Emma Delaney ist neue OMV-Chefin
Nach 13 Monaten hat der ATX wieder eine weibliche CEO

Mit Emma Delaney steht erstmals eine Frau an der Spitze der OMV. Zugleich ist die Irin derzeit die einzige weibliche Vorstandsvorsitzende unter den 20 Unternehmen des heimischen Leitindex.

Bei der OMV ist der seit Monaten vorbereitete Führungswechsel vollzogen: Emma Delaney hat mit 1. September den Vorstandsvorsitz und die Funktion als CEO übernommen. Sie folgt auf Alfred Stern, dessen Mandat am 31. August planmäßig endete. Emma Delaney ist die erste Frau in der Geschichte des Energie- und Chemiekonzerns auf diesem Posten.

Lücke seit dem Sommer 2025

Zugleich beendet ihr Amtsantritt eine 13-monatige Phase, in der sämtliche Unternehmen des ATX von Männern geführt wurden. Begonnen hatte diese nach dem Ausscheiden von Radka Doehring aus dem Vorstand der damals im Leitindex vertretenen CPI Europe AG. Sie legte ihre Funktion als Vorstandsvorsitzende mit Ende Juli 2025 zurück. Ab 1. August gab es damit keine Frau mehr an der Spitze eines der 20 ATX-Unternehmen (LEADERSNET berichtete).

Rekordwert ohne weibliche CEO

Die rein männliche Besetzung der Vorstandsvorsitze stand im Kontrast zur Entwicklung in den Führungsgremien insgesamt. Eine Analyse von EY hatte zum Stichtag 1. August 2025 einen Rekordwert von 13,8 Prozent Frauenanteil in den Vorständen der im Wiener Börse Index gelisteten Unternehmen ergeben. 26 der insgesamt 189 Vorstandsmitglieder waren demnach weiblich. Dennoch bestanden 57 Prozent der untersuchten Vorstandsteams weiterhin ausschließlich aus Männern. Zudem wurde kein einziges der 54 analysierten Unternehmen von einer Frau geführt (LEADERSNET berichtete).

Mit dem Amtsantritt von Emma Delaney ist diese vollständige Leerstelle auf CEO-Ebene nun beendet – eine breitere Trendwende lässt sich aus einer einzelnen Personalie allerdings (noch) nicht ableiten.

Personalentscheidung seit April bekannt

Dass Emma Delaney auf Alfred Stern folgen soll, war bereits seit April dieses Jahres bekannt. Zunächst hatte der Präsidial- und Nominierungsausschuss der OMV empfohlen, die langjährige BP-Managerin zur Vorstandsvorsitzenden und CEO zu bestellen (LEADERSNET berichtete). Wenige Tage später machte der Aufsichtsrat die Personalentscheidung offiziell. Ihr Mandat läuft zunächst drei Jahre und kann im beidseitigen Einvernehmen um weitere zwei Jahre verlängert werden.

Delaney verfügt laut dem Konzern über mehr als drei Jahrzehnte internationale Erfahrung in der Energiebranche. In ihren bisherigen Führungsfunktionen beschäftigte sie sich unter anderem mit Transformation, Portfolioentwicklung und nachhaltiger Wertschöpfung. Laut Aufsichtsratsvorsitzendem Lutz Feldmann sei sie aufgrund ihrer fachlichen Expertise und ihrer internationalen Erfahrung als klare Favoritin aus dem Auswahlprozess hervorgegangen.

Bei ihrer Bestellung erklärte Delaney: "Es ist ein Privileg, als nächste CEO von OMV bestellt zu werden."

Reinhard Florey bleibt bis 2029

Im Zuge der damaligen Aufsichtsratssitzung wurde auch das Mandat von Finanzvorstand Reinhard Florey um zwei Jahre verlängert. Seine Funktionsperiode läuft damit zunächst bis 30. Juni 2029, wobei eine weitere Verlängerung um ein Jahr möglich ist. Zudem wurde Florey zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Er gehört dem Vorstand seit 2016 als Finanzchef an.

www.omv.com

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