Seitenhieb auf Apple
Samsung macht Tim Cook zum Werbegesicht für eigenes Galaxy-Foldable

| Larissa Bilovits 
| 13.09.2026

Kurz nach Apples "iPhone Duo"-Premiere lässt Samsung einen Mann mit äußerst bekanntem Namen das Konkurrenzmodell Galaxy Z Fold8 in höchsten Tönen loben.

Im Rahmen seiner jährlichen Präsentation hat Apple vergangenen Mittwoch, den 9. September, mit dem "iPhone Duo" sein erstes faltbares Smartphone gezeigt (LEADERSNET berichtete). Neu ist die Idee aber nicht: Samsung brachte das erste "Galaxy Fold" bereits 2019 auf den Markt und hat die Technologie seither Generation für Generation bis zum aktuellen "Galaxy Z Fold8" (LEADERSNET berichtete) weiterentwickelt. In den Jahren dazwischen haben auch Huawei, Honor, Motorola und Google faltbare Geräte in ihren Sortimenten etabliert, während Apple dieser Produktkategorie bislang fernblieb. Im Nachhinein begründet der Konzern das damit, dass frühere Foldables seinen Ansprüchen an Display und Verarbeitung nicht genügt hätten.

Wenig verwunderlich war der späte Einstieg nun für die Konkurrenz eine regelrechte Steilvorlage. So veröffentlichte die neuseeländische Samsung-Niederlassung nur wenige Tage nach der Präsentation einen Werbespot für ihr aktuelles Foldable. Der Hauptdarsteller darin heißt Tim Cook.

Nicht der Tim Cook, den man erwartet

Gemeint ist allerdings nicht Apples langjähriger CEO und heutiger Executive Chairman, sondern dessen Namensvetter aus Palmerston North auf der neuseeländischen Nordinsel. Der Mann arbeitet dort als Immobilienmakler bei Harcourts, sein Profil steht tatsächlich auf der Website des Unternehmens. Für den Gag spricht auch die äußerliche Ähnlichkeit, die Samsung mit Brille, unauffälliger Kleidung und betont ruhigem Vortrag zusätzlich verstärkt. Angekündigt wird der Spot mit dem Hinweis, Tim Cook habe etwas mitzuteilen, ausnahmsweise zum Thema Galaxy. Im Anschluss fragt Samsung sein Publikum, an welchen Tim Cook es denn gedacht habe.

Der Spot selbst folgt konsequent der Bildsprache, die Apple seit Jahren für seine Produktvideos verwendet. Der Darsteller sitzt vor reduziertem Hintergrund, klappt das Galaxy Z Fold8 auf, kündigt eine Zukunft an, die bereits begonnen habe, und erklärt, dieses Telefon verändere alles. Sogar das kürzlich geänderte Profilbild seines prominenten Namensvetters bekommt eine Anspielung. Erst ganz am Schluss, nachdem er das Gerät als bestes Smartphone seines Lebens bezeichnet und das Publikum aufgefordert hat, ihn ruhig zu zitieren, folgt die vollständige Signatur: Tim Cook aus Palmerston North.

Die Kampagne stammt von der Agentur Cheil New Zealand und läuft seit 11. September auch über Social Media und Zeitungsanzeigen. Shannon Watts, Marketing Director bei Samsung New Zealand, bezeichnet die Aktion als Scherz, sieht darin aber auch einen realen Wechseltrend neuseeländischer Nutzer:innen zu Samsung. Zahlen dazu nennt das Unternehmen nicht.

Achte Generation gegen Apples Premiere

Ganz unprovoziert kommt der Seitenhieb nicht. Apples neuer CEO John Ternus, der die operative Führung mit 1. September von Tim Cook übernommen hat, nutzte die Keynote "Surprise and shine" selbst für eine Spitze und beschrieb bisherige Foldables sinngemäß als zwei unbeholfen aneinandergeklebte Telefone. Sein eigenes Gerät öffnet sich wie ein Buch, kombiniert ein 5,4 Zoll großes Außendisplay mit einem 7,6-Zoll-Bildschirm im Inneren und steckt in einem Gehäuse aus Titan. In Österreich beginnt das iPhone Duo bei 2.319 Euro und reicht in der Zwei-Terabyte-Variante bis 3.819 Euro, vorbestellbar ist es ab 16. Oktober.

Samsungs Antwort darauf steht bereits seit Juli im Handel. Das Galaxy Z Fold8 kam beim Unpacked-Event am 22. Juli gemeinsam mit dem größeren Fold8 Ultra und dem Flip8 und ist mit 201 Gramm das leichteste Fold der Firmengeschichte. Sein Innendisplay misst ebenfalls 7,6 Zoll, außen sind es 5,5 Zoll, der Einstiegspreis liegt in Österreich bei 1.999 Euro und damit 320 Euro unter dem des iPhone Duo. 

Spott mit Tradition

Gegenkampagnen zu Apple-Neuheiten haben bei Samsung längst Tradition. Frühere Spots zeigten wartende Menschenschlangen vor Apple Stores, später nahm der Konzern den fehlenden Kopfhöreranschluss und die Displaykerbe des iPhones aufs Korn. Nach Apples umstrittenem "Crush"-Video für das iPad folgte 2024 ein eigener Film mit einer Musikerin zwischen zerdrückten Instrumenten. Auch diesmal blieb es nicht bei Neuseeland, denn gleich mehrere Ländergesellschaften begrüßten Apple süffisant in der Welt der Foldables und verglichen den Markteintritt mit dem Aufwärmen fremder Ideen.

Der Spott überdeckt allerdings eine ernste Konkurrenzsituation. Counterpoint Research erwartet für 2026 einen weltweiten Foldable-Marktanteil von 38 Prozent für Samsung, 25 Prozent für Apple und 22 Prozent für Huawei, wobei Apple trotz des späten Verkaufsstarts bis zu sechs Millionen Geräte ausliefern soll. Im Vorjahr lag Samsungs Anteil noch bei 40 Prozent.

www.samsung.com

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