Umstrittene Steuerpläne
Geplante Paketabgabe sorgt für massive Kritik im Onlinehandel

| Redaktion 
| 13.04.2026

Die Diskussion um eine neue Abgabe im Versandhandel stößt auf breiten Widerstand. Branchenvertreter:innen warnen vor steigenden Preisen, zusätzlicher Bürokratie und negativen Folgen für den Standort.

Die vom Finanzministerium diskutierte Paketabgabe sorgt im heimischen Handel für deutliche Kritik. Ursprünglich als Maßnahme gegen Drittstaaten-Plattformen angekündigt, könnte sie nun den gesamten kommerziellen Versandhandel betreffen.

Damit würden auch österreichische Händler belastet, die stark auf E-Commerce setzen. Der Onlinehandel gilt mit rund 13,1 Milliarden Euro Wertschöpfung und etwa 250.000 Arbeitsplätzen als zentraler Bestandteil der Wirtschaft. "Eine pauschale E-Commerce-Abgabe würde genau jene Betriebe treffen, die in den vergangenen Jahren in Digitalisierung und Innovation investiert haben", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands.

Widerspruch zu wirtschaftspolitischen Zielen

Aus Sicht der Branche steht die geplante Maßnahme im Konflikt mit zentralen politischen Zielsetzungen. Statt Entlastung drohten zusätzliche Kosten und mehr Komplexität für Unternehmen. Kennzeichnungspflichten oder diskutierte Abgaben im Verpackungsbereich erhöhen den Druck zusätzlich. Besonders betroffen wäre der Nonfood-Handel, der zuletzt nur eingeschränkt Preisanpassungen durchsetzen konnte.

Jetzt drohen steigende Preise

Neben den Auswirkungen auf Unternehmen wird auch vor Folgen für Konsument:innen gewarnt. Neue Abgaben im Versandhandel könnten direkt auf die Preise durchschlagen und damit die Inflation weiter anheizen. Zudem bestehen Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit. Internationale Plattformen könnten Wege finden, nationale Regelungen zu umgehen, wodurch heimische Anbieter stärker belastet würden als globale Wettbewerber. "Jede zusätzliche Abgabe verteuert den Konsum und wirkt als Inflationsbooster", so Will.

Forderung nach europäischer Lösung

Der Handelsverband spricht sich daher gegen nationale Alleingänge aus und fordert stattdessen eine stärkere europäische Regulierung. Im Fokus steht eine geplante Plattformhaftung, die sicherstellen soll, dass Abgaben korrekt entrichtet werden. Aus Sicht der Branche wäre dies ein wirksamerer Ansatz für faire Wettbewerbsbedingungen als zusätzliche Belastungen für heimische Händler.

www.handelsverband.at

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