RegioData Research-Analyse
Österreich bleibt bei Kaufkraft im europäischen Spitzenfeld

Aufgrund der Inflation steht den Haushalten real dennoch etwas weniger Geld für Konsum zur Verfügung.

Die Kaufkraft der Bevölkerung in Österreich hat einen neuen nominellen Höchststand erreicht. Das zeigt die aktuelle Kaufkraftanalyse von RegioData Research. Diese liegt bei 29.282 Euro pro Kopf und damit 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Österreich bleibt damit im europäischen Vergleich weiterhin im oberen Feld der kaufkraftstärksten Länder. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. Während die Kaufkraft nominell weiter zunimmt, ergibt sich real kein Zuwachs.

Langfristig klarer Aufwärtstrend

Über einen längeren Zeitraum betrachtet haben sich die verfügbaren Einkommen deutlich erhöht. Die Kaufkraft ist seit 2016 kontinuierlich gestiegen, so RegioData. Lag sie 2015 noch durchschnittlich bei 20.646 Euro pro Kopf, erreicht sie aktuell mit 29.282 Euro einen neuen nominellen Höchstwert. Das entspricht einem Zuwachs von 8.636 Euro bzw. rund 42 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Gegenüber dem Vorjahr (28.402 Euro) entspricht dies einem nominellen Anstieg von 3,1 Prozent. Aufgrund einer Jahresinflation von 3,6 Prozent ergibt sich jedoch inflationsbereinigt sogar ein leichter realer Rückgang der Kaufkraft.

Die Entwicklung verlief jedoch nicht gleichmäßig. Während die Zuwächse bis 2021 moderat ausfielen, nahmen sie in den vergangenen Jahren stärker zu. Ein Teil dieser nominellen Steigerungen hängt jedoch mit der erhöhten Inflation zusammen, die einen Teil der Einkommenszuwächse relativiert.

Österreich im europäischen Vergleich im oberen Feld 

Österreich liegt aktuell im europäischen Vergleich auf Rang acht und damit weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. Länder wie die Schweiz, Luxemburg oder Dänemark erreichen weiterhin deutlich höhere Pro-Kopf-Werte. Österreich liegt hingegen weiterhin vor Ländern wie Italien oder Spanien. 

Gleichzeitig holen mehrere südosteuropäische Länder wirtschaftlich auf. Dort steigen Einkommen teilweise schneller, wodurch sich der Abstand zu den wohlhabenderen Ländern Europas langsam verringert.

Entwicklung Absolute Kaufkraft & Inflation in Österreich (in Euro/Prozent) © RegioData Research GmbH 

Österreich bewegt sich im direkten Vergleich mit Deutschland weiterhin auf einem sehr ähnlichen Kaufniveau. Im europäischen Kontext zählen beide Länder zum oberen Viertel und weisen vergleichbare strukturelle Rahmenbedingungen auf. Sie sind in ähnlicher Weise von der Inflationsentwicklung der letzten Jahre betroffen, wodurch sich die reale Kaufkraftentwicklung in beiden Ländern gedämpft darstellt. Die Schweiz liegt mit 54.561 Euro pro Kopf weiterhin deutlich an der oberen Spitze Europas.

Inflation schmälert realen Spielraum

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt zudem eine Differenz zwischen nomineller und realer Kaufkraft. Zwar steigen die Einkommen in absoluten Zahlen, gleichzeitig erhöhen sich jedoch die Verbraucherpreise. 

Im vergangenen Jahr lag das Wachstum der Kaufkraft bei 3,1 Prozent, während die Inflation 3,6 Prozent betrug. Inflationsbereinigt ergibt sich damit ein leichter Rückgang. Für Haushalte bedeutet das, dass trotz steigender Einkommen real etwas weniger finanzieller Spielraum für Konsum bleibt. 

Positiver Trend mit gedämpfter Dynamik

Langfristig zeige die Entwicklung weiterhin nach oben. Kurzfristig soll die reale Dynamik jedoch durch die Preissteigerungen gebremst werden, so die Analyse von RegioData. 

www.regiodata.eu

Zur Studie

Die RegioData Kaufkraftkennziffern stellen das regionale Wohlstandsniveau eines Landes auf übersichtliche Art und Weise dar. Der Index gibt die Abweichungen vom jeweiligen nationalen Mittelwert des Wohlstandsniveaus (fixiert mit 100) an.

Die "Kaufkraft" ist definiert als die Summe aller Einkunftsarten, darunter unselbständige Einkommen, selbständige Einkommen, Kapitalvermögen, Vermietung, Landwirtschaft, Pensionen, Beihilfen etc. Abgezogen davon werden die Zwangsabgaben, also Steuern und Sozialversicherung. Die Kaufkraft bezeichnet somit das frei verfügbare Einkommen.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

Zur Studie

Die RegioData Kaufkraftkennziffern stellen das regionale Wohlstandsniveau eines Landes auf übersichtliche Art und Weise dar. Der Index gibt die Abweichungen vom jeweiligen nationalen Mittelwert des Wohlstandsniveaus (fixiert mit 100) an.

Die "Kaufkraft" ist definiert als die Summe aller Einkunftsarten, darunter unselbständige Einkommen, selbständige Einkommen, Kapitalvermögen, Vermietung, Landwirtschaft, Pensionen, Beihilfen etc. Abgezogen davon werden die Zwangsabgaben, also Steuern und Sozialversicherung. Die Kaufkraft bezeichnet somit das frei verfügbare Einkommen.

leadersnet.TV