Entwicklungen in der Industriebranche
Andritz schafft 350 Jobs, voestalpine verkauft profitable Tochter

| Tobias Seifried 
| 01.02.2026

Während der eine Industriekonzern bis 2028 zig Millionen Euro in die Standorte Linz und Weiz investiert und viele neue Arbeitsplätze schafft, veräußert der andere seine niederösterreichische Tochtergesellschaft an ein US-Unternehmen.

Zuletzt gab es für den heimischen Industriestandort nicht allzu viele positive Nachrichten. Da ist es umso erfreulicher, dass Andritz jetzt laut eigenen Angaben auf die wachsende globale Nachfrage nach Turbogeneratoren reagiert und bis 2028 einen zweistelligen Millionenbetrag in die Standorte Linz und Weiz investiert. Durch den Ausbau sollen insgesamt 350 neue Arbeitsplätze (240 in Weiz, 110 in Linz) entstehen. Gesucht werden Fachkräfte in Engineering und Projektabwicklung – darunter Maschinenbau-, Elektro- und Mechatroniktechniker:innen – sowie in der Fertigung, etwa Schweißer:innen und Fertigungstechniker:innen.

Am Standort Linz wird die Fertigung um rund 3.700 Quadratmeter erweitert und modernisiert. Dort sollen künftig vor allem wasserstoffgekühlte Turbogeneratoren montiert und geprüft werden. Die direkte Lage an der Donau ermögliche eine effiziente und umweltfreundliche Auslieferung. In Weiz entstehen bis 2027 neue Produktionshallen für luftgekühlte Turbogeneratoren und zentrale Komponenten für wasserstoffgekühlte Typen, darunter Rotoren und Statorstäbe.

"Wir investieren gezielt in die Zukunft der Energieversorgung und schaffen langfristige Arbeitsplätze in Österreich", sagte Markus Schneeberger, CTO bei Andritz Hydropower. Der Ausbau stärke zudem die Position des Unternehmens als Technologieanbieter und festige seine Rolle in einem Markt, der für die Stabilität moderner Energiesysteme von zentraler Bedeutung sei.

Böhler Profil wird amerikanisch

Fast zeitgleich teilte die voestalpine AG mit, Böhler Profil mit Sitz in Bruckbach (Bezirk Amstetten) an das US-Unternehmen Kadant Inc. zu verkaufen. Die Tochtergesellschaft mit rund 150 Mitarbeiter:innen und einem Umsatz von 51,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25 liefert Spezialprofile für verschiedene Industriebereiche, darunter Industriemesser. Laut dem Linzer Stahlkonzern erfolge die Transaktion erfolgte aus strategischen Gründen im Rahmen einer Portfoliobereinigung der High Performance Metals Division. Alle Mitarbeiter:innen sollen dem Unternehmen weiterhin erhalten bleiben. Der Verkauf muss noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden und wird voraussichtlich bis Ende des Geschäftsjahres 2025/26 abgeschlossen.

"Im Rahmen der Neuorganisation der Division wurde sichtbar, dass die Böhler Profil nicht mehr länger ein strategisches Kerngeschäft des Konzerns darstellt", sagte voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner. Kadant Inc. habe mehrfach Interesse gezeigt, insbesondere an der Expertise der Mitarbeiter:innen und den Fertigungskapazitäten. Reinhard Nöbauer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der High Performance Metals Division, ergänzte, dass Böhler Profil profitabel sei und solide Ergebnisse erzielt habe. "Kadant Inc. übernimmt ein gut positioniertes Unternehmen und hat Interesse signalisiert, das Portfolio weiterzuentwickeln."

Mit der Veräußerung der Tochtergesellschaft sowie anderen Portfolioanpassungen sei die Bereinigung innerhalb der High Performance Metals Division im Wesentlichen abgeschlossen.

www.andritz.com

www.voestalpine.com

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