Österreicher sehen Investitionspotenzial in Coronakrise

Erste Bank-Umfrage: Über ein Drittel betrachtet Börsentief als gute Anlagechance.

Die Coronakrise ist eine vielversprechende Gelegenheit, um an den den Aktienmärkten mitzumischen. Das sehen 34 Prozent der Österreicher so, geht aus einer aktuellen Integral-Studie im Auftrag der Erste Bank hervor. 44 Prozent der Männer sehen gute Chancen, mit Geldanlagen an den Aktienmärkten, Gewinne erzielen zu können. Im Gegensatz zu den Anlegerinnen, wo nur jede Vierte (24 Prozent) in der aktuellen Börsenlage Potenzial für gute Investments sehen würde.

Schrittweiser Einstieg

"Natürlich ergibt sich jetzt die eine oder andere Chance. Aber die Lage ist weiter unklar und man sollte jetzt erst mal schrittweise einsteigen, am besten mit Fondssparplänen", hält Erste Bank-CEO Peter Bosek fest. "Um den Betrag, der Monat für Monat investiert wird, erhält der Anleger oder die Anlegerin bei niedrigeren Kurse mehr Anteile am Fonds und profitiert umso mehr von einer Erholung, die von den Experten allgemein erwartet wird."

Kurzfristig werde die Realwirtschaft durch die Eindämmungsmaßnahmen aufgrund der Pandemie weiterhin leiden. Mittel- bis langfristig würden die Nachholeffekte die Volkswirtschaft und damit die Börsen positiv beeinflussen, teilt die Erste Bank in einer Aussendung mit. Der Weg zur Normalisierung wird zudem durch massive Fiskalpakete und geldpolitische Maßnahmen begleitet.

Sparklassiker verlieren an Attraktivität

Während Sparklassiker, wie das Sparbuch mit 58 Prozent (minus vier Prozent), der Bausparvertrag mit 41 Prozent (minus neun Prozent) oder die Pensionsvorsorge mit 27 Prozent (minus fünf Prozent) in der Attraktivität im Vergleich zum Vorjahr zurück fallen, legen Wertpapiere (Fonds, Aktien und Anleihen) um drei Prozentpunkte auf 30 Prozent zu.

Anlageformen wie Gold (14 Prozent/minus acht Prozent) und Immobilien (13 Prozent/minus drei Prozent) müssen aber ebenfalls einen Dämpfer erfahren. Mit 81 Prozent (minus zwei Prozent) wollen heuer nahezu gleich viele Befragte generell Geld in den nächsten zwölf Monaten veranlagen. Die durchschnittlich geplante Veranlagungssumme liegt dabei gleichermaßen im Trend des letzten Jahres und beläuft sich auf 4.400 Euro (plus 200 Euro).

Sichtbare Zunahme der Kredithöhe

Die Zahl derjenigen, welche eine größere Anschaffung planen, ist im Zwölf-Monats-Trend um zehn Prozentpunkte gesunken. Nur mehr 31 Prozent geben an, ein geldintensives Vorhaben zu planen. Über einen Bankkredit oder ein Bauspardarlehen wollen das Vorhaben aber 14 Prozent (plus drei Prozent) finanzieren und planen offensichtlich höhere Summe dafür aufzunehmen: Die geplante Kredithöhe steigt um 57 Prozent von im Schnitt 59.600 Euro vor einem Jahr, auf nun 93.800 Euro.

Aufgrund der aktuell zugespitzten Situation in der Coronakrise wird sich zeigen, inwieweit an diesen Plänen festgehalten werden kann. Bosek: "Wir sehen bei Wohnbaufinanzierungen aktuell zwar großes Interesse, aber dennoch Vorsicht, weil die wirtschaftliche Zukunft ungewiss ist. In dieser Situation sollte man jedenfalls einen Fixzins vereinbaren, damit zumindest die Rate unverändert und planbar bleibt." (red)

www.erstegroup.com

Über die Studie

Integral hat 1.000 Österreicherinnen und Österreich – repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren – mittels telefonischen und Online-Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen sowie ihrem Finanzierungsbedarf gefragt.

Die Befragung fand im 1. Quartal 2020 im Zeitraum von 11. März bis 7. April statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahrs.

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