Fotos vom FFG Forum 2026
Wie Österreich aus Forschung mehr wirtschaftliche Stärke machen will

Mehr als 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung diskutierten in Wien über KI, Quanten- sowie Weltraumtechnologien – und darüber, wie daraus marktfähige Lösungen, Unternehmen und Wertschöpfung entstehen können.

Wie wird aus Forschung wirtschaftliche Stärke? Diese Frage stand im Zentrum des diesjährigen FFG Forums im Wiener MuseumsQuartier. Mehr als 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung diskutierten darüber, welche Schlüsseltechnologien für Österreich und Europa entscheidend sind und wie sich technologische Durchbrüche schneller in konkrete Anwendungen und Wertschöpfung übersetzen lassen.

Zu den hochrangigen Gästen zählten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, Innovationsminister Peter Hanke, Forschungsministerin Eva-Maria Holzleitner, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und FFG-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Pseiner.

Forschung soll stärker in Wertschöpfung übersetzt werden

Hattmannsdorfer machte deutlich, dass Österreich seinen Wettbewerbsvorteil nicht über möglichst niedrige Produktionskosten definieren könne. "Unser Standort punktet nicht durch billigste Produktion, das wollen wir auch nicht. Wir punkten durch Know-how und Innovation."

Entscheidend sei deshalb, Forschung und Wirtschaft im Rahmen der Industriestrategie enger miteinander zu verbinden und Innovationen schneller in die Anwendung sowie auf internationale Märkte zu bringen.

Auch Hanke plädierte für eine klare Schwerpunktsetzung. Ressourcen müssten dort eingesetzt werden, "wo sie den größten Hebel haben". Mit der Schlüsseltechnologieoffensive solle Österreich gezielt jene Bereiche stärken, in denen bereits Kompetenzen vorhanden seien oder internationales Spitzenpotenzial bestehe.

KI, Quanten und Weltraum im Fokus

Inhaltlich standen beim Forum unter anderem Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie und Weltraumtechnologien im Mittelpunkt. Diskutiert wurde dabei nicht nur über die Forschung selbst, sondern vor allem über deren wirtschaftliche Umsetzung.

Eine zentrale Rolle spielten deshalb auch Gründungen und Spin-offs, der Zugang zu Kapital sowie die Erschließung internationaler Märkte. Gerade an diesen Schnittstellen entscheidet sich, ob aus wissenschaftlichen Entwicklungen tatsächlich skalierbare Geschäftsmodelle entstehen.

Junge Innovator:innen präsentierten zudem bei der Falling Walls Lab Vienna Pitch Session ihre Projekte. Per Live-Voting wurde entschieden, wer Österreich beim globalen Finale in Berlin vertreten wird.

FFG will Projekte bis zur Marktreife begleiten

Die beiden FFG-Geschäftsführerinnen Henrietta Egerth und Karin Tausz verwiesen bei der Abendgala auf den langfristigen Auftrag der Förderagentur. "Entscheidend ist, dass wir Innovationen nicht nur ermöglichen, sondern Projekte von der Forschung über die Entwicklung bis zur Marktreife und darüber hinaus begleiten."

Gerade angesichts des internationalen Wettbewerbs um Schlüsseltechnologien gehe es aus Sicht der FFG zunehmend auch um technologische Handlungsfähigkeit und Souveränität.

Wenn Mode auf Neurowissenschaft trifft

Einen ungewöhnlichen Akzent setzte die Abendgala mit dem Talk "The Beauty of Technology: Fashion as an Interface Between Human and Machine". FashionTech-Designerin Anouk Wipprecht und Neurowissenschaftler Christoph Guger diskutierten über Wearable Technologies und neue Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine.

Damit spannte das Forum einen weiten Bogen – von wirtschaftspolitischen Standortfragen über Schlüsseltechnologien bis zu konkreten Anwendungen an der Grenze zwischen Technologie und Alltag.

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