Österreicher reagieren auf hohe Spritpreise
"So stark ist die Nachfrage nach E-Autos noch nie gestiegen"

Die hohen Spritpreise machen Stromer für Österreicher:innen offenbar deutlich attraktiver, während Benziner und Diesel an Interesse verlieren. Auch die Kaufbereitschaft verschiebt sich zunehmend zugunsten elektrischer Antriebe.

Geopolitische Spannungen und volatile Energiepreise erhöhen den Anpassungsdruck auf Wirtschaft und Konsument:innen gleichermaßen. Besonders im Mobilitätssektor zeigen sich unmittelbare Effekte: Steigende Treibstoffkosten verändern das Nachfrageverhalten spürbar und beschleunigen strukturelle Verschiebungen.

Auch hierzulande wirken sich die zuletzt stark gestiegenen Kraftstoffpreise unmittelbar auf den Fahrzeugmarkt aus. Seit Beginn des Iran-Konflikts verzeichnet AutoScout24 einen Anstieg der Nachfrage nach Elektroautos um rund 41 Prozent, während Benzin- und Dieselfahrzeuge an Attraktivität verlieren.

Deutliche Verschiebung der Nachfrage

Eine aktuelle Datenanalyse für das Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr – bereinigt um saisonale Effekte – zeigt demnach eine klare Entwicklung. Konkret ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen um 40,7 Prozent gestiegen. Parallel dazu ging das Interesse an Benzinfahrzeugen um 6,9 Prozent zurück, bei Dieselfahrzeugen fiel der Rückgang mit 17,8 Prozent noch deutlicher aus.

"Einen derart starken Anstieg in der Nachfrage nach E-Autos haben wir bislang noch nicht erlebt", erklärt Nikolaus Menches, Country-Manager von AutoScout24 in Österreich. Aktuelle geopolitische Entwicklungen sowie steigende Treibstoffpreise wirkten als Katalysator für die Elektromobilität. Viele Konsument:innen würden ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zunehmend hinterfragen und sich verstärkt alternativen Antrieben zuwenden.

Umfrage bestätigt steigende Kaufbereitschaft

Auch die Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact unter 525 Österreicher:innen untermauern diesen Trend. Rund 40 Prozent der Befragten geben an, aufgrund der gestiegenen Spritpreise eher einen Stromer in Betracht zu ziehen. Weitere zwölf Prozent sehen darin einen konkreten Anlass, sich intensiver mit einem möglichen Umstieg auseinanderzusetzen.

Besonders ausgeprägt zeige sich diese Entwicklung bei Frauen sowie bei jüngeren Autofahrer:innen zwischen 18 und 29 Jahren. In der Altersgruppe 50+ hingegen sehen rund zwei Drittel keinen Anlass, vom Verbrennungsmotor abzurücken.

"Externe Faktoren wie steigende Spritpreise beeinflussen das Mobilitätsverhalten deutlich", so Menches, der ergänzt, dass insbesondere jüngere Zielgruppen und Frauen sensibler auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren würden. Durch gezielte Information und entsprechende Rahmenbedingungen könnten mehr Konsument:innen den Umstieg auf Elektrofahrzeuge in Erwägung ziehen.

www.autoscout24.at

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