Vollversammlung von Austrian Standards International
Gemeinsame Standards als Fundament für Europas Zukunft

| Redaktion 
| 30.06.2026

Geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bei der Vollversammlung von Austrian Standards International in Wien stand daher die Bedeutung von Standards für Innovation und Europas Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt.

Bei der Ordentlichen Vollversammlung von Austrian Standards International am 25. Juni in Wien zog die österreichische Standardisierungsorganisation Bilanz über das vergangene Geschäftsjahr und richtete zugleich den Blick auf künftige Herausforderungen. Im Mittelpunkt standen die wachsende Bedeutung von Standards für Wirtschaft und Innovation, personelle Veränderungen im Präsidium sowie eine Keynote des Präsidenten des European Forum Alpbach, Othmar Karas.

Strategische Rolle 

Als österreichische Standardisierungsorganisation bringt Austrian Standards Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und weiteren Bereichen zusammen, um gemeinsame Standards zu entwickeln. Diese schaffen die Grundlage für kompatible, sichere und effiziente Produkte, Dienstleistungen und Prozesse. Angesichts geopolitischer Spannungen, technologischer Umbrüche und neuer Handelskonflikte komme der Standardisierung eine zunehmend strategische Rolle zu: Gemeinsame Regeln würden Innovation fördern, den Zugang zu internationalen Märkten erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Orientierung in einem dynamischen Umfeld

Für Anton Ofner, Präsident von Austrian Standards International, geht die Bedeutung von Standards weit über technische Vorgaben hinaus. "Standards sind ein Ausdruck gemeinsamer Verantwortung. Sie führen unterschiedliche Perspektiven, Erfahrung und Fachwissen zusammen und machen daraus tragfähige Lösungen", so Ofner. 

Gerade in Zeiten tiefgreifender wirtschaftlicher, technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen würden sie Orientierung, Vertrauen und Verlässlichkeit schaffen, betonte Ofner.

Auch Austrian Standards CEO Valerie Höllinger verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung gemeinsamer Standards. Wettbewerbsfähigkeit entstehe dort, wo Wissen, Innovation und Umsetzung zusammenkämen. Austrian Standards entwickle sich deshalb konsequent zu einer Plattform für Wissen, digitale Lösungen und internationale Vernetzung weiter.

Wechsel an der Spitze

Im Rahmen der Vollversammlung wurde zudem ein personeller Wechsel im Präsidium vollzogen. Der langjährige Vizepräsident Manfred Matzka verabschiedete sich aus seiner Funktion. Zum Abschluss seiner Tätigkeit erklärte er: "Standardisierung lebt vom Dialog und von der Bereitschaft, unterschiedliche Interessen zu gemeinsamen Lösungen zusammenzuführen. Es war mir eine große Freude, diesen Weg über viele Jahre mitzugestalten."

Anton Ofner würdigte Matzkas langjähriges Engagement und sagte, dieser habe Austrian Standards über viele Jahre mit großer Kompetenz, Weitblick und persönlichem Einsatz begleitet. Sein Verständnis von Standardisierung sei stets darauf ausgerichtet gewesen, gemeinsame Grundlagen zu schaffen, Zusammenarbeit zu ermöglichen und Orientierung zu geben.

Zum neuen Vizepräsidenten wurde Karl-Heinz Strauss, Vorstandsvorsitzender der Porr AG, gewählt. Strauss erklärte, erfolgreiche Großprojekte benötigten gemeinsame Spielregeln. Standards würden Vertrauen zwischen Auftraggeber:innen, Unternehmen und Partner:innen schaffen und seien ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Innovation, Qualität und nachhaltiges Wachstum. Er freue sich darauf, die Weiterentwicklung des Standardisierungssystems mitzugestalten und die internationale Positionierung von Austrian Standards zu stärken.

Othmar Karas über Europas Rolle

Den Abschluss der Vollversammlung bildete die Keynote von Othmar Karas zum Thema der globalen Veränderungen und ihrer Auswirkungen auf Europa.

"Europa kann seine Zukunft nur dann erfolgreich gestalten, wenn es wirtschaftliche Stärke, technologische Kompetenz und politische Handlungsfähigkeit miteinander verbindet. Gemeinsame Standards sind dabei ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor. Sie schaffen Verlässlichkeit, fördern Innovation und stärken Europas Position im globalen Wettbewerb", sagte Karas abschließend.

www.austrian-standards.at

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