„Hauseigene IT-Abteilungen großer Firmen werden betriebsblind"

Blaschka, Geschäftsführer LumasiIT Architekten, im Interview über die neue Berufsbezeichnung und was ein  „IT-Architekt" überhaupt macht.

leadersnet.at hat Elmar Blaschka, Geschäftsführer LumasiIT Architekten, zum Interview getroffen und mit ihm über seinen Werdegang, was IT-Architekten von "normalen" Architekten unterscheidet, Datenschutz, den Weg zum papierfreien Büro und warum der IT-Architekt der wirklich ehrlich unabhängige EDV-Berater ist, geplaudert.

leadersnet.at: Wie sind Sie zur EDV gekommen und welche Erfahrungen haben sie dort gemacht?

Blaschka: Ich bin durch meine Familie seit 1986 mit dem Thema EDV konfrontiert, seit 1998 war ich als selbständiger EDV-Berater oder –Betreuer in allen Bereichen wie Verkauf von Hardware,Installation und Einrichtung von Netzwerken tätig. In meinen Konzepten habe ich immer Komplettlösungen inklusive der Hardware angeboten. Durch die starke Konkurrenz von Billiganbietern sind die Margen bei der Hardware gegen Null gegangen, und die vom Auftraggeber vorgezogenen Produkte der Billiganbieter haben dann oft nicht in das Konzept gepasst.

leadersnet.at: Was haben Sie dann getan?
 
Blaschka: Ich habe beschlossen, den Entscheidungsträgern nur noch in beratender Funktion zur Verfügung zu stehen. Ich habe gesagt, ich verkaufe nichts mehr außer meiner Leistung, verdiene also keinerlei Verkaufsprovision und bin somit auch völlig Herstellerunabhängig. Das läuft jetzt seit August 2013 so, und das feedback der Auftraggeber ist sehr gut. Hauseigene IT-Abteilungen großer Firmen werden auch betriebsblind, und ein externer unabhängiger Berater am Puls der Zeit kann in die Projektanalyse die topaktuellen Bewegungen am IT-Markt einfließen lassen.

leadersnet.at: Und das nennt man „IT-Architekt“?

Blaschka: Diese Berufsbezeichnung ist nach langer Recherche entstanden. In Österreich gibt es das bislang gar nicht, in Deutschland und  der Schweiz existieren „IT-Architekten“. Man kann die Tätigkeit tatsächlich mit einem normalen Architekten vergleichen: der Plan  zur Neustrukturierung der IT ist da – nun kommt der IT-Architekt hinzu, erarbeitet ein Konzept anhand eines vorgegebenen Budgets, und anhand des festgelegten Zeitplanes wird die Umsetzungsphase betreut und überprüft. Der Architekt plant, baut aber nicht … der IT-Architekt plant die EDV-Lösung, kauft aber nicht die Komponenten dafür ein, macht auch nicht persönlich die Umsetzung sondern begleitet diese bestenfalls. Außerdem schließt er auch keinen Wartungsvertrag ab.

leadersnet.at: Welche Firmengrößen sprechen Sie an?

Blaschka: Von der Größe des Unternehmens gibt es keinerlei Einschränkungen. Das beginnt bei EPUs, die keinen eigenen Arbeitsplatz haben und von unterwegs arbeiten, hier sind die Themen Datenverfügbarkeit und Datensicherung am meisten gefragt. Größere Firmen sind ja normalerweise natürlich gewachsen, im Normalfall ist dort ja bereits eine Infrastruktur vorhanden. Hier geht es dann um Optimierungen.


leadersnet.at: Und welche Optimierungsmöglichkeiten sehen Sie zumeist bei den Auftraggebern?

Blaschka: Ich arbeite in einem Labor mit mehreren Servern, wo ich das Szenario simuliere und diverse Software-Themen durchspiele. So kann ich Schwachstellen klar definieren und Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Viele Firmen haben außerdem sogenannte „Insellösungen“. Das heißt, einzelne Bereiche des Unternehmens arbeiten mit abteilungsspezifischer Software, die zumeist nicht mit den anderen Abteilungen kompatibel ist. Das beginnt mit dem 5-fachen Anlegen von ein und demselben Kunden. Mit einem IT-Architekten lassen sich hier nicht nur die Datenmengen drastisch reduzieren, sondern außerdem sind die Daten auch abteilungsübergreifend sofort verfügbar – und zwar vollständig inklusive Korrespondenz. Das ist auch für Geschäftsführung und Controlling enorm wichtig. Das klingt nach einem wichtigen Schritt zum papierfreien Büro …Wenn alle notwendigen Schritte gesetzt sind, dann kann man tatsächlich in Zukunft papierfrei arbeiten. Die Eingangspost wird eingescannt, mittels Schlagworten den Abteilungen und Kunden zugeordnet und damit für alle zugänglich gemacht. Genauso verfährt man mit mails, Faxen und Ausgangsrechnungen.

leadersnet.at: Mit welchen Kosten muss ich rechnen, wenn ich einen ITArchitekten engagiere?


Blaschka: Im Regelfall lässt es sich mit 5-10 % des Einkaufswertes vom erarbeiteten Gesamtkonzept beziffern. Nach dem Erstgespräch mit dem Kunden und der gemeinsamen Definition der Rahmenbedingungen für das Konzept lassen sich die Kosten schon relativ genau abschätzen.


leadersnet.at: Eine grundlegende Überprüfung der IT-Struktur würde wahrscheinlich keinem Unternehmen schaden?

Blaschka: Es ist auf jeden Fall empfehlenswert. Der EDV-Fortschritt ist so rasant, dass es jeweils bereits wenige Monate nach der Fertigstellung eines Konzeptes neue oder verbesserte Komponenten auf dem Markt gibt. Daher versuche ich grundsätzlich vorausschauend zu planen, um mögliche Optimierungen mit Fortschreiten der Technik jederzeit ohne großen Aufwand durchführen lassen zu können.

leadersnet.at: Wie sieht der Arbeitsablauf für ein Konzept aus?

Blaschka: Nach Abklärung der Rahmenbedingungen mit dem Auftraggeber gibt es Workshops mit dem ganzen Team, um laufende Arbeitsprozesse aufzunehmen und zu hinterfragen. Dabei muss man sehr einfühlsam mit den Mitarbeitern umgehen, oft fühlen sie sich überwacht oder haben Angst, von der EDV ersetzt zu werden. Nach diesen Workshops lässt man dem Unternehmen eine kleine Nachdenkpause, in der sich alle Mitarbeiter erfahrungsgemäß tatsächlich Gedanken über ihre Arbeitsabläufe machen. In einem weiteren Workshop wird das Grundkonzept erarbeitet, weitere Ideen der Mitarbeiter fließen ein. Danach wird das Konzept verfeinert und die Ausschreibungsunterlagen erstellt. Nach der Bewertung der einzelnen Offerte durch mich startet die Umsetzungsphase. Es wird eingekauft, installiert, aufgesetzt und dann zügig neu gestartet. Nach einem begleiteten Testlauf werden schließlich die bestehenden Daten übernommen, für das papierfreie Büro werden bestehende Dokumente durch eine externe Firma eingescannt und archiviert.


leadersnet.at: Der „IT-Architekt“ - gibt es Bestrebungen, sich diesen Begriff schützen zu lassen?

Blaschka:  Auf jeden Fall haben wir alle verfügbaren möglichen und unmöglichen Internet-Domains aufgekauft. Der Kontakt mit der Wirtschaftskammer läuft, denn eigentlich existiert diese Branche nicht. Der EDV-Dienstleister ist es aus versicherungstechnischen Gründen nicht, denn eine Planungshaftung gibt es nicht. Außerdem führt der Dienstleister Tätigkeiten aus, die ich nicht tue. Eigentlich sollte der EDV-Berater meine Branche sein, in der Realität ist das aber leider der externe Verkäufer auf Provisionsbasis, und genau davon möchte ich mich entschieden distanzieren. Also eigentlich ist der IT-Architekt der wirklich ehrlich unabhängige EDV-Berater ohne Provision.

www.lumasi.at

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