Fotos der Messe
Die 30. ARTfair Innsbruck stellte Kunst und ihre Gründerin ins Rampenlicht

Johanna Penz wurde vom Senat der Wirtschaft Österreich für ihr Lebenswerk geehrt. Die kunstvolle Jubiläumsausgabe zeigte dazu seltene Malereien, robotisch gefertigte Objekte sowie KI-generierte Porträts.

Malerei auf Papier, fantastische Bilder und Formen, die Schicht für Schicht aus einem Roboter entstehen – die 30. ARTfair Innsbruck brachte unterschiedliche Vorstellungen davon zusammen, was Kunst sein und wie sie entstehen kann. Von 23. bis 25. Oktober 2026 versammelte die Messe in der Olympiaworld Positionen aus mehr als 20 Nationen. Zwischen klassischer Moderne und digitalen Experimenten blieb dabei auch Raum für einen persönlichen Rückblick. Mit Johanna Penz wurde jene geehrt, die die Kunstmesse gegründet und über drei Jahrzehnte geprägt hat. 

Zwischen Pinselstrich und Algorithmus

Wie viel es auch abseits neuer Technologien zu entdecken gab, zeigte die Sonderschau der Bettina Heinen-Ayech Foundation, deren Werk insbesondere in Algerien Bekanntheit erlangte. Seltene nach Angaben der Foundation teilweise erstmals öffentlich präsentierte Arbeiten eröffneten Einblicke in ihr Schaffen (LEADERSNET berichtete). 

Der Blick auf die Malerei erhielt durch die technischen Ansätze im Messeprogramm eine weitere Perspektive. Beim REX|LAB der Universität Innsbruck unter der Leitung von Marjan Colletti ließ sich verfolgen, wie aus digitalen Entwürfen physische Objekte wurden. Ein Roboter trug Material Schicht für Schicht auf und übersetzte so berechnete Formen in räumliche Arbeiten. Das Kunstwerk war hier damit zugleich Ergebnis und sichtbarer Entstehungsprozess. 

Das Innsbrucker Medienkunstprojekt Atila-Atila hinterfragte wiederum mit der Arbeit "Mittelwert" das Verhältnis von Vorbild und Kunst. Die gezeigten KI-Porträts wirken vertraut, gehören aber keiner realen Person. Statt eines individuellen Malerblicks erzeugt die rein rechnerische Zusammenführung ein neues Gegenüber und hinterfragt unsere Identität.

Fantastische Welten und gedruckter Zeitgeist

Andere Spielarten zwischen Wirklichkeit und Vorstellung erschloss die Galerie Dikmayer Berlin Hauptstadt Galerie. Im Zeichen des Phantastischen Realismus brachte sie Arbeiten von Rudolf Hausner und Ernst Fuchs mit Positionen von Jens Fasel, Bernd Schiller und Torsten Gebhardt zusammen. Gegenständlichkeit und Abstraktion bildeten dabei Bezugspunkte für unterschiedliche künstlerische Handschriften. 

Einen Kontrast dazu boten die Vintage-Prints von Alois Gmeiner, die in die US-Populärkultur entführten. Seine Auswahl an Illustrationen, Cartoons und Werbegrafiken aus den Playboy-Heften der 1960er- und 1970er-Jahre machte gedruckte Alltagsästhetik zum Kunstobjekt. Einzeln gerahmt lösten sich die Motive aus ihrem ursprünglichen Magazinkontext und wurden zu Zeitzeugnissen.

Ein Jubiläum mit persönlicher Note

Diese Verbindung von Beständigkeit und Veränderung begleitete auch die Geschichte der ARTfair Innsbruck. Für Johanna Penz erhielt der Rückblick nun eine besondere Bedeutung, denn der Senat der Wirtschaft Österreich, dem sie selbst als Senatorin angehört, zeichnete sie für ihr Lebenswerk aus. "30 Jahre ARTfair Innsbruck stehen für einen Weg, der von Vision, Mut, persönlichem Einsatz und großer Leidenschaft für die Kunst geprägt ist. Dass mein Lebenswerk nun so gewürdigt wurde, bedeutet mir sehr viel", so Penz.

Auch die Messebilanz fiel nach Angaben der Veranstalterin positiv aus. Kunstwerke fanden demnach in allen Preisklassen Käufer:innen. Der Lions Club Innsbruck Goldenes Dachl begleitete zudem die Veranstaltung kulinarisch und sammelte Spenden für regionale Hilfsprojekte. 

Zum 30. Jubiläum vereinte die ARTfair den Blick auf das künstlerische Erbe mit zukunftsweisenden Ausdrucksmöglichkeiten. Die nächste Begegnung in der Olympiaworld ist bereits für Oktober 2027 geplant.

Einen Eindruck von der Kunstmesse können Sie mittels Galerie gewinnen.

www.artfair-innsbruck.com

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