Passiva von 3,8 Millionen Euro
Bekannte Brauerei ist erneut in die Pleite geschlittert

| Tobias Seifried 
| 05.03.2024

Von der zweiten Insolvenz binnen wenigen Jahren sind mehr als 210 Gläubiger:innen betroffen. Dieses Mal belaufen sich die Passiva auf 3,8 Millionen Euro.

Schlechte Nachrichten aus Oberösterreich: die Brauerei Grieskirchen hat ihre Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht Korneuburg den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Damit steht fest, dass die bekannte Brauerei ihre finanzielle Schieflage nicht in den Griff bekommen hat. Sie schlitterte nämlich im Jahr 2020 schon einmal in die Pleite.

Geschäftsfelder und Betroffene

Neben der industriellen Produktion, Abfüllung und dem Handel von Fass- und Flaschenbier betreibt das Unternehmen auch einen Handel mit alkoholfreien Getränken. Die wichtigsten Abnehmergruppen sind laut eigenen Angaben die Gastronomie und der Handel. Am Standort Grieskirchen wird zudem ein "Braustüberl" mit Bierausschank für Veranstaltungen betrieben.

Wie der KSV1870 mitteilt, sind von der neuerlichen Insolvenz 39 Mitarbeiter:innen (13 Angestellte und 26 Arbeiter:innen), deren Löhne und Gehälter seit Jänner 2024 offen sind, sowie 212 Gläubiger:innen betroffen. Die Passiva werden von der Brauerei Grieskirchen mit rund 3,8 Millionen Euro angegeben. 

Gründe für die Pleite

Wie eingangs erwähnt, hat das Unternehmen bereits im Jahr 2020 ein Sanierungsverfahren (mit Eigenverwaltung) durchlaufen, im Zuge dessen kam es zum Abschluss eines Sanierungsplanes mit einer Quote von 30 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme. Nach eigenen Angaben wurde dieser Sanierungsplan auch vollständig erfüllt. KSV1870 Informationen zufolge sei die Brauerei aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen in den letzten zwei Jahren jedoch mit unerwarteten und stetig steigenden Energie- und Produktionskosten konfrontiert gewesen. Gerade die industrielle Produktion sei mit hohen Energieaufwand verbunden. Auch im Bereich der Produktionskosten soll es zu einem hohen Anstieg der Kosten gekommen sein. Schlussendlich habe das zur zweiten Insolvenz geführt.

Fortführung geplant

Die Brauerei Grieskirchen soll während des Insolvenzverfahrens, das am 4. März 2024 eröffnet wurde, fortgeführt werden. Dieses Mal bietet sie ihren Gläubiger:innen eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme, an. Hierbei handelt es sich dem Kreditschutzverband vorerst lediglich um das erste Formalangebot. "Es wird nun zu prüfen sein, ob die angebotene Quote angemessen und erfüllbar ist", so Peter Stromberger vom KSV1870.

www.ksv.at

www.grieskirchner.at

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