Für werbefreie Nutzung
Meta plant für WhatsApp kostenpflichtiges Abo-Modell

| Larissa Bilovits 
| 28.01.2026

Beim beliebten Messenger deutet sich eine neue Form der Monetarisierung an. Demnach will die Plattform aus dem Hause Meta künftig ihre Nutzer:innen entscheiden lassen, ob sie Werbung akzeptieren oder für den Dienst bezahlen wollen. 

Was bei vielen Online-Diensten längst zum Standard geworden ist, könnte nun auch WhatsApp erreichen: eine kostenlose Basisversion mit Werbung – und eine kostenpflichtige Option für alle, die darauf verzichten möchten. Laut Medienberichten arbeite Mutterkonzern Meta aktuell nämlich an einem Abo-Modell, das die Nutzung des Messengers ohne Werbeeinblendungen ermöglichen soll. 

Soll rund vier Euro im Monat kosten

Wie mehrere internationale Tech-Portale berichten, testet WhatsApp in ausgewählten Regionen derzeit neue Funktionen innerhalb einer Beta-Version. Darin finden sich erstmals konkrete Anzeichen für ein kostenpflichtiges Abo, das eine werbefreie Nutzung ermöglichen soll. Der kolportierte Preis liege demnach bei rund vier Euro pro Monat. Nutzer:innen hätten damit die Wahl, entweder Werbung zu akzeptieren oder für ein werbefreies Erlebnis zu bezahlen.

Offiziell bestätigt wurde ein solches Modell bislang nicht – der Mutterkonzern Meta hat sich zu den aktuellen Berichten nicht explizit geäußert. In bisherigen Blogposts zum Thema Werbung betonte WhatsApp allerdings, dass Anzeigen ausschließlich im Tab "Status & Channels" erscheinen sollen. Private Chats sowie Sprach- und Videoanrufe sollen demnach weiterhin werbefrei bleiben. Um Werbung in privaten Chats ausspielen zu können, müsste WhatsApp nämlich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufbrechen, womit massive Bedenken hinsichtlich Privatsphäre einhergehen würden.

Regulatorischer Druck als treibende Kraft

Der mögliche Strategiewechsel kommt nicht von ungefähr. Insbesondere in Europa verschärfen regulatorische Vorgaben zunehmend den Handlungsspielraum großer Plattformen. So verlangen etwa die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der Digital Markets Act (DMA), dass Nutzer:innen eine echte Wahl erhalten: entweder in personalisierte Werbung einzuwilligen oder eine weniger personalisierte, aber gleichwertige Alternative zu nutzen. Plattformen dürfen Nutzer:innen also nicht dazu drängen, ihre Daten herzugeben, ohne eine realistische Alternative anzubieten. Vor diesem Hintergrund gilt es als wahrscheinlich, dass ein entsprechendes Abo-Modell zunächst in der EU sowie in Großbritannien eingeführt wird.

Sollte WhatsApp diesen Weg tatsächlich einschlagen, würde der Messenger zwar weiterhin kostenlos nutzbar bleiben, allerdings nicht mehr vollständig werbefrei. Für viele Nutzer:innen stellt sich damit erstmals die Frage, ob ihnen Datenschutz und Werbefreiheit einen monatlichen Beitrag wert sind – oder ob sie Werbung künftig als Teil des Deals akzeptieren. Ob und wann das Modell flächendeckend ausgerollt wird, bleibt abzuwarten.

www.whatsapp.com

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