Konsumerhebung von Statistik Austria
So viel geben österreichische Haushalte pro Monat aus

Laut aktueller Konsumerhebung fließt mehr als ein Viertel der monatlichen Verbrauchsausgaben in den Bereich "Wohnen & Energie". Unterschiede zeigen sich vor allem nach Haushaltsgröße, Erwerbsstatus und Wohnort.

Laut der am Mittwoch präsentierten Konsumerhebung 2024/25 von Statistik Austria belaufen sich die durchschnittlichen monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich auf rund 4.170 Euro. Die bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Ausgaben (Äquivalenzausgaben) liegen bei etwa 2.760 Euro pro Monat.

Mit mehr als einem Viertel entfällt der größte Anteil der Ausgaben auf Wohnen und Energie. "Mit mehr als einem Viertel entfällt der größte Anteil der monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich auf den Bereich Wohnen und Energie. An zweiter Stelle stehen mit 13,6 Prozent Ausgaben für Verkehr. Beinahe gleichauf liegen die Anteile für Ernährung und alkoholfreie Getränke mit 11,6 Prozent sowie für Freizeit, Sport und Kultur mit 11,4 Prozent", sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Haushaltsgröße beeinflusst Pro-Kopf-Ausgaben

Unter der Zehn-Prozent-Marke liegen unter anderem Gastronomie (6,6 %), Wohnungsausstattung (6,2 %), Gesundheit (4,8 %), Versicherungen und Finanzdienstleistungen (4,7 %), sonstige Waren und Dienstleistungen (4,5 %) sowie Bekleidung und Schuhe (4,2 %). Die geringsten Anteile entfallen auf Kommunikation und Information (2,8 %), alkoholische Getränke und Tabak (2,2 %) sowie Bildung (1,1 %).

Haushaltsausgaben 2025/26

Mit steigender Personenzahl erhöhen sich die absoluten Haushaltsausgaben, während die Pro-Kopf-Ausgaben sinken. Haushalte mit vier oder mehr Personen verzeichnen rund elf Prozent niedrigere Äquivalenzausgaben als Einpersonenhaushalte. Neben der Haushaltsgröße wirkten sich auch Erwerbsstatus und Wohnort maßgeblich auf die Ausgabenhöhe aus.

Deutliche Unterschiede bei Einpersonenhaushalten

Bei alleinlebenden Personen zeigt sich der stärkste Unterschied nach Erwerbsstatus. Erwerbstätige wenden mit durchschnittlich 3.080 Euro monatlich rund 27 Prozent mehr auf als Nicht-Erwerbstätige (2.430 Euro). Ihr Ausgabenanteil für Verkehr, Freizeit und Gastronomie ist höher, während Wohnen und Ernährung anteilig weniger stark ins Gewicht fallen.

Geringer fallen die Unterschiede nach Geschlecht aus: Alleinlebende Männer geben mit 2.740 Euro rund drei Prozent mehr aus als Frauen (2.660 Euro). Deutliche Differenzen zeigen sich bei Verkehr und Gastronomie. Männer wenden 15,2 Prozent ihrer Ausgaben für Verkehr und acht Prozent für Konsumation in der Gastronomie auf, Frauen hingegen neun Prozent beziehungsweise 5,2 Prozent.

Stadt und Land

Haushalte im ländlichen Raum verfügen aufgrund ihrer im Schnitt größeren Haushaltsgröße über höhere Gesamtausgaben. Mit rund 4.460 Euro pro Monat liegen sie etwa sieben Prozent über dem Österreichschnitt und 16 Prozent über jenen in größeren Städten beziehungsweise Wien. Die gewichteten Pro-Kopf-Ausgaben unterscheiden sich hingegen nur geringfügig: In Wien liegen sie 2,4 Prozent unter dem Durchschnitt, in mittelgroßen Gemeinden rund 2,7 Prozent darüber.

Markante Differenzen zeigen sich bei den Verkehrsausgaben. Haushalte in ländlichen Regionen geben mit durchschnittlich 761 Euro mehr als doppelt so viel für Anschaffung, Erhalt und Versicherung von Fahrzeugen aus wie Wiener Haushalte (354 Euro). Umgekehrt verhält es sich beim öffentlichen Verkehr: In Wien werden dafür im Schnitt 100 Euro monatlich aufgewendet, rund viermal so viel wie am Land.

Entsprechend hoch ist die Fahrzeugausstattung. In kleinen Gemeinden verfügen rund 90 Prozent der Haushalte über zumindest ein Kraftfahrzeug. Im Durchschnitt besitzen Haushalte im ländlichen Raum 1,5 Pkw, im urbanen Raum 0,85 und in Wien 0,56 Pkw.

Höhere Freizeitausgaben in Wien

Bei den Freizeitausgaben liegt Wien über dem Durchschnitt. Haushalte in der Bundeshauptstadt geben mit 527 Euro monatlich rund 19 Prozent mehr für Freizeit aus als Haushalte in sehr kleinen Gemeinden. Pro Kopf beträgt der Unterschied sogar 35 Prozent (361 Euro gegenüber 267 Euro). Maßgeblich seien laut Statistik Austria vor allem höhere Ausgaben für Urlaubsreisen: Mit 186 Euro pro Kopf liegen diese in Wien beinahe doppelt so hoch wie in kleinen Gemeinden.

www.statistik.at

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