Marktanteile im Lebensmittelhandel
Spar setzte sich im ersten Quartal weiter ab

| Wolfgang Zechner 
| 12.05.2026

Der österreichische Lebensmittelhandel bleibt in Bewegung. Marktführer Spar konnte seine Position im ersten Quartal 2026 weiter ausbauen und den Abstand zu den Verfolgern vergrößern. Gleichzeitig verlieren kleinere Marktteilnehmer weiter an Boden.

Der Kampf um Marktanteile im heimischen Lebensmittelhandel bleibt eines der spannendsten Themen der Branche. Die aktuellen NielsenIQ-Zahlen für das erste Quartal 2026, die KEYaccount/LEADERSNET zugespielt wurden, sprechen eine deutliche Sprache: Spar konnte in den ersten drei Monaten die Marktführerschaft weiter ausbauen. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Spar-Marktanteile zuletzt rückwirkend nach unten korrigiert werden mussten. Der Grund: Im Vorjahr gab es im Zusammenhang mit der Einführung des Einwegpfands ungenaue Umsatzmeldungen. KEYaccount/LEADERSNET berichtete exklusiv hier. Doch trotz dieser Anpassung bleibt die Stoßrichtung eindeutig. Spar wächst stärker als der Markt und vergrößert den Abstand zur Konkurrenz weiter.

Abstand vergrößerte sich

Im ersten Quartal 2026 erreichte Spar einen Marktanteil von 36,9 Prozent. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 entspricht das einem Zuwachs von satten 0,9 Prozentpunkten. Rewe (Billa, Adeg, Penny) kam im selben Zeitraum auf 32,0 Prozent und verlor damit in den ersten drei Monaten 0,7 Prozentpunkte gegenüber den 32,7 Prozent des Vorjahreszeitraums. Der Abstand zwischen den beiden größten Handelsgruppen wuchs damit weiter an. Inzwischen trennen die Nummer eins und die Nummer zwei im Markt bereits 4,9 Prozentpunkte. 

Auffällig bleibt auch die Entwicklung bei den Diskontern. Hofer und Lidl, die von NielsenIQ weiterhin gemeinsam ausgewiesen werden, steigerten ihren Marktanteil im ersten Quartal auf 25,8 Prozent. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die kleineren Marktsegmente geraten hingegen weiter unter Druck. Die Kategorie Markant stürzt wegen des Wegfalls von Unimarkt von 2,1 auf nur noch 1,5 Prozent ab. Die Kategorie restlicher Lebensmittelhandel, in der hauptsächlich die Zahlen der Tiroler Kette MPreis ausgewiesen werden, entwickelte sich mit einem Marktanteil von 3,8 Prozent nur leicht rückläufig.

März bestätigt den Trend

Auch die Zahlen für den Einzelmonat März zeigen die aktuelle Dynamik im Markt sehr deutlich. Spar erreichte im März 2026 einen Marktanteil von 36,3 Prozent und legte gegenüber März 2025 um 0,6 Prozentpunkte zu. Rewe verlor im selben Zeitraum leicht von 32,5 auf 32,2 Prozent. Damit öffnete sich die Schere zwischen Marktführer und Verfolger auch im Monatsvergleich weiter.

Stark präsentierten sich im März die Diskonter. Hofer und Lidl steigerten ihren gemeinsamen Marktanteil im März auf 26,6 Prozent. Das Plus von 0,5 Prozentpunkten zeigt, dass das Discount-Segment weiterhin von der hohen Preisorientierung vieler Haushalte profitiert. Die Werte des Diskonters Penny werden weiterhin in den Rewe-Marktanteil hineingerechnet. 

Vier Große dominieren den Markt weiter

Die aktuellen Zahlen bestätigen damit einen Trend, der sich seit Jahren verstärkt: Der österreichische Lebensmittelhandel konzentriert sich zunehmend auf die großen Player. Spar baut seine Marktführerschaft weiter aus, während Rewe zuletzt Marktanteile verlor und die Diskonter weiter auf Wachstumskurs bleiben. Für kleinere Anbieter wird die Luft dagegen immer dünner.

Das Aus von Unimarkt und die fortschreitende Konsolidierung im Markt hinterlassen weiterhin deutliche Spuren. Aktuell blicken viele Marktbeobachter:innen nach Innsbruck. Laut Medienberichten befindet MPreis auf Investorensuche. In den vergangenen Jahren sorgte das Unternehmen auch immer wieder mit Wechseln in der Geschäftsführung für Schlagzeilen. 

Spannend bleibt nun vor allem die Frage, ob Spar seinen Vorsprung im weiteren Jahresverlauf weiter ausbauen kann oder ob Rewe zurückschlagen wird können. Sicher scheint derzeit nur eines: Der Kampf um Marktanteile bleibt die Königsklasse des österreichischen Lebensmittelhandels. KEYaccount/LEADERSNET bleibt als einziges Medium an diesem Thema dran. 

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