Beschwerden beim Presserat steigen kontinuierlich

| 07.03.2018

Fallstatistik 2017: "Krone" musste die meisten Rügen einstecken - "Österreich" knapp dahinter. 

 Die Senate des Presserats behandelten im Vorjahr insgesamt 320 Fälle, in 27 Fällen stellten sie Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse fest, zieht der Presserat Bilanz für das Jahr 2017. Zehn Ethikverstöße wurden als geringfügig eingestuft und daher wurden bloß Hinweise ausgesprochen. Zum Vergleich: 2016 gab es bei 307 Fällen 34 Ethikverstöße (davon zehn Hinweise).Nachfolgend die Fallzahlen 2017 für einzelne Medien und in Klammer dazu jeweils die medienethischen Verstöße: Kronen Zeitung 69 Fälle (10), Österreich 42 (6), Heute 22 (3), Kurier 25 (2), News 7 (2), Der Standard 28 (1), Wochenblick 15 (1), NÖN 6 (1), Die ganze Woche 2 (1).

Die meisten Ethikverstöße betrafen Persönlichkeitsverletzungen (Punkt 5 des Ehrenkodex für die österreichische Presse), einige auch Diskriminierungen von Personengruppen (Punkt 7 des Ehrenkodex).

Kern als "eitle Prinzessin"

Keinen Ethikverstoß stellte der Presserat bei der Veröffentlichung der Bilder von mutmaßlichen Sexualstraftätern fest, denen vorgeworfen wurde, eine Lehrerin nacheinander vergewaltigt zu haben (oe24.at). Nicht gerügt wurden auch satirische Darstellungen von SPÖ-Chef Kern als eitle Prinzessin bzw. neben dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un (ebenfalls oe24.at) sowie die Bezeichnung des ÖVP-Chefs Kurz als Neofeschist in der Wochenzeitung Falter.(red)

www.presserat.at

leadersnet.TV