Semperit trennt sich von seiner Medizinsparte

Das börsennotierte österreichische Unternehmen will sich zum Industriegummi-Spezialisten transformieren.

Im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung wird sich die Semperit-Gruppe von ihrer Medizinsparte trennen und die Transformation zum Industriegummi-Spezialisten vollziehen.

"Wir haben die größte strategische Grundsatzentscheidung der letzten Jahrzehnte sehr bewusst getroffen: Sie soll die Zukunftsfähigkeit und höhere Rentabilität der Semperit-Gruppe sicherstellen. Die Zukunft von Semperit liegt ganz klar im Sektor Industrie", sagt Martin Füllenbach, Vorsitzender des Vorstands der Semperit AG Holding.

Drastisch verschärfte Wettbewerbsdynamik

"Wenngleich wir die operativen Kennzahlen bei Sempermed ab dem zweiten Quartal 2019 klar verbessern konnten, sehen wir uns im Sektor Medizin einer drastisch verschärften Wettbewerbsdynamik gegenüber. Der kapazitätsseitige Abstand zu den Marktführern wird immer größer. Daher sind wir fest davon überzeugt, dass unser Medizingeschäft durch andere Eigentümer besser fortgeführt und entwickelt werden kann", so Füllenbach weiter.

Der Entscheidung sei die Prüfung verschiedener Alternativen vorausgegangen. Diese beinhaltete auch die nun beschlossene Trennung vom Medizingeschäft im Ganzen oder in Teilen. "Klare Priorität hat ein Gesamtverkauf der Medizinsparte, den wir eingehend und ausführlich evaluieren werden", so Füllenbach. Man wolle in diesem Zusammenhang rechtzeitig Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen. Ziel sei es, in den kommenden Monaten sein, bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Sempermed-Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu geben.

100 Mitarbeiter in Österreich betroffen

Die Trennung vom Medizingeschäft betrifft alle Sempermed-Standorte und damit auch die Produktion von Operationshandschuhen, die einen Teilbereich des niederösterreichischen Semperit-Stammwerks Wimpassing ausmacht.

Semperit beschäftigt weltweit 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Medizingeschäft. Die Sparte macht derzeit ein Drittel des gesamten Semperit-Umsatzes aus. In Wimpassing sind durch den Verkauf knapp 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen, die der Sempermed-Sparte zuzuordnen sind. Derzeit ändere sich für diese nichts, offen sei aber, was ein neuer Eigentümer plane, heißt es. (as)

www.semperitgroup.com

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