Mehr als 11 Millionen Euro Passiva
Großpleite eines bekannten Gastronomiebetriebs

| Tobias Seifried 
| 28.04.2026

Das Unternehmen betreibt ein Restaurant sowie ein 4-Sterne-Hotel mit Seminarräumlichkeiten und ist in der Kantinenbelieferung sowie Automatenbestückung tätig.

In der steirischen Gastronomielandschaft gibt es eine weitere Großinsolvenz: Die Fürgast Betriebsgastronomie GmbH mit Sitz in Seiersberg-Pirka hat beim Landesgericht für ZRS Graz die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen, das unter der Marke "Das Grambacher" ein modernes Hotel samt Restaurant im Wirtschaftspark Grambach betreibt, kämpft mit massiven Verbindlichkeiten im zweistelligen Millionenbereich.

Betroffen von dem Verfahren sind rund 100 Gläubiger:innen und 46 Dienstnehmer:innen. Die Passiva belaufen sich laut Angaben des KSV1870 und des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) auf rund 11,4 Millionen Euro (zu Liquidationswerten), wovon ein Großteil auf Kreditverbindlichkeiten entfallen soll. Dem gegenüber stehen Aktiva in der Höhe von circa 7,4 Millionen Euro, die primär aus dem Liegenschaftsvermögen des im Jahr 2022 fertiggestellten Hotelkomplexes resultieren.

Unglückliche Verkettung von Umständen

Als Ursachen für die finanzielle Schieflage führt die Geschäftsführung eine Kombination aus exogenen Faktoren und gestiegenen Kosten an. Der Bau des 52-Zimmer-Hotels in Grambach fiel mitten in eine Phase massiver Baukostensteigerungen und steigender Fremdfinanzierungskosten.

Zusätzlich erschwerten unmittelbar nach der Eröffnung großräumige Infrastrukturprojekte im Umfeld den Betrieb. Die damit einhergehenden Straßensperren führten laut der insolventen Gesellschaft zu signifikanten Umsatzrückgängen im Restaurant- und Seminarbereich. Auch gestiegene Personalkosten, Diebstahlschäden sowie sinkende Deckungsbeiträge in der Kantinenbelieferung belasteten die Liquidität des 2016 gegründeten Unternehmens.

Fokus auf Fortführung und 20-Prozent-Quote

Trotz der hohen Schuldenlast blickt die Unternehmensführung optimistisch in die Zukunft. Das operative Geschäft soll in vollem Umfang fortgeführt werden. Das Geschäftsmodell ruht auf vier Säulen: dem Restaurant, dem 4-Sterne-Hotel mit Seminarräumlichkeiten, der Kantinenbelieferung sowie der Automatenbestückung. Laut Insolvenzantrag erwirtschaftet jeder dieser Teilbereiche derzeit positive Deckungsbeiträge, weshalb eine Sanierung aus den laufenden Überschüssen möglich erscheine.

Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Plans.

Wirtschaftlicher Ausblick

Laut den Kreditschützern sei mit der zeitnahen Eröffnung des Verfahrens durch das zuständige Landesgericht zu rechnen. "Der Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger:innen liegt und der vorgelegte Sanierungsplan eingehalten werden kann", so Julia Liszt vom KSV1870 (Insolvenz Graz).

Für den Wirtschaftspark Grambach bleibt zu hoffen, dass "Das Grambacher" als wichtiger kulinarischer und touristischer Infrastrukturknotenpunkt erhalten bleibt.

www.ksv.at

www.akv.at

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