Fotos & Video der Senat-Lounge "Streif Inside"
Senat der Wirtschaft ging dem Erfolgsmodell Kitzbühel auf den Grund

| Larissa Bilovits 
| 15.09.2026

Die jüngste Senat-Lounge unter dem Titel "Streif Inside" beschäftigte sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Hahnenkammrennens und der Frage, wie Kitzbühel auch abseits des Winters attraktiv bleiben kann. LEADERSNET.tv war dabei und fragte die Gastgeber sowie Persönlichkeiten aus Sport, Tourismus und Wirtschaft unter anderem, was hinter dem Erfolg der Region steckt und wie sich Kitzbühel für die Zukunft aufstellen will.

Wie aus einem Skirennen ein langfristiger Faktor für eine ganze Region werden kann, war die Leitfrage der jüngsten Senat-Lounge unter dem Titel "Streif Inside". Dazu lud der Senat der Wirtschaft vergangene Woche direkt an den Start der Kitzbüheler Streif. Als Gastgeber fungierten die beiden Senatoren und Vorstände der Bergbahn AG Kitzbühel Anton Bodner und Christian Wörister. Im Gespräch mit Vertreter:innen aus Sport, Tourismus und Wirtschaft ging es darum, wie Kitzbühel seine Bekanntheit aufgebaut hat, wer davon profitiert und wo die Destination noch Entwicklungsmöglichkeiten sieht.

Streif als Ausgangspunkt des Erfolgs

Für Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Ski Clubs, beginnt der Erfolg der Marke Kitzbühel bei ihrem sportlichen Kern. "Wir haben uns immer auf unsere Wurzeln konzentriert. Und das ist die Streif", erklärte er gegenüber LEADERSNET.tv. Dieses Festhalten an der eigenen Geschichte bedeute allerdings nicht, dass das Hahnenkammrennen unverändert bleiben könne – vielmehr müsse der Ski Club die Tradition der Veranstaltung bewahren und sie gleichzeitig organisatorisch sowie in ihrer Präsentation laufend an neue Anforderungen anpassen.

Neben dem weltweit bekannten Skirennen ist in Kitzbühel über die Jahre hinweg zudem ein noch breiteres Sportangebot entstanden, wie Wörister im Gespräch mit LEADERSNET.tv erklärt: "Es gibt mit Sicherheit nur wenige alpine Städte von der Größe Kitzbühels, die ein internationales Golfturnier, ein Tennisturnier und mit der Streif das berühmteste Skirennen der Welt haben." Welche Reichweite allein das Hahnenkammrennen erzielt, zeigt beispielsweise bereits die Zahl der anwesenden Medienvertreter:innen: Jährlich seien dafür fast 800 internationale Journalist:innen akkreditiert.

Wie aus Aufmerksamkeit regionale Wirkung entsteht

Reichweite ist zunächst allerdings nur Aufmerksamkeit. Damit eine Region längerfristig davon profitiert, muss eine Veranstaltung auch abseits des eigentlichen Termins Wirkung entfalten. Thomas Zanolin, Aufsichtsratsvorsitzender von Kitzbühel Tourismus, nannte dafür unter anderem die Verlängerung der Saison und die Vermittlung eines klaren Standortimages. "Wenn der letzte Gast die Tribüne verlässt, muss etwas im Kopf bleiben", betonte er im Interview mit LEADERSNET.tv. Bei der Streif sei diese Verbindung besonders eng: Das Rennen und Kitzbühel würden inzwischen als Einheit wahrgenommen.

Ein Teil der Wirkung lässt sich auch direkt vor Ort erkennen. Die Einnahmen aus dem Hahnenkammrennen fließen laut Huber vollständig in die Nachwuchsförderung des Kitzbüheler Ski Clubs. Damit finanziert die Großveranstaltung junge Sportler:innen in den alpinen und nordischen Disziplinen. Wirtschaftlich entsteht der Effekt hingegen durch das Zusammenspiel mehrerer Bereiche: Tourismus, Bergbahn, Hotellerie, Gastronomie und Veranstalter sind aufeinander angewiesen, wenn aus Besucher:innen und medialer Präsenz eine längerfristige Nachfrage werden soll.

Auch Bodner sieht die Zusammenarbeit als wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung des Standorts, wie er gegenüber LEADERSNET.tv hervorhob: "Allein ist man nicht so stark, wie wenn man sich in einer Gemeinschaft zusammentut. Wenn man sich austauscht und Synergien bündelt, lassen sich Dinge entwickeln, die über das eigene Unternehmen hinaus für den gesamten Wirtschaftsstandort wichtig sind."

Nächste Herausforderung liegt im Sommer

Die internationale Wahrnehmung Kitzbühels ist bislang weiterhin stark vom Wintersport geprägt. Für Wörister besteht die Aufgabe künftig daher aus zwei Teilen: "Den Winter auf diesem Niveau zu halten, ist die eine Herausforderung. Die andere ist, den Sommer von Mai bis Oktober entsprechend auszubauen", erklärte er.

Dabei soll Kitzbühel aber nicht etwa auf ein einzelnes zusätzliches Großereignis setzen – Wörister sprach vielmehr von einer Kombination aus alpinen und sportlichen Aktivitäten, Angeboten für Familien, Kulinarik sowie Veranstaltungen am Berg und im Tal. Der längere Zeitraum zwischen Mai und Oktober soll dadurch besser genutzt werden. Konkrete Projekte standen bei der Senat-Lounge aber nicht im Vordergrund. Bodner und Wörister verwiesen stattdessen auf kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur und die Qualität des bestehenden Angebots.

Was hinter dem Sport wirklich steckt

Neben der Entwicklung Kitzbühels beschäftigte sich die Veranstaltung mit der Frage, was Unternehmen aus dem Spitzensport mitnehmen können. Huber gab dazu Einblicke in die Organisation des Hahnenkammrennens. Während das Publikum vor allem die wenigen Minuten auf der Strecke sieht, beginnt die Arbeit lange davor. Die Durchführung hängt von klar verteilten Aufgaben, monatelanger Vorbereitung und zahlreichen Partnern ab.

Fritz Strobl, Olympiasieger, zweifacher Kitzbühel-Sieger und Streckenrekordhalter auf der Streif, zog daraus eine Parallele zum Unternehmertum. "Allein wird man Kitzbühel nie gewinnen. Es braucht immer ein Team rund um einen – und auch als Unternehmer:in kann man allein nicht erfolgreich sein", erklärte er im LEADERSNET.tv-Interview. Neben der persönlichen Leistung komme es in beiden Bereichen darauf an, dass die beteiligten Personen auf dasselbe Ziel hinarbeiten.

Für Mahdi Allagha, Mitglied der Geschäftsleitung des Senats der Wirtschaft, war Kitzbühel deshalb ein passender Ort für die Veranstaltung. "Die Kitzbüheler Bergbahnen stehen für Innovation, Qualität und unternehmerischen Mut. Vor allem aber tragen sie Verantwortung für eine ganze Region", erklärte er gegenüber LEADERSNET.tv. Die Aufgabe des Senats sieht Allagha darin, Führungskräfte aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen und den Austausch über die Grenzen einzelner Unternehmen hinweg zu fördern.

Unsere Interviewpartner:innen

Neben Michael Huber (Präsident Kitzbüheler Ski Club), Christian Wörister (Vorstand Bergbahn AG Kitzbühel), Thomas Zanolin (Aufsichtsratsvorsitzender Kitzbühel Tourismus), Anton Bodner (Vorstand Bergbahn AG Kitzbühel), Fritz Strobl (Ehemaliger Skirennläufer & Olympiasieger) und Mahdi Allagha (Mitglied der Geschäftsleitung Senat der Wirtschaft) holte LEADERSNET.tv auch noch Peter Sablatnig (Geschäftsführer Sedus Stoll GmbH Österreich), Manuela Wenger (Geschäftsführerin Die Wertschätzerin) und Rolf Heeb (Geschäftsführer AIMS International Germany GmbH) vor die Kamera.

Eindrücke finden Sie zudem in unserer Galerie.

www.senat.at

www.kitzski.at

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