PwC Women in Work Index
Österreich bleibt bei Gleichstellung im unteren Drittel der OECD-Länder

| Larissa Bilovits 
| 08.03.2026

Im aktuellen PwC Women in Work Index, der jährlich die Arbeitsmarktsituation von Frauen in OECD-Ländern bewertet, liegt Österreich lediglich auf Platz 27 von 33. Besonders bei fairer Bezahlung und der Vollzeitquote zeigt sich im internationalen Vergleich deutlicher Aufholbedarf.

Am Arbeitsmarkt treffen Frauen hierzulande nach wie vor nicht auf völlige Gleichstellung. So arbeiten rund zwei Drittel der Frauen in Österreich (65%) in Vollzeit – im Vergleich zu neun von zehn Männern (90%). Diese große Kluft sorgt nicht nur für massive Differenzen beim Einkommen – immerhin liegt der Gender Pay Gap in Österreich aktuell bei rund 18 Prozent und damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 12 Prozent –, sondern wirkt sich auch auf die Aufstiegschancen von Frauen aus.

Österreich bei Gleichstellung im unteren OECD-Drittel

Wie groß die Ungleichheiten hierzulande nach wie vor sind, zeigt auch ein Blick auf den aktuellen PwC Women in Work Index, der alljährlich die Arbeitsmarktsituation von Frauen in OECD-Ländern analysiert (siehe Infobox). Von 33 analysierten Ländern befindet sich Österreich mit einem Index-Score von 64,7 auf Rang 27 und bleibt damit weiterhin im unteren Drittel zurück.

Ausschlaggebend dafür sind neben dem Gender Pay Gap sowie der Vollzeitquote unter anderem auch Unterschiede bei der Erwerbsbeteiligung, also dem Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter, die arbeiten oder aktiv Arbeit suchen. In Österreich liegt dieser sogenannte "Participation Rate Gap" bei 7,9 Prozent, da 82,1 Prozent der Männer, aber nur 74,2 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter am Arbeitsmarkt teilnehmen.

Bei der Arbeitslosenquote sieht die Geschlechterverlagerung hingegen ein wenig anders aus – bei den Frauen sind 4,8 Prozent, bei den Männern jedoch 5,6 Prozent von Arbeitslosigkeit betroffen. Doch Erwerbstätigkeit bedeutet nicht automatisch wirtschaftliche Gleichstellung, da viele Frauen schließlich in Teilzeit arbeiten, unterbezahlt sind und geringere Aufstiegschancen haben.

"Während Unternehmen mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpfen, gerät Gleichstellung häufiger in den Hintergrund", beobachtet Agatha Kalandra, Vorständin bei PwC Österreich, und appelliert: "Gleichstellung braucht eine klare Verankerung in der Unternehmensstrategie, flexible Arbeitszeitmodelle, neue Führungsformen wie Dual Leadership und angepasste HR-Prozesse im Recruiting und Talent Management."

Island, Luxemburg und Neuseeland als Vorreiter

Auf den Spitzenplätzen der Rangliste zeigen sich übrigens seit der Corona-Pandemie keine Veränderungen. So belegen Island (Platz 1, Index-Score von 82,7), Luxemburg (Platz 2, Index-Score von 82,5) und Neuseeland (Platz 3, Index-Score von 81,3) bereits zum fünften Mal in Folge die Spitzenplätze. Hier setzt man einen verstärkten Fokus auf strukturelle Rahmenbedingungen, wie beispielsweise flexible Elternzeitmodelle sowie ein breites Angebot an Kinderbetreuung, wodurch jungen Familien die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Privatem deutlich erleichtert wird. 

"Die Erfahrungen der Spitzenländer zeigen klar: Investitionen in strukturelle Maßnahmen wirken. Fehlende Kinderbetreuung, starre Arbeitsmodelle und anhaltende Gehaltsunterschiede verhindern hingegen, dass top ausgebildete Talente voll genutzt werden", so Kalandra abschließend.

Mehr Informationen zum aktuellen PwC Women in Work Index sowie Vergleichsdaten aus den vorherigen Jahren finden Sie hier.

www.pwc.at

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Über den Women in Work Index

Der Women in Work Index ist ein gewichteter Durchschnitt aus fünf Indikatoren, die Aufschluss über die Arbeitsmarktergebnisse von Frauen geben, darunter die Erwerbsquote von Frauen, die Arbeitslosenquote und die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern. Der Index bezieht sich jährlich auf das vorletzte Jahr – in diesem Fall auf 2024.

Der Index ist hier im Detail verfügbar.

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