Fotos & Video der "Bergsport"-Österreich-Premiere
Dieser exklusive Porsche GT3 ist eine Hommage an die Alpen

Nur 100 Exemplare, davon zehn für Österreich: Der neue 911 GT3 Bergsport wurde standesgemäß am Großglockner präsentiert. LEADERSNET.tv war bei der Österreich-Premiere dabei und fragte nach, wie bei dem Sondermodell klassische GT3-Tugenden mit Reminiszenzen an die Alpen verbunden werden.

Für die Österreich-Premiere seines jüngsten Liebhaberstücks hätte sich Porsche wohl kaum eine passendere Kulisse aussuchen können: Im Restaurant FAT Mankei an der Großglockner Hochalpenstraße wurde der neue 911 GT3 Bergsport erstmals hierzulande präsentiert. Auf 2.262 Metern Höhe traf das auf lediglich 100 Fahrzeuge limitierte Sondermodell damit auf jene alpine Landschaft, die maßgeblich für seine Entstehung und Gestaltung verantwortlich war.

Entwickelt wurde die Markt-Edition von der Porsche Exclusive Manufaktur für Österreich, Frankreich, Italien und die Schweiz. Die Verbindung zu den vier Ländern findet sich selbst im Design wieder: Vier Berggipfel im eigens entworfenen Bergsport-Emblem symbolisieren die vier Märkte. Gleichzeitig erinnert das Sondermodell an historische Porsche-Erfolge bei europäischen Bergrennen – darunter am Gaisberg in Österreich, am Mont Ventoux in Frankreich, beim Trento Bondone in Italien und in Ollon-Villars in der Schweiz.

Vier Länder, eine gemeinsame Idee

Wie es zu dem ungewöhnlichen Gemeinschaftsprojekt kam, erklärte Helmut Eggert, Geschäftsführer Porsche Österreich, gegenüber LEADERSNET.tv: "Die Idee war, die Alpenländer zu verbinden." Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen aus Frankreich, Italien und der Schweiz habe man eine eigene Edition ausschließlich für diese vier Märkte entwickeln wollen. "Das verbindende Element waren natürlich die Alpen. Und so ist der Bergsport als alpine Edition entstanden", so Eggert.

Österreich ist innerhalb des Quartetts mit lediglich zehn vorgesehenen Fahrzeugen zwar der kleinste Markt. Bei der Präsentation am Großglockner verriet Eggert jedoch mit einem Schmunzeln, dass Porsche Österreich bei der gemeinsamen Entwicklung trotzdem einige seiner Vorstellungen durchsetzen konnte. Schließlich habe man ein gewichtiges Argument "in die Waagschale geworfen": Porsche hat seine Wurzeln in Österreich.

Tatsächlich entstanden im ehemaligen Sägewerk in Gmünd in Kärnten die ersten Porsche-Sportwagen. Auch die Großglockner Hochalpenstraße diente bereits dem Porsche 356 als Testterrain.

Enthüllt wurde der GT3 Bergsport von Helmut Eggert und Timo Bernhard, Rennfahrerlegende und Porsche-Markenbotschafter:

 

Ein GT3 in den Farben der Alpen

Technische Basis ist der aktuelle 911 GT3 mit Touring-Paket. Optisch geht der Bergsport allerdings eigene Wege. Besonders auffällig ist die eigens für das Modell entwickelte Lackierung "Valleygreenmetallic". Goldene Metallic-Partikel sollen je nach Lichteinfall an frisch gefallenen Schnee in der alpinen Sonne erinnern. Dazu kommen geschmiedete Aluminiumfelgen in "White Gold" und "Ceramica" sowie orangefarbene Bremssättel als Reminiszenz an das Alpenglühen.

Wie viel Aufwand hinter solchen Details steckt, zeigt laut Eggert gerade die Farb- und Materialauswahl. So sollen etwa die orangefarbenen Bremssättel Sonnenauf- und -untergänge beziehungsweise das Alpenglühen repräsentieren. Abwechselnd schwarze und weiße Nähte wiederum interpretieren schneebedeckte Bergspitzen. Solche Elemente entstünden erst durch "sehr lange Detailarbeit" sowie viel Handarbeit.

Auf der Fronthaube findet sich zudem eine vom 908 Bergspyder inspirierte Zielflaggen-Designlackierung. Das Bergsport-Signet auf der Motorraumabdeckung kombiniert die Farbpalette des Sondermodells mit einer Serpentinenstraße vor einer Bergkulisse.

Auch im Innenraum setzt sich das Thema fort. "Valleygreen" findet sich als eigens abgestimmte Lederfarbe auf den Carbon-Schalensitzen, orangefarbene Nähte und Akzente ziehen sich unter anderem über Kopfstützen, Gaspedal, Lenkrad, Schalthebel und GT Sport Chrono Uhr. Selbst Fahrzeugschlüssel, Schlüsseletui und Dokumentenmappe wurden auf die Bergsport-Farbwelt abgestimmt.

"Dinge, die man so eigentlich nicht kaufen kann"

Für Jürgen Lenzeder, Leiter Vertrieb & Marketing Porsche Österreich, liegt genau in dieser Individualisierung der besondere Reiz der Markt-Edition. Viele Kund:innen würden sich für das Außergewöhnliche interessieren. Beim GT3 Bergsport habe man gemeinsam mit der Porsche Exclusive Manufaktur Dinge realisieren können, "die man so eigentlich nicht kaufen kann, also nicht in der Serie kaufen kann". Das beginne bei der exklusiven Außenfarbe und ziehe sich über zahlreiche Details im Innen- und Außenbereich, so Lenzeder zu LEADERSNET.tv.

Ob der Bergsport zum Startschuss für weitere regionale Sondermodelle werden könnte, ließ Lenzeder offen. Die Entwicklung der ersten Markt-Edition sei sehr aufwendig gewesen und habe eine lange Vorlaufzeit benötigt. Hinzu kämen die begrenzten Kapazitäten der Exclusive Manufaktur, da ein Großteil der Arbeiten von Hand erfolge. Man sei zunächst froh, das gemeinsame Projekt nun "im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße gebracht" zu haben.

510 PS treffen auf Handschaltung

Unter der alpinen Inszenierung steckt unverfälschte GT3-Technik. Der frei saugende 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor leistet 510 PS (375 kW). Serienmäßig überträgt ein Sechsgang-GT-Sportschaltgetriebe die Leistung. Damit beschleunigt der GT3 Bergsport in 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 313 km/h. Alternativ ist ein Siebengang-PDK erhältlich.

Warum gerade diese Basis gut zur alpinen Ausrichtung passt, ist für Eggert schnell beantwortet: Der GT3 sei "ein sehr fahrdynamisches Modell" und mit seinem frei saugenden Sechszylinder für alpine Bergstrecken geradezu prädestiniert.

Markenbotschafter Timo Bernhard hob gegenüber LEADERSNET.tv vor allem die Rückmeldung an den Fahrer hervor. Präzise Lenkung, leistungsfähige Bremsen und der hinter der Hinterachse positionierte Vierliter-Sechszylinder-Boxer würden jene Kombination ergeben, die für ihn den GT3 ausmache. Gleichzeitig beherrsche das Auto beide Welten: Es lasse sich sportlich bewegen, könne aber ebenso entspannt mit niedriger Drehzahl durch einen Ort gefahren werden.

Bei der Getriebewahl würde Bernhard beim Bergsport persönlich zur Handschaltung greifen. Vor 15 Jahren hätte er generell noch "niemals PDK" gesagt, mittlerweile sei das Doppelkupplungsgetriebe jedoch das schnellere und auf der Rennstrecke performantere System. Weil der Bergsport stärker als Reminiszenz an das alpine und sportliche Fahren auf der Straße gedacht sei, passe für ihn das manuelle Schalten besonders gut. Letztlich könne aber jede:r Kund:in selbst wählen.

Leichtbau trifft Alltagstauglichkeit

Zum Serienumfang gehört außerdem das Leichtbau-Paket. Dach, Stabilisator, Koppelstangen und das Schubfeld an der Hinterachse bestehen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Hinzu kommen Leichtbau-Türverkleidungen und Sportschalensitze aus Sichtcarbon. Anders als beim regulären Leichtbau-Paket kommen beim Bergsport geschmiedete Aluminium- statt Magnesiumräder zum Einsatz. Damit soll die Widerstandsfähigkeit auf anspruchsvollen Alpenpässen erhöht werden.

Trotz des sportlichen Anspruchs verzichtet das Sondermodell nicht auf Alltagstauglichkeit. Unter anderem sind ein Vorderachs-Liftsystem, ParkAssistent hinten, HD-Matrix-LED-Hauptscheinwerfer, ein 90-Liter-Tank, Bose Surround Sound-System und das Chrono Paket serienmäßig. Selbst eine Hintersitzanlage ist an Bord.

Exklusivität hat ihren Preis

In Österreich ist der 911 GT3 Bergsport ab 462.537 Euro bestellbar. Damit ist er teils deutlich teurer als in den anderen drei Ländern – der heimischen NoVA "sei Dank". Angesichts von lediglich zehn für den heimischen Markt vorgesehenen Fahrzeugen dürfte allerdings nicht allein der Preis darüber entscheiden, wer eines der Sondermodelle bekommt. Denn limitierte Porsche sind äußerst begehrte Sammlerautos, die in den meisten Fällen einen ordentlichen Wertzuwachs generieren.

Eggert bezeichnet den Bergsport als "exklusives Masterpiece in der 911er-Historie". Das Modell richte sich an Sportwagen-Enthusiast:innen, die sowohl die Dynamik eines GT3 als auch ein detailliertes, von den Alpen inspiriertes Design schätzen.

Damit schließt sich am Großglockner auch historisch ein Kreis: Von Gmünd und den frühen Abstimmungsfahrten des Porsche 356 auf alpinen Passstraßen bis zum auf 100 Exemplare limitierten GT3 Bergsport bleibt die Verbindung zwischen Porsche und den Alpen ein Teil der Markengeschichte – diesmal in einer besonders exklusiven Form.

Video-Interviews

Was hinter der Idee des GT3 Bergsport steckt, warum sich ausgerechnet der GT3 für alpine Passstraßen anbietet und welchen Stellenwert eine derart limitierte Markt-Edition für Porsche hat, verraten Helmut Eggert, Jürgen Lenzeder und Timo Bernhard im LEADERSNET.tv-Video.

Fotos von der Österreich-Premiere sehen Sie in der Galerie.

www.porsche.at

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