Fotos & Video "Peter & Paul"
"Wien wird den wirtschaftlichen Balanceakt meistern"

Im Wirtschaftstalk spricht Barbara Novak (Wiener Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales) u.a. darüber, warum Wien als wirtschaftliches Herz Österreichs gilt, welche Rolle Kultur- und Kongresstourismus für den Standort spielen und wie die Stadt im internationalen Wettbewerb rund um KI und Quantentechnologie mithalten will. Außerdem verrät sie, welche Weichen jetzt für weiteres Wirtschaftswachstum gestellt werden – und warum sie der Zukunft optimistisch entgegenblickt.  

Der neue "Peter & Paul"-Wirtschaftstalk dreht sich dieses Mal rund um das Thema Wirtschaftsstandort Wien. Dazu spricht Paul Leitenmüller (CEO, Opinion Leaders Network) mit Barbara Novak (Wiener Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales). Gedreht wurde die aktuelle Folge im Wiener Rathaus und somit beim Gast, der damit gleichzeitig zum Gastgeber wurde.

Wien als Wirtschaftsmotor Österreichs

Barbara Novak ist als Stadträtin zuständig für die Ressorts Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales. In den aktuellen Zeiten kein leichtes Unterfangen ist die heimische Wirtschaft doch aktuell von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Dabei fungiere die Bundeshauptstadt jedoch als wirtschaftliches Herz von Österreich: "Wien ist der Wirtschaftsmotor einer ganzen Region", so Novak und betont, dass die Stadt "das dritte Jahr in Folge ein leichtes Wirtschaftswachstum" verzeichne und sich "im Vergleich zu den anderen Regionen und Bundesländern sehr gut hält".

Kultur- und Kongresstourismus von zentraler Bedeutung

Einer der wesentlichen Wirtschaftstreiber sei laut Novak der Tourismus. "Wien Tourismus sagt immer, 'Wien sucht sich seine Gäste aus' – das stimmt vielleicht nicht ganz, aber ein bisschen arbeiten wir schon dorthin." Besonders bedeutend seien dementsprechend Kongress- und Messetourist:innen, weil diese "um einiges mehr ausgeben als andere" – im Schnitt nämlich 565 Euro pro Tag, gegenüber 365 Euro bei regulären Gästen – und so maßgeblich zur Wertschöpfung beitragen. Und diese Strategie scheint auch zunehmend aufzugehen, immerhin würden nächstes Jahr acht der 20 weltweit größten Kongresse in Wien stattfinden.

Darüber hinaus spiele aber auch der Kulturtourismus eine zentrale Rolle: Großveranstaltungen wie das alljährliche Donauinselfest oder der kommende Eurovision Song Contest (ESC), das vielfältige Kulturangebot – von Oper und Musical bis zu Museen und moderner Architektur –, oder bald auch weiter die Christkindlmärkte würden zahlreiche Besucher:innen zu uns locken. Davon würden vor allem Handel und Hotellerie stark profitieren.

Umfassende Investitionen in neue Technologien

Zudem hätten sich in den letzten Jahren Bereiche wie Life Sciences, Biotech und Pharma sowie der Digitalbereich besonders positiv entwickelt. Letzterer sei für sie derzeit "der spannendste und sich am schnellsten entwickelnde Bereich – Quantencomputer ist das große Stichwort". In die Erforschung dieser Technologie, für die man eng mit Wiener Universitäten zusammenarbeite, investiere man aktuell zunehmend. Laut der Stadträtin werde es in der Quantenforschung weltweit in den kommenden Jahren "einen unglaublichen Sprung" geben, den Wien laut Novak "mitgehen" könne.

Aber auch Künstliche Intelligenz (KI) gewinne für die Industrie zunehmend an Bedeutung, da Unternehmen – von kleinen Produktionsstätten bis zu großen Pharmafirmen – immer mehr Rechenleistung benötigten. "Um hier auch in Zukunft mithalten zu können und unsere Unternehmen am Standort Wien zu halten, müssen wir hier investieren. Daher werden wir eine Gigafactory errichten – ein großes Rechenzentrum, das enorme Rechenleistung bereitstellt, damit sich auch neue Betriebe ansiedeln können und zugleich die Forschung unterstützt wird." Gelinge dieses Vorhaben, schaffe man damit auch noch ein zusätzliches Asset, so Novak: "Das Rechenzentrum wird so viel Abwärme erzeugen, dass damit – eingespeist in die Fernwärme – täglich über 200 Haushalte versorgt werden können. Das entspricht im Grunde einem weiteren Schritt in Richtung Dekarbonisierung."

"Balanceakt wird gelingen"

Um neues Wirtschaftswachstum zu schaffen, wolle man für die Zukunft verstärkt auf Nachhaltigkeit und "Green Jobs" setzen. Eine große Herausforderung sei dabei, soziale Sicherheit, Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum in Balance zu bringen: Einerseits wolle man weiter gezielt in zentrale Bereiche wie Wirtschaft, Bildung, Kinderbetreuung, Soziales und Gesundheit investieren, andererseits müsse die finanzielle Stabilität gewährleistet bleiben. Über allem stehe dabei aber das Ziel, Wien bis 2040 CO₂-neutral zu machen – ein Vorhaben, das laut der Stadträtin insbesondere in der Mobilität und bei den Maßnahmen zur Klimawandelanpassung konsequent vorangetrieben werde.

Abschließend fasst Novak zusammen: "Wien ist extrem gut gerüstet und wird diesen schwierigen Weg – die Konsolidierung des Budgets auf der einen Seite und die gesamtstaatlichen Bemühungen auf der anderen – gut meistern. Natürlich ist das keine leichte Aufgabe, und manche Wiener:innen werden die Auswirkungen auch spüren. Doch ich bin zuversichtlich, dass uns dieser Balanceakt gelingen wird. Wenn die Wirtschaft wieder anzieht und die Inflation etwas zurückgeht, werden wir in drei bis vier Jahren Erleichterung spüren – und der große Aufschwung wird kommen."

Was Barbara Novak zu Themen wie Digitalisierung, Medienstandort Österreich, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt, Willkommenskultur bei Betriebsansiedlungen, Nachwuchs- und Frauenförderung sowie den Ausbau des Tourismus- und Kulturangebots inklusive des Baus der neuen Wien Holding Arena noch sagt, sehen Sie in unserem Video und hören Sie in unserem Podcast. Zwischen den Themenblöcken gibt es im Video wie gewohnt ein Business-Event, dieses Mal von der "Austrian Event Hall of Fame".

 

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