Hohe Recyclingfähigkeit von Verpackungen
Einwegpfand bringt Österreichs Kreislaufwirtschaft voran

Das seit 2025 geltende System zeigt deutliche Effekte. Getränkeverpackungen werden nahezu vollständig recyclingfähig und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcenschonung.

Seit Anfang 2025 gilt in Österreich ein Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall. Ziel ist es, Materialien im Kreislauf zu halten, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Umweltbelastung durch achtlos entsorgte Verpackungen zu verringern. Erste Auswertungen zeigen, dass dieses System bereits Wirkung entfaltet.

Durch die getrennte Sammlung und sortenreine Erfassung erreichen die Verpackungen eine Recyclingfähigkeit von 99,5 Prozent, so die Verantwortlichen von Recycling Pfand Österreich. Damit können nahezu alle Bestandteile wiederverwertet werden. Das unterstützt eine effiziente Nutzung von Rohstoffen und stärkt die Kreislaufwirtschaft nachhaltig.

Hohe Recyclingfähigkeit durch gezielte Systemgestaltung

Die hohe Recyclingquote ergibt sich aus dem Aufbau des Systems: Verpackungen werden getrennt gesammelt und in einem geschlossenen Kreislauf geführt. Dadurch bleibt die Materialqualität erhalten.

"Getränkeflaschen und -dosen werden im Einweg-Pfandsystem separat gesammelt, sortenrein erfasst und in einem eigenen, geschlossenen Materialkreislauf geführt. Dadurch bleibt das Material rein und kann nahezu vollständig recycelt werden", sagt Monika Fiala, Co-Geschäftsführerin von Recycling Pfand Österreich.

Die Bewertung der Recyclingfähigkeit basiert auf dem Anteil der tatsächlich wiederverwertbaren Komponenten einer Verpackung im Verhältnis zu ihrem Gesamtgewicht.

Ökomodulation setzt Anreize für bessere Verpackungen

Ein zentrales Element des Systems ist die sogenannte Ökomodulation. Dabei werden Verpackungen nach ihrer Recyclingfähigkeit bewertet. Materialien, die das Recycling erschweren, verursachen höhere Kosten, so die Expertin.

Dieses Modell zeigt bereits erste Auswirkungen: Hersteller haben Verpackungen angepasst, etwa durch leichter ablösbare Etiketten, veränderte Klebstoffe oder geringeres Materialgewicht. Solche Maßnahmen verbessern die Wiederverwertbarkeit und unterstützen die Qualität des Recyclings.

"Das österreichische Pfandsystem entwickelt sich damit zu einem wichtigen Motor für den Push von recyclebaren Getränkeverpackungen", betont Fiala.

Hoher Rezyklatanteil über EU-Vorgaben

Ein weiterer Effekt des Systems ist die bessere Verfügbarkeit von hochwertigem Recyclingmaterial im Inland. Getränkehersteller können die gesammelten Materialien sortiert zurückkaufen und erneut einsetzen.

Seit 2025 schreibt die EU einen Mindestanteil von 25 Prozent recyceltem Kunststoff in PET-Flaschen vor. In Österreich liegt dieser Wert bereits deutlich darüber.

"Die Kreislaufwirtschaft wird im Bereich der Kunststoff-Einweggetränkeverpackungen bereits gelebt", betont die Recycling Pfand Österreich Geschäftsführerin und ergänzt: "Laut unseren aktuellen Registrierungsdaten der Erstinverkehrsetzer liegt der Rezyklatanteil bei über 60 Prozent, bezogen auf alle in Verkehr gesetzten Einwegflaschen. Damit liegt Österreich weit über den von der EU vorgegebenen 25 Prozent."

Rücklaufquote übertrifft Erwartungen

Das Pfandsystem gilt für Kunststoffflaschen und Metalldosen zwischen 0,1 und 3 Litern, die entsprechend gekennzeichnet sind. Pro Verpackung werden 25 Cent Pfand eingehoben.

Bereits im ersten Jahr wurde das angestrebte Sammelziel übertroffen, so die Verantwortlichen: Statt der vorgesehenen 80 Prozent liegt die Rücklaufquote bei 81,5 Prozent. Bis 2027 soll dieser Wert auf 90 Prozent steigen und damit die europäischen Vorgaben frühzeitig erfüllen.

www.recycling-pfand.at

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