Neue EU-Regel
Jetzt werden weitere Assistenzsysteme für Neuwagen Pflicht

| Tobias Seifried 
| 05.07.2026

In der Europäischen Union gibt es neue Sicherheitsvorschriften für neue Autos. Neu zugelassene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge müssen über vier weitere "elektronische Helferlein" verfügen, um verkauft werden zu dürfen.

Ab dem 7. Juli 2026 treten in der Europäischen Union neue Sicherheitsvorgaben für neu zugelassene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Kraft. Hersteller müssen ihre Fahrzeuge künftig mit weiteren Assistenzsystemen ausstatten, die die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen sollen.

Zusätzlich zu den bereits seit 2024 vorgeschriebenen Systemen (LEADERSNET berichtete) werden ein erweitertes Notbremsassistenzsystem, ein Ablenkungs- und Konzentrationswarner, ein Notfall-Spurhalteassistent sowie ein verbesserter Kopfaufschlagschutz verpflichtend.

Vier neue Systeme im Überblick

Das erweiterte Notbremsassistenzsystem muss künftig auch Fußgänger:innen und Radfahrende zuverlässig erkennen und bei drohenden Kollisionen selbstständig eine Notbremsung einleiten.

Der Ablenkungs- und Konzentrationswarner überwacht mithilfe einer Kamera die Aufmerksamkeit des:der Fahrer:in. Er soll neben Müdigkeit nun auch Ablenkungen, etwa durch die Nutzung eines Smartphones, erkennen und entsprechend warnen.

Ebenfalls verpflichtend wird der Notfall-Spurhalteassistent, der aktiv eingreift, wenn ein Fahrzeug unbeabsichtigt die Fahrspur verlässt. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist gilt diese Vorgabe nun auch für Fahrzeuge mit hydraulischer Servolenkung.

Darüber hinaus werden die Anforderungen an den Kopfaufschlagschutz im Frontbereich verschärft, um den Schutz von Fußgänger:innen weiter zu verbessern.

ÖAMTC begrüßt die Neuerungen

Daniel Deimel, Techniker des ÖAMTC, bezeichnet die neuen Systeme als wichtigen Schritt für mehr Verkehrssicherheit. "Zum einen wird der Schutz von Fußgänger:innen und Radfahrenden erheblich gesteigert, zum anderen fokussiert der Ablenkungswarner auf eine der Hauptunfallursachen und kann so einen wichtigen Beitrag zur weiteren Reduktion der Unfallzahlen leisten", so der Experte.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Systeme zuverlässig funktionieren. Laut Deimel gebe es immer wieder Rückmeldungen zu Fehleinsätzen, etwa durch ungerechtfertigte Notbremsungen oder störende Warnhinweise. Gesetzgeber und Hersteller seien daher gefordert, die Systeme auf unterschiedlichste Verkehrssituationen abzustimmen und Warnungen so auszugestalten, dass Fahrer:innen nicht irritiert oder überfordert werden.

Bereits verpflichtende Systeme wie die intelligente Geschwindigkeitsassistenz, Rückfahrassistenz, das adaptive Bremslicht und der Unfalldatenspeicher bleiben weiterhin Bestandteil der Sicherheitsausstattung.

Autos werden teurer

Natürlich verursachen die neuen Systeme auch höhere Kosten, die die Hersteller zumindest teilweise an die Kund:innen weitergeben werden. Damit dürften vor allem die Margen bei Kleinst- und Kleinwagen noch einmal schrumpfen, was dazu führen könnte, dass weitere noch halbwegs leistbare Modelle vom Markt verschwinden oder entsprechend teurer werden.

www.oeamtc.at

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