Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren infolge geopolitischer Krisen, gestiegener Energie- und Rohstoffkosten sowie anhaltender Unsicherheiten auf den Weltmärkten deutlich gestiegen. Auch wenn sich einzelne Preisentwicklungen zuletzt unterschiedlich darstellten, blieb die Teuerung für viele Haushalte spürbar. Die Inflation ist zuletzt wieder auf 3,7 Prozent gestiegen und belastet die Kaufkraft der Verbraucher:innen (LEADERSNET berichtete). Die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel sollte in dieser Situation eine finanzielle Entlastung schaffen. Aktuelle Untersuchungen der Arbeiterkammer Wien und der Arbeiterkammer Steiermark zeigen nun, dass diese Entlastung bei den Konsument:innen angekommen ist.
Preismonitore der Arbeiterkammer liefern Ergebnis
Sowohl die Arbeiterkammer Wien als auch die Arbeiterkammer Steiermark haben die Preisentwicklung nach Inkrafttreten der Steuersenkung geprüft. Die AK Steiermark analysierte laut eigenen Angaben 343 Produkte in fünf Supermärkten und Diskontern, die AK Wien untersuchte wiederum 576 Produkte bei sieben Handelsketten.
Das Ergebnis zeigte, dass alle geprüften Lebensmittelhändler die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel vollständig an die Kund:innen weitergegeben haben. Zahlreiche Unternehmen hätten ihre Preise sogar stärker reduziert, als es die reine steuerliche Entlastung erforderlich gemacht hätte.
Handelsverband sieht Vorwürfe widerlegt
Der Geschäftsführer des Handelsverbands, Rainer Will, sieht sich durch die Untersuchungen bestätigt. "Jetzt ist es amtlich, der heimische Lebensmittelhandel hat Wort gehalten und die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel vollständig an die Konsument:innen weitergegeben. Das bestätigt nicht nur die Österreichische Nationalbank, sondern auch die Arbeiterkammer auf Basis einer breiten Preiserhebung", so Will.
Zugleich betonte er, dass viele Händler ihre Preise über das gesetzlich erforderliche Maß hinaus gesenkt hätten. Wer dem Handel im Vorfeld pauschal unterstellt habe, die Entlastung werde nicht an die Bevölkerung weitergegeben, sei durch die aktuellen Ergebnisse widerlegt.
Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse laut Einschätzung des Handelsverbands die Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs im österreichischen Lebensmittelhandel. Wie Will weiter ausführte, zeigten die Preiserhebungen, dass die Händler "verlässlich an der Seite der Kund:innen stehen und ihren Beitrag zur Entlastung der Haushalte leisten".
Millioneninvestition für die Umsetzung
Die Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung erforderte nach Angaben des Handelsverbands umfangreiche Vorbereitungen (LEADERSNET berichtete). Demnach investierte der Lebensmittelhandel rund sechs Millionen Euro in die Anpassung von Warenwirtschafts- und Kassensystemen.
Welche Produktgruppen dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent unterliegen, wurde durch eine Novelle des Umsatzsteuergesetzes festgelegt (LEADERSNET berichtete). Der Handel habe dabei die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt, während die Definition der begünstigten Warengruppen in der Verantwortung des Gesetzgebers gelegen sei.
Lebensmittelpreise entwickeln sich unter der allgemeinen Inflation
Die aktuellen Daten der Statistik Austria sprechen für eine vergleichsweise moderate Preisentwicklung bei Lebensmitteln. Demnach lag die Inflation für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke im Juni 2026 bei durchschnittlich 1,3 Prozent. Die allgemeine Inflationsrate belief sich im selben Zeitraum hingegen auf 3,2 Prozent. Damit verteuerten sich Lebensmittel deutlich schwächer als das allgemeine Preisniveau. Nach Ansicht des Handelsverbands unterstreicht dies die inflationsdämpfende Wirkung des österreichischen Lebensmittelhandels sowie den intensiven Wettbewerb innerhalb der Branche.
www.handelsverband.at
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