Sie nennen ihn "Schutzpatron des Internets" und "Influencer Gottes": Spricht der Papst bald einen Millenial heilig?

15-jähriges italienisches Computergenie Carlo Acutis wurde von der Katholischen Kirche selig gesprochen und löst einen Internethype aus.

Am 11. Oktober hat Papst Franziskus einen Millenial selig gesprochen und das Internet ist in Aufruhr: Denn der 2006 mit 15 Jahren verstorbene Carlo Acutis hat einen katholischen Internet-Hype ausgelöst, den die Welt so noch nicht gesehen hat. Der als "Influencer Gottes" gehandelte Teenager war ein Computergenie und soll nun af dem besten Weg sein, zum "Schutzpatron des Internets" zu werden. Eine Heiligsprechung erscheint vielen Katholiken als sicher.

Carlo Acutis war einerseits ein ganz normaler Teenager: Er mochte Fußball und interessierte sich sehr für Computer, war überdurchschnittlich IT-begabt – er war das, was viele als "Nerd" oder Computer-"Geek" bezeichnen würden. Acutis war aber auch sehr religiös und ungewöhnlich fromm, und leukämiekrank. Der 1991 geborene Millenial verstarb jedoch tragischerweise früh, und zwar im Jahr 2006 von 15 Jahren an Blutkrebs, also Leukämie. Am Sonntag wurde er von der Katholischen Kirche seliggesprochen und ist damit der jüngste Selige im jetzigen Zeitalter, berichtet die Catholic News Agency.

Unversehrter Leichnam und erstes "Wunder"

In den Monaten vor seinem Tod programmierte das fromme "Computergenie" eine Website, auf der er eucharistische Wunder dokumentierte. Nach seinem Tod sorgt der "Apostel Gottes", wie ihn manche nennen, nun selbst für "Wunder": Denn der Leichnam des jungen Italieners war schon vor einiger Zeit aus seinem Grab in Assisi geholt worden. Danach kursierten Gerüchte, dass der Körper völlig intakt gewesen sei – die Kirche widersprach, ließ ausrichten, dass bei der Exhumierung 2019 die sterblichen Überreste "normale" Zeichen von Verwesung gezeigt hätten. Der Körper wurde präpariert, nachmoduliert und vor kurzem in einem Glassarg öffentlich aufgebahrt, wie die katholische Medienplattform Vatican News berichtete.

Carlo Acutis © CC BY SA.4.0

Im Februar dieses Jahres berichtete Papst Franziskus dann von Acutis' erstem "richtigen" Wunder: Ein siebenjähriger Brasilianer, der von einer seltenen Erkrankung der Bauchspeicheldrüse betroffen war, wurde demnach geheilt, nachdem er zu Acutis gebetet hatte und eines seiner T-Shirts berührt hatte. Dies ist, der katholischen Kirche zufolge, der erste Schritt bzw. bereits der halbe Weg zur Heiligkeit.

Wird Acutis der erste heilige Millenial?

Den ersten Schritt hat Acutis nun durch die Seligsprechung hinter sich: Sobald eine Person seliggesprochen wird, kommt sie in den Himmel und kann die betenden Menschen einer bestimmten Region leiten. Bei Heiligen wird die Verehrung auf die gesamte katholische Weltkirche ausgedehnt.

Um heiliggesprochen zu werden, sind allerdings zwei bestätigte Wunder notwendig. Zufolge der Associated Press ist aber bekannt, dass gelegentlich die Forderung nach einem zweiten Wunder fallen gelassen wird. Carlo Acutis ist die jüngste seliggesprochene Person des jetzigen Zeitalters. Er wäre allerdings nicht der jüngste Heilige – falls er heilig gesprochen werden sollte – denn dieser Titel gehört Antonietta Meo, einem Mädchen, das im Jahr 1937 mit 6 Jahren an Krebs verstorben war. (red)

www.vaticannews.va

dagmar.milisits@vamed.com
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