Flugtaxis, Rettungsdrohnen & Raketen
Hightech-Pioniere zeigten, wie die Mobilität von morgen entsteht

Bei der Science Lounge am Wolfgangsee diskutierten führende Expert:innen, was Europa braucht, um aus vielversprechenden Innovationen wie Flugtaxis, Rettungsdrohnen oder Raketen marktfähige Lösungen zu machen.

Wie wird aus einer technologischen Vision ein Produkt, das sich sicher betreiben, zertifizieren und wirtschaftlich produzieren lässt? Diese Frage zog sich vor wenigen Tagen durch die Science Lounge im Rahmen der scalaria Living Legends of Aviation Europe Awards 2026 am Wolfgangsee. Im Mittelpunkt standen Entwicklungen aus Luftfahrt, Raumfahrt und neuer Mobilität.

Unter der Moderation von Annabelle Mandeng diskutierten Robert Machtlinger, CEO der FACC AG, Johann Bordais, CEO von Eve Air Mobility, Daniel Dollinger, Chief Development Officer von Avilus, Johannes Plaum, Head of Research & Technology bei Airbus Helicopters, Stefan Brieschenk, Chief Development Officer von Rocket Factory Augsburg (RFA), sowie Stefan Klein, CEO von Klein Vision.

Innovation muss sich auch rechnen

Für Robert Machtlinger ist Leichtbau ein Schlüssel für die nächste Generation der Luftfahrt. Weniger Gewicht erhöhe die Effizienz – vom Verkehrsflugzeug bis zur Urban Air Mobility. Die Herausforderung bestehe aber ebenso darin, neue Technologien industriell skalierbar zu machen. Innovation müsse letztlich nicht nur technisch funktionieren, sondern auch sicher, zertifizierbar und wirtschaftlich sein.

Auch Johann Bordais sieht die Branche an einem entscheidenden Punkt. Urban Air Mobility müsse nun den Schritt von der Vision zur praktischen Umsetzung schaffen. Für elektrische Flugtaxis brauche es neben geeigneten Fluggeräten ein komplettes Ökosystem aus Vertiports, Energieversorgung, Regulierung und Betreiber:innen. Entscheidend sei ein wirtschaftlich skalierbarer Betrieb.

Von der Rettungsdrohne zum Hochgeschwindigkeitshelikopter

Einen konkreten Anwendungsfall präsentierte Avilus mit der vollelektrischen Rettungsdrohne "Grille". Sie soll Patient:innen auch dort transportieren können, wo klassische Rettungsmittel an Grenzen stoßen. Daniel Dollinger sieht insbesondere in automatisierten Systemen Potenzial, betonte aber, dass sicherheitskritische Funktionen kontrollierbar bleiben müssten.

Johannes Plaum wiederum präsentierte mit dem Airbus Racer eine Kombination aus Hubschrauber und Flugzeug. Der Demonstrator soll rund 50 Prozent schneller sein als klassische Helikopter, dabei etwa 25 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und die Schallemissionen um rund 20 Prozent reduzieren. Mehr als 90 Patente stecken laut Plaum in dem Projekt.

Raketen nach Vorbild der Autoindustrie

Noch weiter nach oben reicht der Ansatz von Rocket Factory Augsburg. Stefan Brieschenk will die Herstellung von Raketen stärker industrialisieren und unter anderem mithilfe von 3D-Druck vereinfachen. Langfristig sollen Raketen ähnlich standardisiert und effizient produziert werden können wie Autos. Europa müsse dafür aus seiner Sicht mehr investieren, größere Risiken eingehen und bei der Raumfahrtinfrastruktur unabhängiger werden.

Wie Straße und Luftfahrt zusammenwachsen können, zeigte schließlich Stefan Klein mit dem AirCar. Das Fahrzeug verwandelt sich innerhalb weniger Minuten vom Auto zum Flugzeug und verfügt nach mehr als 200 Starts und Landungen bereits über eine Lufttüchtigkeitszulassung in der Slowakei. Als Verkehrsmittel für die breite Masse sieht Klein seine Entwicklung allerdings nicht.

Begleitend zum Panel waren einige der Technologien vor Ort zu sehen – darunter ein Eve-eVTOL-Simulator, die Avilus-Rettungsdrohne, ein RFA-Raketentriebwerk-Mock-up und ein AirCar-Modell.

www.scalaria.com

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