarbeiter/innen und den Unternehmen klar sein.

Für die Future Workforce ist daher eine Transformation von Unternehmensstrukturen und der Ausbildung nötig. Trotz individueller Freiheit muss es dabei weiterhin ein starkes "Wir" und mit der größeren Selbstverantwortung auch klare Rahmenbedingungen geben. Karriereperspektiven müssen aufgezeigt und die Identifikation der Arbeitenden mit dem Unternehmen noch mehr gefördert werden als bisher. Sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter/innen leben diese Transformation bereits tagtäglich. Es ist also nicht mehr die Frage, ob wir diesen Weg bestreiten, sondern wie.

Wenn man beim "Talk auf der Alm" in die Runde der Gäste schaute, dann sah man Unternehmer:innen, Führungskräfte, Mitarbeiter:innen und Studierende, die sich über diesen laufenden Transformationsprozess Gedanken machen. Und genau das ist das Fundament für eine erfolgreiche Arbeitswelt der Zukunft: Gedankenaustausch, neue Ideen und der Mut, um selbstbewusst in diese Zukunft zu gehen.

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