BearingPoint-Umfrage
Kontaktlos und mobil verändern Europas Zahlungslandschaft

| Redaktion 
| 09.04.2026

Eine europaweite Studie zeigt deutliche Veränderungen im Zahlungsverhalten. Kontaktlose Kartenzahlungen dominieren, Mobile Payments gewinnen vor allem bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung. 

In der aktuellen Ausgabe der europaweiten Zahlungsverkehrsstudie der Management- und Technologieberatung BearingPoint (siehe Infobox) wird deutlich, dass sich das Zahlungsverhalten in Europa weiter verändert. 

Kontaktlose Zahlungen prägen den Alltag

Kontaktlose Kartenzahlungen sind in Europa die am häufigsten genutzte Zahlungsmethode. Im Durchschnitt liegt ihre Nutzung bei 71 Prozent und damit deutlich vor Bargeld, das auf 51 Prozent kommt. Besonders verbreitet ist die kontaktlose Zahlung in Finnland mit 84 Prozent, gefolgt von den Niederlanden und Dänemark mit jeweils 74 Prozent. Dahinter liegen Irland und Schweden mit 73 Prozent sowie Frankreich mit 72 Prozent. Deutlich geringer ist die Nutzung in der Schweiz mit 68 Prozent, in Deutschland mit 63 Prozent und in Österreich mit 62 Prozent.

Mobile Payments gewinnen bei jüngeren Generationen

Vor allem jüngere Altersgruppen planen, künftig verstärkt auf mobile Bezahlmethoden zu setzen. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen können sich 40 Prozent eine häufigere Nutzung vorstellen, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 41 Prozent. Auch bei den 35- bis 44-Jährigen liegt der Anteil mit 35 Prozent auf einem hohen Niveau. Ältere Zielgruppen zeigen hingegen eine stärkere Affinität zur Kartenzahlung. 29 Prozent der 45- bis 54-Jährigen sowie 31 Prozent der über 55-Jährigen möchten künftig häufiger mit Karte bezahlen.

Welche dieser Zahlungsmethoden benutzen Sie besonders häufig? © BearingPoint/YouGov

Kryptowährungen bleiben dagegen ein Nischenthema. In den Altersgruppen zwischen 18 und 44 Jahren können sich zehn Prozent eine stärkere Nutzung vorstellen. Bei den 45- bis 54-Jährigen sinkt dieser Wert auf vier Prozent, bei den über 55-Jährigen auf einen Prozent.

Echtzeitüberweisungen etablieren sich

Echtzeitüberweisungen haben sich im Zahlungsverkehr etabliert. In den Euro-Ländern nutzen 52 Prozent der Befragten diese Form der Überweisung zumindest gelegentlich. In Irland liegt der Anteil bei 63 Prozent, in Frankreich sogar bei 69 Prozent.

In Ländern außerhalb der Eurozone liegt die Nutzung mit durchschnittlich 47 Prozent etwas darunter. "Der Zahlungsverkehr der Zukunft wird hybrid. Bargeld, Karten, Wallets, Instant Payments und digitale Zentralbankwährungen werden koexistieren. Mit PSD3, PSR, MiCA, DORA und der EU-Verordnung zu Instant Payments entsteht der umfassendste Regulierungsrahmen, den der europäische Zahlungsverkehr bisher erlebt hat. Parallel dazu gewinnt die europäische Digital Identity Wallet an Bedeutung. Die Verschmelzung von Identifikation, Authentifizierung und mobilem Bezahlen wird die kommenden Jahre noch stärker prägen. Erstaunlich dabei ist, dass regulatorisch getriebene Änderungen im Zahlungsverkehr von den Konsument:innen oft auch als Treiber von Innovationen wahrgenommen und mit Akzeptanz belohnt werden, die Echtzeitüberweisung ist ein gutes Beispiel dafür. Mit der verpflichtenden Empfängerprüfung nehmen die Konsument:innen zudem eine erhöhte Sicherheit im Zahlungsverkehr direkt wahr. Die positive Wahrnehmung unterstreicht dabei den wachsenden Sicherheitsanspruch der Verbraucher:innen", sagt Christian Bruck, Partner und Experte für das Thema Zahlungsverkehr bei BearingPoint.

Sicherheitsfunktionen werden positiv bewertet

Die neu eingeführte Empfängerprüfung wird von vielen Nutzer:innen als sinnvoll angesehen. In den Euro-Ländern bewerten knapp 50 Prozent diese Funktion als nützlich. In Deutschland liegt dieser Wert bei 51 Prozent, in Österreich bei 54 Prozent und in Frankreich bei 59 Prozent. 

Nationale Lösungen dominieren bei privaten Zahlungen

Bei Zahlungen zwischen Privatpersonen spielen nationale Anbieter weiterhin eine zentrale Rolle. In der Schweiz nutzt eine Mehrheit Twint (66 %), in Dänemark MobilePay (92 %) und in Finnland ebenfalls MobilePay (61 %). In Schweden dominiert Swish mit 86 Prozent, in den Niederlanden Tikkie mit 71 Prozent.

Wo solche nationalen Lösungen fehlen, werden häufiger Bargeld oder klassische Überweisungen verwendet. Parallel dazu gewinnt der europäische Zahlungsdienst Wero an Sichtbarkeit. In Frankreich nutzen bereits 19 Prozent Wero für Zahlungen zwischen Privatpersonen.

Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung

Die Entwicklung digitaler Zahlungssysteme wird zunehmend auch als strategisches Thema gesehen. Robert Bosch, Partner und Globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint, resümiert: "Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass moderne digitale Zahlungssysteme in ganz Europa an Bedeutung gewinnen. Ein zentraler Treiber ist der Wunsch nach einer eigenständigen europäischen Alternative zu bisher dominierenden, nicht-europäischen Lösungen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr digitaler Souveränität. Über die reine Bezahlfunktion hinaus eröffnen solche europäischen Lösungen zusätzliches Innovationspotenzial, das die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft stärkt und neue Wachstumsimpulse setzen kann."

www.bearingpoint.com

Über die Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage, an der zwischen dem 10. und 17. Dezember 2025 insgesamt 10.123 Personen in Österreich (1.000), der Schweiz (1.000), Deutschland (2.026), Dänemark (1.023), Finnland (1.009), Frankreich (1.052), Irland (1.001), den Niederlanden (1.003) und Schweden (1.009) teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die Umfrage wurde von BearingPoint konzipiert und über das Marktforschungsinstitut YouGov in den neun genannten Ländern durchgeführt. Die Ergebnisse wurden von den BearingPoint Payments-Experten analysiert und in einen Gesamtzusammenhang gebracht. BearingPoint führt die Umfrage bereits seit 2019 regelmäßig durch.

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Über die Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage, an der zwischen dem 10. und 17. Dezember 2025 insgesamt 10.123 Personen in Österreich (1.000), der Schweiz (1.000), Deutschland (2.026), Dänemark (1.023), Finnland (1.009), Frankreich (1.052), Irland (1.001), den Niederlanden (1.003) und Schweden (1.009) teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren.

Die Umfrage wurde von BearingPoint konzipiert und über das Marktforschungsinstitut YouGov in den neun genannten Ländern durchgeführt. Die Ergebnisse wurden von den BearingPoint Payments-Experten analysiert und in einen Gesamtzusammenhang gebracht. BearingPoint führt die Umfrage bereits seit 2019 regelmäßig durch.

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