Fotos vom Internet Summit Austria 2026
Digitalbranche fordert bessere Bedingungen für Innovation

| Tobias Seifried 
| 05.10.2026

Beim Internet Summit Austria diskutierten Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über die digitale Zukunft. Im Fokus standen Regulierung, Finanzierung, Cybersicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs.

Wie kann Österreich Innovation fördern, ohne dabei Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung aus den Augen zu verlieren? Diese Frage stand im Zentrum des Internet Summit Austria 2026, zu dem die Internet Service Providers Austria (ISPA) Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ins Tech Gate Vienna eingeladen hatte.

Unter dem Motto "Innovation Society – Wie unsere Gesellschaft Innovation fördern und mit ihr umgehen kann" wurde insbesondere darüber diskutiert, welche Rahmenbedingungen Österreich und Europa benötigen, um im internationalen Wettbewerb um digitale Technologien bestehen zu können.

Schnellere Verfahren und bessere Finanzierung gefordert

Für Stefan Ebenberger, Generalsekretär der ISPA, steht der Digitalstandort vor einer entscheidenden Weichenstellung. Innovation müsse nicht nur politisch gewünscht, sondern praktisch ermöglicht werden. Dafür brauche es schnellere und nachvollziehbare Verfahren, technologieoffene Lösungen, faire Wettbewerbsbedingungen, Zugang zu Finanzierung und einen verlässlichen Rechtsrahmen.

Auch digitale Souveränität spielte eine zentrale Rolle. Frank Karlitschek, Gründer und CEO von Nextcloud, thematisierte in seiner Keynote die Herausforderungen europäischer Technologieunternehmen im Wettbewerb mit etablierten internationalen Softwareanbietern. Besonderes Augenmerk legte er auf die Bedeutung von Daten und offener Infrastruktur für Europas digitale Unabhängigkeit.

Wie viel Regulierung verträgt Innovation?

Kontrovers diskutiert wurde das Verhältnis zwischen Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Erich Prem von eutema, Hanno Lorenz von Agenda Austria und Wolfgang Schwarzbauer von Eco Austria gingen der Frage nach, ob Europas umfangreiche Regulierung Innovation hemmt oder erst jene Rahmenbedingungen schafft, die nachhaltigen technologischen Fortschritt ermöglichen.

Trotz unterschiedlicher Positionen kristallisierte sich dabei ein gemeinsamer Punkt heraus: Entscheidend sei weniger die bloße Menge als vielmehr die Qualität der Regulierung.

Von Cybersicherheit bis künstlicher Intelligenz

In mehreren Arbeitsgruppen vertieften die Teilnehmer:innen Themen wie Digital Governance, Cybersicherheit, Unternehmensfinanzierung und den gesellschaftlichen Umgang mit KI und Bots. Als mögliche Innovationshemmnisse wurden unter anderem komplexe regulatorische Anforderungen, mangelnde Kapitalverfügbarkeit und fragmentierte nationale Märkte genannt.

Beim Thema Cybersicherheit ging es insbesondere darum, Sicherheit von Beginn an in digitale Produkte zu integrieren, ohne kleinere Unternehmen durch zusätzliche Anforderungen zu überfordern. Im Umgang mit künstlicher Intelligenz wurde wiederum die Bedeutung von Medienkompetenz und der kritischen Einordnung KI-generierter Inhalte hervorgehoben.

Auch die politische Dimension der technologischen Entwicklung wurde diskutiert. An der abschließenden Podiumsrunde beteiligten sich Elisabeth Götze von den Grünen, Jakob Grüner von der ÖVP, Philosophin Lisz Hirn, Ines Holzegger von den NEOS und Sabine Köszegi von der TU Wien.

"Keine Scheuklappen" bei Innovation

Zum Abschluss plädierte ISPA-Präsident Harald Kapper dafür, technologische und gesellschaftliche Veränderungen gemeinsam zu betrachten. Innovation entstehe häufig dort, wo bestehende Lösungen nicht mehr ausreichten und neue Ansätze notwendig würden.

Gleichzeitig seien europäische Standards wie Sicherheit, Datenschutz, digitale Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe nicht grundsätzlich als Innovationshemmnisse zu verstehen. Vielmehr könnten sie nach Einschätzung Kappers eine Grundlage dafür bilden, Vertrauen in neue Technologien zu schaffen.

Fotos vom Summit sehen Sie in der Galerie.

www.ispa.at

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