Nach mehrjähriger Umgestaltung ist der Pier 22 auf der Donauinsel nun komplett. Seit 2023 wurde das rund 13.000 Quadratmeter große Areal rund um den markanten Leuchtturm bei der U1-Station Donauinsel in drei Bauphasen abschnittsweise neu gestaltet. Die frühere "Sunken City" wurde dabei durch eine offene Parklandschaft mit Liegeflächen, Badeplattformen, freien Wasserzugängen, Fitnessangeboten und überdachten Sportflächen ersetzt. Den Abschluss bildet nun das neue Insel-Restaurant "It's Amore", das nach einem Soft Opening dieser Tage dann ab 18. Mai in den Vollbetrieb geht.
Neues Freizeitareal mit U-Bahn-Anschluss
Im Zentrum der Neugestaltung stand laut Stadt Wien die Öffnung der zuvor stark verbauten Uferbereiche. Entstanden sind unter anderem konsumfreie Liegezonen, eine barrierefrei zugängliche Badeplattform mit begrünten Inseln, Duschen, ein kindgerechter Flachwasserbereich sowie überdachte Sitzmöglichkeiten. Ergänzt wird das Angebot durch frei zugängliche Sportgeräte und ein überdachtes Sportfeld, das bereits seit Herbst vergangenen Jahres genutzt werden kann.
"Ich freu mich riesig, dass wir dieses großartige neue Freizeitparadies am Wasser planmäßig und pünktlich zur neuen Saison fertiggestellt haben", so Planungsstadträtin Ulli Sima. Die bereits 2024 und 2025 eröffneten Abschnitte hätten sich "sofort zum Publikumsmagneten entwickelt". Besonders wichtig seien bei der Neugestaltung Gratisinfrastruktur und konsumfreie Zonen gewesen. Mit dem neuen Insel-Restaurant stünden nun zudem drei gastronomische Angebote "mit großzügigen Gäste-Terrassen und tollem Ausblick auf das Wasser" zur Verfügung, erklärt Sima.
Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden CopaBeach habe man den zuvor in die Jahre gekommenen Arealen auf beiden Seiten der Neuen Donau "ein neues Gesicht gegeben", betont die Planungsstadträtin. Insgesamt habe dieser Prozess fast 16 Jahre gedauert – von der Räumungsklage rund um die Copa Kagrana 2010 über die Entscheidung des Höchstgerichts zugunsten der Stadt fünf Jahre später, den Realisierungswettbewerb 2016 und den bis 2020 abgeschlossenen Umbau zum CopaBeach bis hin zum zweistufigen Wettbewerb für die "Sunken City" 2021 und dem Baustart am Pier 22 im Jahr 2023.
Drei Lokale und Foodtrucks ergänzen das Angebot
Mit dem neuen "Insel-Restaurant" erhält der Pier 22 ab dieser Saison ein weiteres ganzjährig geöffnetes Lokal. Angeboten werden soll dort italienisch geprägte, regionale und mediterrane Küche – von schnellen Snacks bis zu Abendessen, darunter hausgemachte Pasta und Steinofenpizza. Bereits im Vorjahr eröffneten das "Lighthouse Cafe" direkt bei der U1-Station neben dem Sportfeld sowie das "Outdoor Café - INKA" entlang des Hauptwegs. Zusätzlich sollen auch heuer wieder temporäre Foodtrucks das Angebot ergänzen, darunter griechische Gyros-Pitas und Souvlakis.
Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy spricht hier von einem "Gewinn für die Donaustädter:innen". Im Endausbau zeige sich, "wie großartig dieser öffentliche Bereich am Wasser gelungen ist" – insbesondere die Kombination aus konsumfreien Zonen, Gastronomie und Sportmöglichkeiten orientiere sich am Bedürfnis der Bevölkerung nach frei zugänglichen Freizeitarealen am Wasser. "Als Bezirksvorsteher der Donaustadt bin ich ehrlich begeistert", so Nevrivy.
Auch NEOS Wien-Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner sieht im Pier 22 "eine echte Wiener Erfolgsgeschichte". Gerade in einer wachsenden Stadt brauche es "solche Orte zum Atmen – eine grüne, offene Parklandschaft mit freien Wasserzugängen und Liegeflächen, die allen Wiener:innen gehören". Den Mehrwert der Veränderung spüre man hier sofort.
Solardächer und hochwassergerechte Planung
Auch in Sachen Energieversorgung wurde beim Pier 22 auf erneuerbare Stromproduktion gesetzt. Auf dem Dach des überdachten Sportfeldes wurden 90 Photovoltaik-Elemente mit einer Leistung von 40,65 kWp installiert. Das neue Insel-Restaurant verfügt zusätzlich über 84 PV-Elemente mit 38,20 kWp. Der produzierte Strom soll unter anderem für die Beleuchtung des Sportfeldes und den Betrieb des Restaurants genutzt werden, Überschüsse werden ins Netz eingespeist.
Da die Neue Donau als Entlastungsgerinne ein zentraler Bestandteil des Wiener Hochwasserschutzes ist, musste die Gestaltung des Areals entsprechenden Vorgaben folgen. Laut Stadt wurde darauf bereits bei der Planung besonderes Augenmerk gelegt. Nach dem Rekordhochwasser im September 2024 konnte der erste Abschnitt des Pier 22 nach kleineren Instandsetzungsarbeiten zum Start der Badesaison wieder vollständig genutzt werden.
www.wien.gv.at
www.copabeach.wien/pier22
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