Trump vergibt Schmähpreis an Medien und Journalisten

| 18.01.2018

"Fake News Awards" unter anderem für CNN, New York Times, ABC und einen Nobelpreisträger.

"And the Fake News winners are …" Mit diesen Worten hat US-Präsident Donald Trump via Twitter die Vergabe des "Fake News Awards" bekanntgegeben. Der Schmähpreis wird an Medien und Journalisten vergeben, die aus Trumps Sicht besonders unredliche und falsche Berichterstattung betrieben haben. Wie die Liste genau zustande gekommen ist, ließ der US-Präsident – dessen geistige Zurechnungsfähigkeit zuletzt Thema öffentlicher Diskussionen war – nicht durchblicken.

Während sich amerikanische Journalisten reihenweise über die "Awards" lustig machten, erklärte das Komitee zum Schutz von Journalisten, Bedrohungen von Journalisten und der Pressefreiheit seien kein Anlass zum Spaßen. Late-Night-Talker Stephen Colbert hatte schon vor der Vergabe gesagt, es könne keine größere Ehre geben, als von Trump so ausgezeichnet zu werden.

CNN "gewinnt" vier Preise

Auf Platz eins durfte sich Paul Krugman, Nobelpreisträger und Kolumnist der New York Times, "freuen". Die Begründung: Er habe behauptet, die US-Wirtschaft werde sich nach der Wahl Trumps nie mehr "erholen", dabei boome sie. Auf Platz zwei folgt Brian Ross von ABC News, dessen "falsche Berichterstattung" über Trumps Verbindungen zu Russland, die ABC-Aktien zeitweise in den Keller fallen ließ. Der dritte Platz wurde an Trumps Lieblingsfeind CNN verliehen. Der TV-Sender hatte berichtet, dass Donald Trump und sein Sohn Donald J. Trump Jr. Zugang zu WikiLeaks-Dokumenten gehabt hätten, was Trump zufolge nicht der Wahrheit entspreche.

Rang vier ging an das Time Magazin, das "fälschlicherweise berichtet hat, dass Präsident Trump eine Büste von Martin Luther King, Jr. aus dem Oval Office entfernt" hätte. Gleich dahinter landete die Washington Post die berichtet habe, dass die "massiv ausverkaufte Kundgebung des Präsidenten in Pensacola, Florida" leer gewesen sei. Der "unehrlich Reporter" hätte Bilder der leeren Arena gezeigt, die "Stunden bevor die Massen hineinströmten" aufgenommen worden seien.

Platz sechs und sieben eroberte jeweils CNN. Der Sender habe ein Video absichtlich so geschnitten, dass es aussehe, als habe Trump bei einem Besuch des japanischen Premierministers absichtlich Fische überfüttert. Die Wahrheit sei vielmehr, dass der japanische Premier vorgemacht habe, wie die Fütterung erfolgen solle. Zudem habe die TV-Station über ein Treffen Anthony Scaramuccis mit einem Russen berichtet, diesen Beitrag dann aber wieder zurückgenommen. Platz acht ging an die Newsweek, die behauptet hatte, dass die polnische First Lady Agata Kornhauser-Duda dem US-Präsidenten nicht die Hand geschüttelt habe.

Auf Platz neun ist wieder CNN zu finden. Der Nachrichtensender hatte berichtet, dass der frühere FBI-Chef James Comey Trumps Aussage, Comey habe ihm gesagt, es werde nicht gegen ihn ermittelt, widerlegen würde. Platz zehn ging an die New York Times die auf ihrer Titelseite "fälschlicherweise behauptet habe, dass die Trump-Regierung einen Klimareport unter Verschluss gehalten hätte. (as)

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