Reaktion auf extreme Wetterlagen 
Hitzewelle: Stadt Wien zieht Notbremse beim Wasserverbrauch 

| Redaktion 
| 30.06.2026

Angesichts extremer Wetterlagen ergreift die Bundeshauptstadt vorsorgliche Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung. Einige Einschränkungen haben es durchaus in sich.

Die anhaltende Hitzewelle sorgt in Wien derzeit für einen außergewöhnlich hohen Wasserverbrauch. Seit Mitte Juni wurden vielfach Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius gemessen. Die Geosphere Austria-Messstelle Wien-Innere Stadt registrierte am Sonntag sogar exakt 40,0 Grad. Der tägliche Wasserbedarf liegt aktuell bei bis zu 580.000 Kubikmetern und damit rund 45 Prozent über dem durchschnittlichen Tagesverbrauch.

Nach Angaben der Stadt verfüge die Wiener Wasserversorgung grundsätzlich über ausreichende Ressourcen, um den derzeit erhöhten Bedarf zu decken.

Mögliche Auswirkungen von Starkregen in den Quellgebieten

In den kommenden Tagen könnten jedoch Starkniederschläge in den Quellgebieten in Niederösterreich und der Steiermark die Wasserversorgung beeinflussen. Bei starken Regenfällen könnten einzelne Quellen getrübt werden. Um die hohe Qualität des Trinkwassers sicherzustellen, werden diese in solchen Fällen vorübergehend aus dem Versorgungssystem genommen. Obwohl die Wiener Wasserbehälter derzeit gut gefüllt seien, setzt die Stadt aufgrund der außergewöhnlichen Wetterlage vorsorgliche Maßnahmen, um die Versorgungssicherheit auch in den kommenden Tagen zu gewährleisten.

Wasserverbrauch soll vorübergehend sinken

Die städtischen Dienststellen reduzieren ihren Wasserverbrauch dort, wo dies ohne wesentliche Einschränkungen möglich ist. So werde die Straßenreinigung vorübergehend ohne Wasser durchgeführt, außerdem werde die Bewässerung von Grünflächen eingeschränkt. Unverändert in Betrieb bleiben sollen Trinkbrunnen, Bäder, Wasserspielplätze sowie weitere Angebote zur Abkühlung.

Aufruf zum Wassersparen 

Die Stadt appelliert auch an die Bevölkerung sowie an Betriebe und Institutionen, den Wasserverbrauch nach Möglichkeit zu reduzieren. Empfohlen wird unter anderem, das Befüllen von Pools vorübergehend zu vermeiden, auf die Fahrzeugwäsche zu verzichten und Haushaltsgeräte möglichst effizient zu nutzen.

Langfristige Maßnahmen zur Versorgungssicherheit

Über die aktuellen Vorsorgemaßnahmen hinaus verfolge Wien mit der Strategie "Wiener Wasser 2050" weitere Projekte zur Erhöhung der Versorgungssicherheit. Dazu zählen der Bau eines neuen Wasserwerks auf der Donauinsel, der Ausbau von Wasserbehältern; darunter die Erweiterung des Behälters Neusiedl/Steinfeld (NÖ) zum größten geschlossenen Trinkwasserbehälter (LEADERSNET berichtete hier und hier), sowie die Erneuerung und Erweiterung des Rohrnetzes.

Weitere Informationen zur Strategie "Wiener Wasser 2050" finden Sie hier

www.wien.gv.at

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