Zweifel an Entlastung
Mehrwertsteuersenkung stößt laut Studie auf Skepsis

| Redaktion 
| 20.05.2026

Die geplante Senkung der Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel wird von vielen Konsument:innen zwar grundsätzlich positiv bewertet, die tatsächliche Wirkung wird jedoch stark bezweifelt.

Rund die Hälfte der Österreicher:innen hält eine Senkung der Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel grundsätzlich für sinnvoll. Gleichzeitig dominiert Skepsis gegenüber der tatsächlichen Wirkung der Maßnahme. Laut einer aktuellen Analyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der JKU Linz glauben 75 Prozent der Befragten nicht daran, dass mögliche Preisvorteile vollständig an Konsument:innen weitergegeben werden. 74 Prozent erwarten insgesamt nur geringe Auswirkungen, während 73 Prozent die Maßnahme eher als symbolischen Schritt betrachten.

Jüngere sehen mehr Nutzen

Jüngere und einkommensschwächere Haushalte sehen mehr Nutzen
Besonders positiv bewerten junge Menschen, größere Haushalte sowie Konsument:innen mit niedrigerem Einkommen die geplante Entlastung. Insgesamt halten 51 Prozent die Maßnahme für sinnvoll, 46 Prozent empfinden sie als sozial gerecht. Für 45 Prozent besitzt sie persönliche Relevanz. Trotzdem erwarten viele nur begrenzte Auswirkungen auf das eigene Einkaufsverhalten. Lediglich 24 Prozent gehen davon aus, dass die Maßnahme ihren Lebensmitteleinkauf tatsächlich verändern würde. "Preispolitische Maßnahmen wirken nicht allein über niedrigere Preise, sondern auch über wahrgenommene Preisfairness und Vertrauen", erklärt IHaM-Handelsforscher Ernst Gittenberger. Entscheidend seien sichtbare Preissignale und glaubwürdige Kommunikation.

Wahrnehmung wichtiger als Rechenbeispiel

Auch IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller sieht die psychologische Wirkung als entscheidenden Faktor. Kleine finanzielle Entlastungen würden im Alltag oft deutlich schwächer wahrgenommen als frühere Preissteigerungen. "Bleibt die Ersparnis kaum spürbar, entstehen auch nur begrenzte Effekte auf Konsumklima, wirtschaftliche Zuversicht und Kaufverhalten", so Teller.

www.jku.at

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