Der österreichische Immobilienmarkt hat 2025 wieder deutlich an Dynamik gewonnen. Das zeigt der "Remax-ImmoSpiegel 2025 Gesamtmarkt", der auf Daten aus dem österreichischen Grundbuch basiert und gemeinsam mit dem Immobiliendaten-Spezialisten IMMOunited ausgewertet wurde.
Mehr Verkäufe und höherer Gesamtwert
Demnach wurden 2025 117.782 Immobilienkäufe verbüchert, was gegenüber dem Jahr 2024 einem Anstieg von 16,8 Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg der Gesamtwert der Transaktionen um 5,84 Milliarden Euro auf insgesamt 34,61 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 20,3 Prozent.
Historisch betrachtet entspricht das ungefähr dem Marktvolumen der Jahre 2015 und 2016. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre fehlen nur noch rund 8,6 Prozent.
Immobilienverkäufe 2025 und 2024 © Remax
"Die rückläufige Inflation und das geringere Zinsniveau, aber auch psychologische Effekte wie das medial breitgetretene Ende der KIM-Verordnung, die in Wirklichkeit nur eine Umwandlung von einer Verordnung in eine dringende Empfehlung war, und vor allem Gewöhnungseffekte an das Ende der Nullzinsphase, haben zu dieser Trendumkehr geführt", sagt Bernhard Reikersdorfer, MBA, Managing Director von Remax Austria.
Wohnungen und Häuser treiben die Entwicklung
Besonders stark entwickelte sich der Wohnungsmarkt. Insgesamt wurden 40.576 Wohnungen verkauft, was einem Plus von 21,7 Prozent entspricht. Der Gesamtwert dieser Transaktionen stieg auf 11,91 Milliarden Euro – ein Anstieg von 25,1 Prozent gegenüber 2024.
Auch im Bereich der Wohnhäuser zeigte sich eine deutliche Belebung. Insgesamt wurden 26.232 Häuser, darunter Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser, verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von 15 Prozent. Der Gesamtwert dieser Verkäufe lag bei 13,47 Milliarden Euro und markierte damit ein Umsatzplus von 23,3 Prozent.
Die Verkäufe von Einfamilienhäusern stiegen um 17,7 Prozent, wobei der Umsatz in diesem Segment 4,57 Milliarden Euro erreichte. Auch bei Grundstücken zeigte sich eine positive Entwicklung: Mit 19.950 Verkäufen wurde ein Transaktionswert von 3,71 Milliarden Euro erzielt.
Gewerbeimmobilien ebenfalls im Aufwind
Auch der Markt für Gewerbeimmobilien entwickelte sich überwiegend positiv. Insgesamt wurden 2.835 Gewerbeobjekte verkauft, was einem Plus von 21 Prozent entspricht. Der Gesamtwert dieser Transaktionen lag bei 2,66 Milliarden Euro, rund 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Besonders stark entwickelten sich Büroflächen und Bürogebäude, während auch Hotels und Beherbergungsbetriebe deutlich häufiger verkauft wurden.
Wachstum in allen Bundesländern
Die Markterholung zeigt sich auch regional. Alle Bundesländer verzeichneten 2025 steigende Verkaufszahlen. Die stärksten Zuwächse gab es in Vorarlberg mit +26,2 Prozent sowie in Wien mit +24,4 Prozent. Dahinter folgen die Steiermark (+19,2 %) sowie Niederösterreich (+17,8 %) und Salzburg (+17,2 %).
Die meisten Immobilienverkäufe wurden weiterhin in Niederösterreich mit 24.620 Transaktionen registriert. Dahinter folgen Wien mit 19.328 Verkäufen, die Steiermark mit 18.426 sowie Oberösterreich mit 16.286 Verkäufen.
Beim Umsatzwachstum leisten vor allem Wien mit einem Plus von 1,67 Milliarden Euro sowie die Steiermark mit einem Plus von einer Milliarde Euro einen großen Beitrag. Gemeinsam entfällt damit fast die Hälfte des österreichweiten Umsatzanstiegs auf diese beiden Bundesländer.
Immobilienverkäufe 2025 nach Bezirken © Remax
Graz, Salzburg und Linz mit den meisten Verkäufen
Unter den Städten verzeichnete Graz mit 5.285 Immobilienverkäufen die höchste Aktivität am Markt. Dahinter folgen Salzburg mit 2.451 Verkäufen, Linz mit 2.032, Innsbruck mit 1.786 sowie Klagenfurt mit 1.741 Transaktionen.
In Wien bleibt die Donaustadt der Bezirk mit den meisten Verkäufen. Dort wurden 2.791 Immobilien verbüchert. Auch beim Umsatz liegt der Bezirk mit 1,034 Milliarden Euro deutlich an der Spitze.
Mehr Wohnraum soll Preissteigerungen verhindern
Trotz der positiven Entwicklung sehen Branchenexpert:innen weiterhin politischen Handlungsbedarf, insbesondere bei der Schaffung zusätzlichen Wohnraums.
"Die Schaffung von Immobilieneigentum sollte unbedingt gefördert werden. Eigentum bedeutet mehr Selbstbestimmung und Freiheit, geringere Kosten in der Pension und daher einen Schutz vor Altersarmut, auch dann, wenn das Pensionssystem in naher Zukunft immer mehr Menschen möglicherweise nur mehr überschaubar unterstützen kann“, so Reikersdorfer.
Gleichzeitig müsse das Angebot an Wohnraum erweitert werden. "Es muss allerdings im gleichen Atemzug auch dringend in die Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum intensiviert werden, ob durch Neubau, Umbau, Sanierung, Verdichtung. Wir brauchen bei steigender Nachfrage nach Wohnraum dringend mehr Angebot, damit massive Preissteigerungen, aufgrund einer Angebotsknappheit, in Zukunft hintangehalten werden", appelliert Reikersdorfer.
www.remax.at
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