Wiener Versicherungsmakler fordern eine "Renaissance der Werte"

Auma Obama, Moritz Freiherr Knigge und weitere Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik folgten der Einladung zum 18. Maklertag ins Palais Ferstel.

Rund 400 Gäste – darunter Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – folgten am Mittwoch der Einladung ins Palais Ferstel, um das Motto des 18. Informationstags der Wiener Versicherungsmakler – "Renaissance der Werte" – aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

"Werte werden in erster Linie kulturell geprägt und vom Elternhaus sowie der Gesellschaft, in der wir leben, vermittelt. Ob bewusst oder unbewusst, wir alle leben nach gewissen Wertvorstellungen und können uns diesen nicht entziehen. War jedoch die Wertebildung vor einigen Jahrzehnten noch starr und besonders gruppenorientiert, ist sie heute sehr individuell", betonte Helmut Mojescick, Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler in seiner Begrüßungsrede.

Obama-Schwester hält Vortrag

Während die "Alten" sich oft dem Wandel verweigern und an Traditionen unbedingt festhalten wollen, sieht die jüngere Generation in dem Bruch mit Traditionen eine Chance auf Weiterentwicklung und Selbstbestimmung. Mojescick: "Als Vermittler müssen wir deshalb ständig mit der Zeit gehen, die 'alten', uns wichtigen Werte in der neuen Welt leben und Bewusstsein dafür schaffen. Wir sind dann erfolgreich, wenn wir wissen, was unsere Kunden wertschätzen. Denn was man wertschätzt, schützt man auch."

Auma Obama – Soziologin, Autorin und ältere Schwester vom ehemaligen US-Präsidenten Obama – sprach in ihrem Vortrag über die Verantwortung in der globalen Gesellschaft. Als Initiatorin und Vorstandsvorsitzende der Auma Obama Foundation Sauti Kuu vermittelt sie Kindern in Afrika Werte um ihnen damit ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

"Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund können und sollen miteinander reden, sich gegenseitig bereichern und ergänzen. Im Moment kümmern sich die meisten in erster Linie um ihre eigenen Interessen, dadurch ist die Verteilung nicht fair. Das ist ein Teufelskreis, denn jeder muss ein wenig abgeben, damit sich nachhaltig etwas ändert. Der größte Wert des Menschseins bedeutet, die Freiheit zu haben, sich so zu verhalten, dass unser aller Wirken für eine bessere Welt nicht umsonst ist. Gemeinsam können wir es schaffen", appellierte Obama an das Publikum.

Unterhaltsame Anleitung zum Unhöflichsein

Eine unterhaltsame Anleitung zum Unhöflichsein gab der Autor und Unternehmer Moritz Freiherr Knigge. Wie schon sein berühmter Vorfahre Adolph Freiherr Knigge, setzt auch er sich für ein menschliches Miteinander in Wirtschaft und Gesellschaft ein.

"Man kommt ohne Handkuss gut durchs Leben – ohne offene Arme nicht. Für wertschätzende Menschen steht daher der Mensch im Mittelpunkt. Und zwar im Alltag und nicht auf dem Papier. Allerdings muss man die Menschen schon ein wenig mögen, wenn man mit ihnen umgehen will", schilderte Knigge dem aufmerksamen Publikum. "Wertschätzung ist Wertschöpfung und ein unterschätzter Erfolgsfaktor."

Wertschätzung bringe 25 Prozent mehr Umsatz. Denn wer sich gewertschätzt fühle, mache nicht krank und kündige nicht innerlich. Wer sich und andere wertschätzt, könne sich also glücklich schätzen. "Sie fragen sich, wie das geht? In dem wir Wertschätzung zum Leben erwecken, statt sie von anderen einzufordern. Wenn wir da anfangen, wo wir auch was ändern können – bei uns selbst", verdeutlichte Moritz Freiherr Knigge in seinem Vortrag.

Matthias Mayer gewinnt "Hamurabi" für "Die Zinsschranke"

Nach bewährter Tradition wurde an diesem Abend auch die begehrte Auszeichnung der Branche, der "Hammurabi", der seit 2002 in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien, jedes Jahr vergeben wird, verliehen. Über die Siegerstatue aus Bronze, die von Fachgruppenobmann-Stellverteter Wilhelm Hemerka übergeben wurde, freute sich heuer Matthias Mayer. Der Wiener erhält für seine Einreichung "Die Zinsschranke" zusätzlich 2.000 Euro Preisgeld. Zinsaufwendungen und -erträgen kommt in der Versicherungsbranche eine maßgebliche Bedeutung zu. Deshalb ist die sogenannte "Zinsschranke", deren Einführung in Österreich aufgrund unionsrechtlicher Verpflichtungen bevorsteht, insbesondere für den Versicherungssektor von großer Bedeutung.

Die Einreichungen von Florian Spitzer, ("Auswirkungen einer Krankenversicherung und freier Arztwahl auf Überbehandlung in einem Markt für medizinische Dienstleistungen") und Georg Jeremias ("Die Deckungsablehnung des Versicherers nach §12 VersVG") wurden mit je 1.000 Euro prämiert.

Erstmals wurden drei weitere Einreichungen von den Juroren mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Diese Arbeiten bieten nicht nur eine wissenschaftliche Analyse, sie sind auf Grund ihres innovativen Zugangs zum jeweiligen Thema auch besonders relevant für die Arbeitspraxis von Versicherungsvermittlern und Beratern in Versicherungsangelegenheiten. Ausgezeichnet wurden Sandra Annerer für "Die neue Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)", Hannah Mollemeier für "Auf dem Weg in eine digitale Zukunft?" sowie Lukas Rendl für "Die Auswirkungen von Automatisierung auf die Schadenerledigung eines Schaden Unfallversicherungsunternehmens".

Hochkarätige Gästeliste

Unter den Gästen waren unter anderem Bezirksvorsteher Stellvertreterin Innere Stadt Mireille Ngosso, Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck, Versicherungsmakler-Fachverbandsobmann Christoph Berghammer, Christoph Schuh, APG Kommunikationschef, Zürich-Vorstandsvorsitzende Andrea Stürmer, Donau-Vorstand Judith Havasi, Wiener Städtische-Vorstand Doris Wendler, Nürnberger-Vorstandsvorsitzender Kurt Molterer, Sabine Usaty (Vorstand Uniqa), Hubert Schultes von der NÖ Versicherung, Ergo-Vorstand Philipp Wassenberg,  Helvetia-Vorstand Thomas Neusiedler, NV-Generaldirektor Hubert Schultes, die "Hammurabi"-Juroren Michael Theil, Beate Blaschek und Hans Peer sowie viele namhafte Vertreterinnen und Vertreter der Versicherungsbranche und österreichischen Maklerschaft. (as)

Bilder vom 18. Maklertag finden Sie in unserer Galerie.

www.maklertag.at

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