Mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) rücken auch die dahinterstehenden Anwendungen immer stärker in den öffentlichen Fokus. Ob Textgenerierung, Bildbearbeitung, Grafikdesign oder Videoerstellung – zahlreiche Tools konkurrieren mittlerweile um Aufmerksamkeit. Eine aktuelle Observer-Analyse zeigt nun, welche der 30 bekanntesten KI-Anwendungen seit Jahresbeginn 2026 in österreichischen Print- und Onlinemedien besonders präsent waren und über welche Tools am positivsten berichtet wurde.
ChatGPT bleibt vor Gemini medial die Nummer eins
Besonders deutlich fällt die Medienpräsenz bei ChatGPT aus. Das Tool von OpenAI kam seit Jahresbeginn 2026 insgesamt auf 6.247 Beiträge, davon 2.522 Printbeiträge mit einer Gesamtauflage von rund 92 Millionen Druckexemplaren und 3.725 Onlineberichte mit einer potenziellen Reichweite von 3,1 Milliarden Unique Clients. Platz zwei im Ranking, nämlich Gemini, verzeichnete im Vergleich dazu gerade einmal 1.937 Beiträge, davon 531 Print sowie 1.406 Online. Damit war ChatGPT in gedruckten Medien fast fünfmal so präsent wie der Google-Konkurrent, im Netz waren es mehr als doppelt so viele Beiträge. Die Auswertung zeigt damit, dass ChatGPT seine dominante Stellung auch in der medialen Wahrnehmung weiter behaupten kann.
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Für besonders hohe Reichweiten sorgten dabei im bisherigen Jahresverlauf unter anderem Berichte auf orf.at: Ein Beitrag im April 2026 über Pläne der Europäischen Kommission, den ChatGPT-Entwickler OpenAI künftig stärker zu regulieren, erreichte eine potenzielle Reichweite von mehr als 7,1 Millionen Unique Clients. Ein weiterer orf.at-Artikel beschäftigte sich damit, dass sich beinahe 28 Prozent der 16- bis 26-Jährigen in Österreich über ChatGPT zum politischen Geschehen informieren.
Weitere Plätze
Ebenfalls auf dem Stockerl der Medienpräsenz landet Claude mit 1.592 Nennungen. Der KI-Assistent von Anthropic kam auf 422 Printbeiträge und 1.170 Onlineartikel und überholte unter anderem Copilot (gesamt 893 Beiträge) und Grok (gesamt 1.129 Beiträge). Weitere Plätze im Gesamtranking belegen Siri (383 Beiträge), Leonardo (381 Beiträge), Perplexity (356 Beiträge), Alexa (317 Beiträge), Mistral (258 Beiträge) und Midjourney (254 Beiträge).
Auffällig ist dabei, dass Grafik- und Bilderstellungstools in Printmedien vergleichsweise stark vertreten sind. Leonardo wurde dort 257 Mal genannt, Adobe Firefly 145 Mal, Midjourney 133 Mal, Canva 51 Mal und DALL-E 41 Mal. In den Onlinemedien zeigt sich hingegen ein breiteres Bild. Neben Large-Language-Modellen finden sich dort auch KI-Assistenten wie Siri mit 278 Artikeln und Alexa mit 222 Artikeln, KI-Suchmaschinen wie Perplexity mit 273 Beiträgen sowie das Übersetzungstool DeepL mit 112 Beiträgen unter den präsenten Anwendungen.
Kleinere KI-Tools punkten bei der Tonalität
Zusätzlich zur schieren Anzahl der Beiträge hat sich Observer auch die Tonalität der Onlineberichterstattung angesehen. Dabei zeigt sich ein anderes Bild als im Reichweitenranking: Besonders positiv schneiden weniger bekannte KI-Assistenten ab, die vor allem im Marketing- und Kreativbereich eingesetzt werden. An der Spitze liegt Copy AI, ein Tool zur Erstellung von Marketingtexten, mit 67 Prozent positiven und 33 Prozent neutralen Beiträgen. Negative Onlineberichte wurden hier nicht gefunden.
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Auf Platz zwei folgen Jasper und CapCut AI mit jeweils 63 Prozent positivem Sentiment und 37 Prozent neutraler Berichterstattung. Während Jasper als KI-Agent eingesetzt wird, dient CapCut AI der Erstellung und Bearbeitung von Videos. Ebenfalls stark vertreten sind Gamma AI mit 59 Prozent positiven Onlinebeiträgen, Alexa mit 58 Prozent und Siri mit 57 Prozent. Udio, Runway, Elevenlabs und Canva kamen jeweils auf 50 Prozent positives Sentiment, wobei Canva mit sieben Prozent den höchsten Negativanteil innerhalb dieser Gruppe aufweist.
Am anderen Ende des Sentiment-Rankings steht Grok. Der KI-Bot von Elon Musk verzeichnete laut Analyse 43 Prozent negative Berichterstattung und sorgte unter anderem durch die Erstellung sexualisierter Deepfakes für kritische Schlagzeilen.
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