Millionen-Investition
Voestalpine und Verbund zünden nächste Stufe bei grünem Wasserstoff

| Tobias Seifried 
| 05.10.2026

Die seit 2019 betriebene Wasserstoffpilotanlage "H2Future" wurde für 16,4 Millionen Euro um Speicherung, Reinigung und Verdichtung erweitert. Jetzt werden die nächsten Funktionen in Betrieb genommen.

Die Voestalpine und der Verbund starten die nächste Ausbaustufe ihrer Wasserstoffpilotanlage H2Future am Linzer Standort des Stahlkonzerns. Nach einer dreijährigen Erweiterungsphase kann dort grüner Wasserstoff künftig nicht nur erzeugt, sondern auch verdichtet, gereinigt, gespeichert und für weitere Anwendungen bereitgestellt werden.

In die Erweiterung flossen 16,4 Millionen Euro. Ergänzt wurde die 2019 in Betrieb genommene Anlage unter anderem um eine Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie fünf Wasserstofftanks.

Wasserstoff für weitere Forschungsprojekte

Vier der neuen Tanks sollen Schwankungen zwischen Wasserstoffproduktion und -verbrauch ausgleichen. Der fünfte dient der Versorgung weiterer Anwendungen: Ab Ende 2027 soll darüber die Demonstrationsanlage HY4SMELT am Standort Linz über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung direkt mit Wasserstoff versorgt werden.

Zusätzlich kann der produzierte Wasserstoff auf bis zu 500 bar verdichtet und in Trailern für den Straßentransport abgefüllt werden. Damit steht er auch externen Abnehmer:innen sowie anderen Forschungs- und Industrieprojekten zur Verfügung. Dazu zählt etwa das Forschungsprojekt SuSteel am Voestalpine-Standort Donawitz.

"Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen", sagt Herbert Eibensteiner, CEO der Voestalpine. Mit der erweiterten Forschungsinfrastruktur wolle man gemeinsam mit Verbund weitere Erkenntnisse für die Transformation der Stahlproduktion gewinnen.

Teil der Transformation der Stahlproduktion

Die Wasserstoffforschung ist in die "greentec steel"-Strategie des Stahlkonzerns eingebettet. Bereits im ersten Halbjahr 2027 sollen in Linz und Donawitz jeweils grünstrombetriebene Elektrolichtbogenöfen in Betrieb gehen. Damit will Voestalpine die CO₂-Emissionen in einem ersten Schritt bis 2029 um bis zu 30 Prozent reduzieren. Langfristiges Ziel ist eine Stahlproduktion mit Netto-Null-CO₂-Emissionen bis 2050.

Für Verbund-CEO Michael Strugl soll H2Future zugleich Erkenntnisse für eine breitere industrielle Nutzung liefern. Das Projekt zeige, "wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann".

Erste Ergebnisse noch 2026 erwartet

Die ersten Funktionstests der erweiterten Anlage laufen bereits. Erste Forschungsergebnisse werden für Ende 2026 erwartet, das Projekt soll bis Dezember 2030 laufen und wird aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus unterstützt.

H2Future ist bereits seit 2019 in Betrieb und zählt nach Angaben der Projektpartner zu den weltweit am längsten betriebenen PEM-Elektrolyseanlagen. Mit einer Anschlussleistung von sechs Megawatt kann sie stündlich bis zu 1.200 Kubikmeter grünen Wasserstoff erzeugen. Seit dem Start wurden laut Voestalpine und Verbund fast 2.000 Tonnen produziert.

www.h2future-project.eu

H2Future in Zahlen

  • Standort: Voestalpine, Linz
  • In Betrieb seit: 2019
  • Investition in die Erweiterung: 16,4 Millionen Euro
  • Elektrolyseleistung: sechs Megawatt
  • Produktionskapazität: bis zu 1.200 Kubikmeter grüner Wasserstoff pro Stunde
  • Bisherige Produktion: knapp 2.000 Tonnen
  • Neue Speicher: fünf Wasserstofftanks
  • Verdichtung: bis zu 500 bar
  • Projektlaufzeit: bis Dezember 2030
  • HY4SMELT-Versorgung: ab Ende 2027 geplant

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H2Future in Zahlen

  • Standort: Voestalpine, Linz
  • In Betrieb seit: 2019
  • Investition in die Erweiterung: 16,4 Millionen Euro
  • Elektrolyseleistung: sechs Megawatt
  • Produktionskapazität: bis zu 1.200 Kubikmeter grüner Wasserstoff pro Stunde
  • Bisherige Produktion: knapp 2.000 Tonnen
  • Neue Speicher: fünf Wasserstofftanks
  • Verdichtung: bis zu 500 bar
  • Projektlaufzeit: bis Dezember 2030
  • HY4SMELT-Versorgung: ab Ende 2027 geplant

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