Mit neuem Konzept "für einen souveränen ORF"
Markus Breitenecker will an die Spitze des ORF

| Redaktion 
| 21.05.2026

Der erfahrene Medienmanager und frühere Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE setzt in seinem Konzept auf einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk, mehr Kooperation innerhalb der Medienbranche und einen Ausbau technologischer Kompetenzen.

Mit Markus Breitenecker gibt es einen weiteren Bewerber für die ORF-Generaldirektion. Die Diskussion rund um die künftige Führung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hatte zuletzt am Donnerstag beim Europäischen Mediengipfel für Aufmerksamkeit gesorgt (LEADERSNET berichtete), zudem wurde vor wenigen Tagen mit Lisa Totzauer die erste Kandidatin für die ORF-Spitze bekannt (LEADERSNET berichtete). Nun machte der ehemalige Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE seine Bewerbung öffentlich.

Unter dem Titel "Ein souveräner ORF. Vom Marktführer zum Marktmotor" präsentierte Breitenecker seine Vorstellungen für die künftige Entwicklung des ORF. Der 57-Jährige sieht angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen die Medienvielfalt in Österreich unter Druck und damit auch eine zentrale Grundlage des demokratischen Zusammenlebens.

Fokus auf Public Value und Zusammenarbeit

In einer Videobotschaft sprach sich Breitenecker für einen "souveränen und starken ORF, der uns durch diese Zeit trägt" aus. Gleichzeitig ortet er Reformbedarf innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. "Der ORF steckt in einer veritablen Krise. Nicht zuletzt die Ereignisse der vergangenen Wochen haben den Fokus auf das Wesentliche verstellt: die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags für das österreichische Publikum", so Breitenecker. Sein Ziel sei es, seine langjährige Erfahrung aus dem TV- und Streamingbereich in den ORF einzubringen. "Gemeinsam mit den vielen hervorragenden Mitarbeiter:innen im ORF möchte ich, erstens, das bestmögliche Qualitätsprogramm für unser Publikum herstellen: österreichische Inhalte, regionales Programm, unabhängige Nachrichtenredaktionen. Zweitens, die technologische Vorreiterrolle des ORF so ausbauen, dass die gesamte Medienlandschaft davon profitiert. Und drittens, wieder zu einem menschlichen, anständigen und wertschätzenden Miteinander finden."

Breitenecker betont zudem die Bedeutung eines kooperativen Zugangs innerhalb der österreichischen Medienlandschaft. Zu einem souveränen ORF gehöre laut dem Medienmanager der bedingungslose Fokus auf Public-Value-Programm. Das sei für ihn Qualitätsjournalismus im Sinne des Gemeinwohls. "Es ist meine langjährige Überzeugung, dass heimische Medien bei all ihrer Unterschiedlichkeit als strategische Partner zusammenarbeiten müssen und dass der ORF dabei eine entscheidende Rolle spielt", so Breitenecker.

"Kooperation statt Konkurrenz"

Der gebürtige Wiener verweist mehrfach auf sein medienpolitisches Leitmotiv der vergangenen Jahre. "Mein medienpolitisches Credo für eine kooperative Medienordnung lautet seit mehr als zehn Jahren 'Kooperation statt Konkurrenz'. Ich bin überzeugt davon, dass darin auch der Grundstein für ein neues, zukunftsgerichtetes Selbstverständnis des ORF liegt – im Sinne einer Gesamtverantwortung für Österreichs Medienlandschaft. Nur gemeinsam sind wir stark und bleiben souverän."

Zum Abschluss seiner Bewerbung kündigte Breitenecker Gespräche mit Mitarbeiter:innen sowie öffentliche Diskussionen und Hearings an. "Ich freue mich auf den Austausch mit dem ORF-Team in den kommenden Wochen sowie auf die Hearings und öffentlichen Diskussionen."

Langjährige Karriere in der Medienbranche

Breitenecker verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Medienbranche. Zuletzt war der studierte Jurist als Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE tätig und verantwortete dort unter anderem die Bereiche Streaming und Digitalstrategie, Tech und AI, Vertrieb, Marketing sowie Medienpolitik.

Seine Laufbahn begann 1996 beim deutschsprachigen "Weather Channel" in Düsseldorf. Ab 1998 war er maßgeblich am Aufbau mehrerer österreichischer TV-Projekte beteiligt. Als langjähriger CEO von ProSiebenSat.1 Puls 4 verantwortete er unter anderem die Einführung österreichischer Programmfenster auf ProSieben Austria sowie den Start von Puls 4.

Zu seinen weiteren Projekten zählen das Digitalfestival 4Gamechangers, die Integration der ATV-Gruppe, der Aufbau des Nachrichtensenders Puls 24 sowie die Streamingplattform Joyn. Breitenecker wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als "Medienmanager des Jahres". 

Hier geht es zur Videobotschaft. 

www.orf.at

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